Vorliebe für  knifflige Projekte

Das historische Fabrikgebäude in Dettingen, rund zwölf Kilometer nordöstlich von Reutlingen in Baden-Württemberg, sieht nicht aus wie die Zentrale eines innovativen Kunststoffverarbeiters. Doch von hier aus werden die Aktivitäten der Knauer Group gesteuert. In erster Linie werden hier anspruchsvolle Kunststoff-Verpackungen für Molkereiprodukte, Lebensmittel und Arzneimittel gefertigt. Gegründet wurde das Unternehmen 1928. Damals stellte die Firma Karl Knauer Kartonagenfabrik Versandkartonagen her. Im Laufe der Jahre hat sich die Produktion von Kartonverpackungen auf Papier-Trinkbecher und Automatenbecher aus polyethylenbeschichtetem Papier und schließlich hin zu präzisen dünnwandigen Verpackungen für Molkereiprodukte entwickelt. Auch der Firmenname hat sich gewandelt. Unter dem Dach der Knauer Holding bieten heute die drei Unternehmen Uniplast, Polylog und Uniprint ein breites Spektrum an Produkten und Leistungen.

„Wer sich beizeiten Gedanken über die Zukunft macht, muss sich nicht durch jede Krise zittern“, formuliert der CEO Karlheinz Knauer die Philosophie des Unternehmens. Was dies in der Realität bedeutet, zeigt das 2013 gebaute Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tochtergesellschaft Uniplast. „Hier können wir uns jederzeit mit unseren Kunden treffen, unabhängig von der Produktion, jedoch unter realen Bedingungen. Schließlich kann die Testphase eines neuen Produktes bis zu zwei Jahre dauern. In dieser Zeit hat der Kunde die Möglichkeit, die Entwicklung hautnah zu begleiten und jederzeit eigene Ideen einfließen zu lassen“, erläutert Geschäftsführer Guido Pöhls. Dort stehen auch eine Spritzgießmaschine Synergy mit 2.000 kN Schließkraft von Netstal sowie einer der neuesten Multiflex-Roboter.

Wirtschaftlich und energieeffizient produzieren

Uniplast hat eine besondere Vorliebe für knifflige Projekte und Spezialaufträge. Auf insgesamt 49 Spritzgießmaschinen, davon 46 Stück von Netstal, und zehn Tiefziehmaschinen produziert man mehr als 350 verschiedene Becherformen. Jährlich verlassen 1 Mrd. gespritzte Kunststoff-Teile und 3 Mrd. Tiefzieh-Teile die Werke in Dettingen und Bad Laasphe. Die rund 600 Mitarbeiter arbeiten im Dreischicht-Betrieb. Der jährliche Umsatz liegt bei 90 Mio. EUR. Die Liste der bekanntesten Abnehmer liest sich wie das Who-is-Who der Lebensmittelindustrie. „Deswegen ist es für uns besonders wichtig, in kürzester Zeit den maximalen Ausstoß bei gleichzeitig höchster Qualität zu erreichen“, so der Uniplast-Geschäftsführer Guido Pöhls. Auch den Trend zur wirtschaftlichen und energieeffizienten Produktion setzt das Unternehmen konsequent um.

Aus diesem Grund hat man sieben Systeme der Evos-Baureihe von Netstal, Näfels, Schweiz, bestellt. Am Standort Dettingen sind bereits fünf dieser Maschinen mit der energieoptimierten Antriebseinheit Eco Powerunit im Einsatz und fertigen dünnwandige In-Mold-Labelling-Verpackungen teils in Etagenform. Die hybride Antriebseinheit hat einen hohen energetischen Wirkungsgrad. Im Vergleich zu konventionellen hydraulischen Spritzgießmaschinen kann somit bis zu 30 Prozent Energie eingespart werden. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz von hydraulischen Antriebskomponenten in Kombination mit einem drehzahlvariablen Synchronmotor, so dass die Antriebsleistung jederzeit dem Bedarf des aktuellen Produktionszyklus anpassbar ist. Die erste Netstal-Maschine wurde bereits 1968 installiert. Seither ergänzten zahlreiche Maschinen vom Typ Neomat, HP, Synergy und Evos den Maschinenpark.

Zur hohen Zuverlässigkeit trägt auch eine ausgefeilte Qualitätssicherung bei. Die meist aus Polypropylen gefertigten Becher und Deckel durchlaufen eine vollautomatische, optische Kontrolle. Der hohe Automationsgrad in der Fertigung sowie die maximale Verfügbarkeit der Spritzgießmaschinen ermöglichen dann auch extrem kurzen Lieferzeiten, für das Unternehmen bekannt ist. „Das ist für uns ein Pluspunkt der für die Netstal-Maschinen spricht“, betont Pöhls.

Fundament für den Erfolg

Eine wirtschaftliche und energieeffiziente Produktion beinhaltet aber auch das Recycling. Die Tochterfirma Polylog bewerkstelligt jährlich bis zu 2.000 Tonnen Material. So werden die sortenreinen Restmengen an extrudierten Folien aus der eigenen Produktion intern direkt wieder zu neuen Folien verarbeitet. Nicht sortenreine, sprich bedruckte, Folienreste werden automatisch gesammelt, geschreddert, wieder aufbereitet und schließlich verkauft an Spritzgießer, die daraus Pflanztöpfe oder andere Einwegartikel herstellen. Somit ist ein minimaler Materialeinsatz sichergestellt, und Restmengen werden optimal verwertet. Bereits 2007 übernahm die Gruppe eine UV-Flexodruckerei in Aichstetten im Allgäu.

Unter der Firmierung Uniprint Knauer bedruckt sie heute Aluminium, Papier und Folie auf drei UV-Flexo-Druckmaschinen und einer weltweit einzigartigen Wetflex-Maschine. Die bedruckten Materialien dienen später als Becherdeckel oder Etiketten ebenso wie als Label für das In-Mold-Labelling- oder das Tiefziehverfahren der Becherherstellung. Die Knauer Group hat Weichen gestellt und ist voller Zuversicht. „Wir entwickeln Innovationen, die das Fundament für unsere Zukunft und für den Erfolg unserer Kunden sind“, sagt Guido Pöhls.

 

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