„Neue, kleine und preisgünstige Maschinen liegen im Bereich der generativen Fertigungsverfahren ebenso im Trend wie Materialien mit Nanoteilchenbeimischungen. Diese sorgen für höhere Festigkeiten bezüglich Wärme und Abrieb.“

Mit diesen Worten beschreibt Prof. Dr. Andreas Gebhardt von der Fachhochschule Aachen zwei wichtige Tendenzen einer Technologie, die sich nach zwanzig Jahren in immer mehr Wirtschaftszweigen durchsetzt. Von dieser Markteroberung profitierte auch die 6. Fachmesse Rapid.Tech in Erfurt. Mit 300 Tagungsteilnehmern, 1000 Besuchern und 59 Ausstellern, darunter zehn Unternehmen aus Thüringen, verzeichnete die Messe Erfurt das bis dato beste Ergebnis für diese kleine Kongressmesse.

Im Fokus stehen nach wie vor die technische Machbarkeit und Finanzierbarkeit. Innerhalb der Zahntechnik beweist sich die generative Technik, weil hier die Prozesskette geschlossen ist und somit die Infrastruktur stimmt: Vom Gebissabdruck beim Zahnarzt, über das Einscannen, die Datenerstellung bis hin zum Modellbau und dem Gießen und Bearbeiten des Implantats fügen sich die Prozesse lückenlos zusammen. Deshalb organisierten die Veranstalter in diesem Jahr einen Fachkongress speziell zum Thema Zahntechnik. Auch in der Sonderschau Medizintechnik zeigte sich die Eignung der Verfahren für individuelle, komplexe Geometrien: Schablonen für Gelenke werden bereits heute aus den Daten der Computertomografie erzeugt und mittels generativer Verfahren hergestellt.

Innovative Ideen steuerten ebenso die Teilnehmer des Student Design Award for Rapid Manufacturing bei. Als Sieger dieses von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen bereits zum dritten Mal vergebenen Preises ging Peter Böckel von der Hochschule Coburg mit der Neuinterpretation eines musikalischen Blasinstruments hervor. Den Sonderpreis – den BMW Group Gina Design Award – sicherten sich die Studenten der Bauhaus-Universität Weimar, Max Klimke, Achim Meran und Stefan Trebbin von der Firma SXPCK, mit einer Solarskulptur in Form eines Grashalms, der als Straßenleuchte dient.

Die nächste Rapid.Tech findet vom 18. bis 19. Mai 2010 statt. Dabei könnte, so die Veranstalter, dem Thema Schmuckdesign eventuell mehr Raum gegeben werden. Einzelne individuelle Schmuckstücke waren bereits diesmal zu sehen. Neben dem Londoner Designer Lionel T Dean stellten auch Studenten verschiedener Hochschulen ihre Werke aus.

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