Timo Richter

Timo Richter, Geschäftsführer O-Ring Prüflabor Richter (Bild: Richter)

1. Welche Lehren aus der Arbeit mit klassischen Verbrennern lassen sich für Ihre Arbeit mit Bauteilen für E-Fahrzeuge übertragen, wo betreten Sie Neuland?

Viele Bauteile mit Dichtungen bleiben auch bei den E-Fahrzeugen erhalten, bei manchen ändern sich jedoch die Anforderungen und die Beanspruchungen. So werden zum Beispiel Klimakompressoren im E-Fahrzeug nicht mehr mit Riemenantrieb sondern elektrisch betrieben und machen den Einsatz neuer Kompressoröle mit isolierenden Eigenschaften nötig. Die Verträglichkeit dieser neuen Öle mit bestehenden Dichtungswerkstoffen muss dann im Einzelfall bewertet werden.

Neuland betreten wir zum Beispiel bei der Prüfung komplexer Dichtungsgeometrien, die speziell für die dynamische Abdichtung bei den hohen Drehzahlen eines E-Motors entwickelt wurden. Hier können aufgrund filigraner Dichtungsstrukturen etablierte mechanische Prüfverfahren oft nicht mehr reproduzierbar eingesetzt werden.

2. Inwieweit können hier Erfahrungswerte Wissenslücken schließen?

Erfahrungswerte bilden bei uns immer die Grundlage für die Einführung neuer Prüf- und Analysemethoden. Unsere Erfahrung hilft uns dabei, geeignete neue Verfahren auszuwählen, das heißt auf Verfahren zu setzen die auch einen tatsächlichen Nutzen für die Anwender bringen. Im Fall der mechanischen Fertigteilprüfung an filigranen Bauteilen haben wir uns so für die Anschaffung eines speziellen Mikroindenters der Firma LNP Ludwig Nano Präzision entschieden.

3. Wie schätzen Sie die künftige Stellung der Prüflabore für das Erarbeiten von Prüfkriterien ein?

Wir beobachten schon seit einiger Zeit den Trend in der Industrie Expertenstellen abzubauen oder nicht mehr neu zu besetzen. Im Bereich der Elastomere ist aufgrund der nahezu unbegrenzten werkstofflichen Vielfalt und der damit einhergehenden Komplexität, sowie aufgrund der Vielzahl an mechanischen und analytischen Prüfmöglichkeiten eine umfassende Erfahrung unabdingbar um verlässliche Aussagen mit der nötigen Bestimmtheit treffen zu können. Aus diesem Grund sehen wir auch weiterhin einen steigenden Bedarf nach ganzheitlicher Betreuung von Elastomeranwendern, das heißt von der Definition geeigneter und qualitätsrelevanter Prüfkriterien bis hin zur Durchführung von Standard- und Spezialprüfungen und der qualifizierten Bewertung von Prüfergebnissen.

Über den Rubber & Mobility Summit

Auch in diesem Jahr hat die Redaktion der KGK und des PLASTVERARBEITER wieder ein spannendes Programm für Sie  zusammengestellt. Neben Prof. Dr. Konrad Saur von Trelleborg Sealing Solutions mit seinem Vortrag "Wie stellt man sich der Herausforderung der eMobilität ohne etablierte Lösungen?" finden sich unter den Referenten Vertreter von Vibracoustic, Dätwyler Sealing Solutions, Siliko und weitere mehr.

Alle Informationen zum Rubber & Mobility Summit 2021, der am 16. September 2021 rein digital stattfindet, finden Sie unter www.rubber-mobility-summit.com.

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