Eine rote und schwarze Trendkurve. Dahinter ein Mensch mit Anzug (nur Oberkörper zu sehen).

(Bild: Photo-K – Fotolia.com)

Produktionswert auf 62 Mrd. Euro gestiegen

2021 stieg der Produktionswert der Kunststoffwaren um 12,5 % auf 62 Mrd. Euro. Allerdings war er im Vorjahr um 5,1 % gesunken. Der Anstieg erklärt sich deshalb zu einem großen Teil als Wiederaufschließen zum alten Produktionsniveau. Ein anderer Teil ist inflationsbedingt, und nur ein vergleichsweise geringer Rest wirkliche Produktionssteigerung. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Gewichte zwischen den beiden großen Produktbereichen Halbzeug (Rohre, Profile, Platten, Folien) und Technischen Teilen/Konsumwaren weiter zugunsten der erstgenannten verschoben.

Tortendiagramm.
(Bild: Destatis)

Vorjahresrückgang ausgeglichen

Mit 62 Mrd. Euro konnte der Produktionswert erstmals die Marke von 60 Mrd. überspringen. Im letzten Wachstumsjahr vor der Rezession, 2018, verfehlte man diese Schwelle noch um 800 Mio. Euro. Real liegt die Produktion von Kunststoffwaren etwas über 2 % unter dem Niveau von 2018. Das reale Plus von 6,2 % im letzten Jahr hat gerade ausgereicht, das Minus aus dem Pandemiejahr 2020 auszugleichen, der Rückgang von 2019 muss erst noch in Zukunft aufgeholt werden. Im Vergleich zum Nachkrisenjahr 2010 liegt der Produktionswert derzeit 28 %, die reale Produktion um knapp 25 % höher.

Balkendiagram mit blauen und orangenen Balken.
(Bild: Destatis)

Konjunktur kippt wieder im letzten Quartal

Nach neun Quartalen Minus, inklusive des Lockdown-Einbruchs im zweiten Quartal 2020 mit Nachhall im Folgequartal, konnte die Produktion ab viertem Quartal 2020 wieder zulegen. Die Erholung dauerte aber nur ein Jahr. Für das letzte Quartal 2021 müssen wir wieder einen Produktionsrückgang um 4 % vermelden, auch wenn die Produktionswerte weiter klettern. Der reale Rückgang ist vor allem auf Produktionseinschränkungen zurückzuführen, wie in der Autoindustrie und im Maschinenbau, bedingt durch Knappheit bei Rohstoffen und Zulieferteilen.

Diagramm mit Balken und Kurve.
(Bild: Destatis)

Erholung auf breiter Front – und Erzeugerpreisexplosion

In der Jahresbilanz nach Produktsegmenten zeigt sich, dass die Erholung des Jahres 2021 alle Bereiche erfasst hatte. Allerdings mit bemerkenswerten Unterschieden, und durchweg haben wir es mit mehr Schein als Sein zu tun. Die realen Produktionssteigerungen reichen von knapp 9 % bei Halbzeugen bis lediglich 0,5 % bei Verpackungen. Die Produktionswerte wachsen in der Regel mindestens doppelt so schnell wie die reale Produktion, bei Verpackungen sogar um ein Vielfaches der realen Zunahme. Dahinter stehen Rohstoffpreisinflation und explodierende Energiekosten.

Diagramm mit horizontalen Balken in Rot und Schwarz.
(Bild: Destatis)

Nur Frühjahr und Sommer ungetrübt

Ab viertem Quartal 2020 schwenkte die Branche auf Wachstumskurs, ausgenommen die Verpackungen. Diese schrieben noch bis ins erste Quartal 2021 eine rote Null. Im Frühjahrs- und Sommerquartal sehen wir dann überall starke Pluszeichen. Im vierten Quartal schwächt sich das Plus ab, real dürften die meisten Segmente wieder stagnieren oder sogar im Minus sein. Technische Teile und Konsumwaren sind sogar nominal wieder im Rückwärtsgang, das reale Minus dürfte hier sogar zweistellig ausfallen. Die Konjunkturdelle hat sich im ersten Quartal 2022 vermutlich weiter fortgesetzt.

Diagramm mit horizontalen Balken.
(Bild: Destatis)

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