Blaues Verkehrsschild mit drei ineinander geschlossenen Pfeilen

Der ARA Circular Economy Barometer verdeutlicht, welche Bedeutung die Kreislaufwirtschaft für Unternehmen in Österreich mittlerweile einnimmt. (Bild: Matt Seymour - Unsplash)

Circular Economy Index 2022
Für Unternehmen aus Österreich wird die Kreislaufwirtschaft immer wichtiger. (Bild: ARA)

Die Altstoff Recycling Austria (Ara) betrachtete in ihrem Circular Economy Barometer die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft bei Unternehmen aus Österreich. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend pro Kreislaufwirtschaft. Bereits 2021 auf 2022 war ein Anstieg auf 50 zu verzeichnen, 2022 waren es dann 59,2, auf einer Skala von 0 bis 100.

Die Studie „Wie Circular-Economy-fit ist Österreichs Wirtschaft“, die im Auftrag der ARA von Gfk im Zeitraum 29. August bis 19. September 2022 anhand Telefoninterviews 29.08 bis 19.09.2022 (n= 150) durchgeführt wurde zeigt: Jedes zweite Unternehmen in Österreich plant in Circular Economy zu investieren. Im Vergleich zum Vorjahr nutzen demnach um 20 Prozentpunkte mehr Unternehmen die Kreislaufwirtschaft, um 10 Prozentpunkte mehr Betriebe haben bereits investiert und auch der Anteil an den jeweiligen Gesamtinvestitionen ist um 5 Prozentpunkte gestiegen.

„Kreislaufwirtschaft stärkt die Wirtschaftlichkeit von Österreichs Unternehmen. Sie ist im Begriff, von der Kür zur Pflicht zu werden. Die aktuellen Daten belegen, dass die heimische Wirtschaft Circular Economy als Chance und Notwendigkeit begriffen hat – und als Antwort auf Klima- und Rohstoffkrise“, sagt ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke.

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Warum die Kreislaufwirtschaft Krisen trotzt

Die bereits zum vierten Mal durchgeführte Erhebung bestätigt den Trend der Nachhaltigkeit bei Unternehmen. „Kreislaufwirtschaft ist im derzeitigen ökonomischen Umfeld von Inflation, Rezession, Klima- und Rohstoffkrise ein starkes und positives Gegenmittel. Wenn wir sie konsequent weiter ausbauen, überwinden wir Engpässe und nutzen wertvolle Ressourcen erneut, um daraus Sekundärrohstoffe zu erzeugen. Damit halten wir unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig und sichern zahlreiche Geschäftsfelder ab“, so Hauke. „Nachhaltigkeit gibt die Richtung vor! So hat die österreichische Wirtschaft trotz gegenwärtiger Krisen und Verunsicherungen die Circular Economy weiter auf einen neuen Höchststand vorangetrieben“, erklärt Ursula Swoboda, Managing Director GfK Austria.

Obwohl sich 63 % aller Betriebe von Krisen betroffen sehen, große (87 %) noch mehr als kleine (52 %), nutzen oder planen um 20 Prozenpunkte mehr Unternehmen als noch im letzten Jahr kreislaufwirtschaftliche Aktivitäten (85 % im Vergleich zu 65 % im Vorjahr).

„Zu den Top-Aktivitäten zählen etwa das Abfallmanagement mit der getrennten Sammlung, die Reduktion von Abfällen, die Forcierung der Wiederverwendung und der Einsatz von Recyclingmaterial bei der Produktion“, führt Swoboda weiter aus. Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern setzen zudem stark auf Nachhaltigkeitskommunikation und den Ausbau der Digitalisierung für die Kreislaufwirtschaft.

Wieviel mehr Unternehmen investieren in die Kreislaufwirtschaft?

Balkendiagramm
(Bild: ARA)

Die Anzahl der in Kreislaufwirtschaft investierenden Unternehmen hat sich binnen eines Jahres um 10 Prozentpunkte erhöht (66 % im Vergleich zu 56 % im Vorjahr), der jeweilige Anteil an den Gesamtinvestitionen ist um 5 Prozentpunkte gestiegen (von 9 % im Vorjahr auf 14 %). Die Anzahl an Unternehmen, die in Kreislaufwirtschaft investieren, steigen mit der Betriebsgröße (Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern 64 %, mit 50 und mehr 89 %). Trotz aktueller ökonomischer und geopolitischer Krisen plant der Studie zufolge jeder zweite Betrieb in Österreich in den nächsten drei Jahren in Circular Economy zu investieren. So sehen Unternehmen das Thema Kreislaufwirtschaft zunehmend als Chance (65,6 gegenüber 60,1 Punkte im Vorjahr auf einer Skala von 0 bis 100).

Wesentliche Werkzeuge stellen dabei vor allem die Reduktion von Abfällen (59 %), forcierte Wiederverwendung (59 %), Einsatz von Recyclingmaterial (52 %) und die getrennte Abfallsammlung (37 %) dar. Unternehmen wirtschaften stärker wertegetrieben Ressourcenschonung (90 %), der Beitrag für den Klimaschutz (90 %) sowie die gesellschaftliche Verantwortung (88 %) sind laut der Studie die wichtigsten Gründe für Circular Economy. Bei 81 % ist die Kreislaufwirtschaft Teil der Unternehmensstrategie, für 73 % der befragten Betriebe sind die wirtschaftlichen Einsparungen ausschlaggebend.

Die Kostendimension ist durchaus relevant, aber für Unternehmen rückt die gesellschaftliche Verantwortung verstärkt in den Fokus. Die Positionierung in Richtung Nachhaltigkeit ist trotz rückläufiger Tendenz ein wichtiges Argument und bleibt für größere Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil (75 %, im Vergleich zu 52 % bei Betrieben mit bis zu neun Mitarbeitern).

„Die durch EU-Regulatorien vorgeschriebene Transparenz bei Produkten und Dienstleistungen, etwa im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie oder dem digitalen Produktpass, sowie der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit seitens der Konsumenten führen dazu, dass Kreislaufwirtschaft für Unternehmen nicht mehr die Kür ist, sondern zur Pflicht wird“, erklärt Hauke. Gerade große Konzerne und Marken sind hier stärker gefordert als kleine Betriebe.

Welche Faktoren die Kreislaufwirtschaft derzeit noch zurückhalten

Die größten Hindernisse liegen laut der befragten Unternehmen in der teils noch sehr komplexen Gesetzgebung und Bürokratie (27 %) als auch in den zu hohen Kosten (17 %). Bewusstseinsbildung bei Konsumenten für Green Deal Für die Umsetzung des Green Deals der EU bleibt laut Umfrage die Bewusstseinsbildung bei Konsumenten für Nachhaltigkeitsthemen (80 %) der entscheidende Faktor, gefolgt von der Nutzung von Sekundärrohstoffen (79 %), günstigeren Entsorgungstarife für umweltgerechte Verpackungen (77 %), sowie Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit (72 %). Mit nächstem Jahr kommen zahlreiche Umstellungen auf Unternehmen als auch Konsumenten hinzu.

Quelle: ARA

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