Ein eigenes Gewächshaus versorgt die Forscher mit frischem Gemüse, Salat und verschiedenen Kräutern. (Bildquelle: Evonik)

Ein eigenes Gewächshaus versorgt die Forscher mit frischem Gemüse, Salat und Kräutern. (Bildquelle: Evonik)

Damit Tomaten, Gurken und Co. gedeihen, war für den Bau des ersten Gewächshauses in der Antarktis ein Material gefragt, das die für die Pflanzen lebenswichtigen Sonnenstrahlen besonders gut durchlässt. (Bildquelle: Evonik)

Damit Tomaten, Gurken und Co. gedeihen, war für den Bau des ersten Gewächshauses in der Antarktis ein Material gefragt, das die für die Pflanzen lebenswichtigen Sonnenstrahlen durchlässt. (Bildquelle: Evonik)

Die König-Georg-Insel am Rand der Antarktis ist ein unwirtlicher Ort. 1.150 Quadratkilometer ist die Insel groß, Eis bedeckt über 90 Prozent der Fläche. Dennoch leben hier Menschen, denn Länder wie Chile, Russland und China haben auf der Insel Forschungsstationen errichtet. Zeitweise halten sich mehrere hundert Männer und Frauen auf dem Eiland im ewigen Eis auf. Versorgt werden die Antarktis-Bewohner mit Schiffen und Versorgungsflügen aus Chile. Jedenfalls bislang. Die Mitglieder der chinesischen Forschungsstation Great Wall Station können jetzt auf einen Teil der Versorgungsflüge vom Festland verzichten. Mittels eines eigenen Gewächshauses, dem ersten in der Antarktis überhaupt, können sie sich selbst mit frischem Gemüse und Kräutern versorgen. Möglich wird das unter anderem durch das Material Plexiglas Alltop von Evonik, Essen. Zwei Jahre haben die Forschungsorganisation Polar Research Institute of China und Shanghai Dushi Green Engineering, Shanghai, China, an der Konstruktion getüftelt und gearbeitet.

Material für extreme Witterungen

Ein eigenes Gewächshaus versorgt die Forscher mit frischem Gemüse, Salat und verschiedenen Kräutern. (Bildquelle: Evonik)

Ein eigenes Gewächshaus versorgt die Forscher mit frischem Gemüse, Salat und Kräutern. (Bildquelle: Evonik)

Das Problem: Zwar scheint im Südsommer auf der Köng-Georg-Insel fast den ganzen Tag über die Sonne, am Südpol selbst herrscht zu dieser Zeit 24 Stunden Sonnenschein. Doch der Eintrag von Strahlungsenergie ist selbst im antarktischen Sommer nur sehr gering. Grund dafür ist die Schiefe der Ekliptik, also die Neigung der Erdachse von 23,5 Grad zur Ebene ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Diese führt dazu, dass Sonnenstrahlen in  der Nähe des Pols nur sehr flach einfallen und entsprechend wenig Energie liefern. Damit Tomaten, Gurken und Co. gedeihen, war für den Bau des ersten Gewächshauses in der Antarktis also ein Material gefragt, das die für die Pflanzen lebenswichtigen Strahlen gut durchlässt. Denn als Faustregel im Gemüseanbau gilt: Ein Prozent mehr Licht sorgt für ein Prozent mehr Pflanzenwachstum. Außerdem ist es in der Antarktis nicht nur extrem kalt, sondern auch äußerst windig. Windstärke zehn, also schwerer Sturm, ist im ewigen Eis an der Tagesordnung. „Wir haben schon viele Gewächshäuser weltweit gebaut. Aber das Projekt in der Antarktis war für uns besonders spannend“, erklärt Weimin Wang. Er hat den Gewächshausbau in der Antarktis bei Evonik betreut. Durch seine hohe Lichtdurchlässigkeit von 91 Prozent, ermöglicht das Material den Pflanzen ausreichend natürliches Sonnenlicht zu erhalten. 16 mm dicke Stegplatten, von denen 600 m² verbaut wurden, isolieren und sind transparent für UV-Strahlung, damit die Pflanzen unter möglichst naturnahen Bedingungen wachsen können. Hinzu kommt: Das Material soll auch nach 30 Jahren nicht vergilben und so seine Lichtdurchlässigkeit bewahren.

Zweites Gewächshaus in Planung

Außerdem ist das Material windstabil. Doch das allein reicht nicht aus, um den rauen Bedingungen auf der König- Georg-Insel standzuhalten. Zusammen mit Evonik entwickelte Shanghai Dushi ein Aluminiumprofil zum Verstärken der Konstruktion, das auf die Geometrie von Plexiglas Alltop abgestimmt ist. „Nun wollen wir mit unserem Partner ein zweites Gewächshaus in der Antarktis bauen. Die Planungen laufen bereits“, erzählt Wang. Das zweite Gewächshaus soll Wissenschaftler auf einer der anderen chinesischen Forschungsstationen, die weiter im Inneren des riesigen Eiskontinents stehen, mit frischem Gemüse versorgen. Dort, wo die Temperaturen noch tiefer fallen und die Winde noch rauer wehen.

Halle/Stand 06/B28

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