Kunststoffverpackungen

Kunststoffverpackungen mithilfe digitaler Wasserzeichen besser sortieren: Erste Ergebnisse sind mehr als vielversprechend. (Bild: AIM)

Das Vorhaben HolyGrail 2.0 für sortenreines Sortieren von Kunststoffverpackungen mittels digitaler Wasserzeichen wird unter der Schirmherrschaft des Europäischen Markenverbands AIM vorangetrieben und vom der Alliance to End Plastic Waste unterstützt.

Bei kürzlich abgeschlossenen halbindustriellen Versuchen hat die Technologie des Partnerunternehmens Digimarc bei allen getesteten Kategorien von Kunststoffverpackungsmaterial unter Bedingungen, die dem industriellen Routinebetrieb entsprechen, außergewöhnlich gut abgeschnitten. Demnach lag die durchschnittliche Erkennungsrate bei 99 %. Selbst unter härteren Bedingungen - mit höherer Bandgeschwindigkeit und starker Verschmutzung und Zerkleinerung - blieben die digitalen Wasserzeichen voll funktionsfähig.

Zu den Unterstützern der Initiative gehören unter anderem Unternehmen wie die BASF, Henkel oder auch Arburg.

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Erkennungseinheit
Die Pellenc ST und Digimarc entwickelte Erkennungseinheit ist nun bereit für Pilotversuche im industriellen Maßstab, die noch in diesem Jahr starten sollen. (Bild: AIM)

Das Recyceln und Wiederverwerten von Kunststoffen in Verbraucherverpackungen wird immer wichtiger, die Bemühungen in diesem Bereich nehmen zu. Jedoch besteht ein dringender Bedarf an einer genauen und zuverlässigen automatischen Kennzeichnung zur Klassifizierung und Sortierung verschiedener Verpackungsmaterialien während des Recyclingprozesses, die auch unter schwierigsten Bedingungen in großem Maßstab nützlich ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit der digitalen Wasserzeichentechnologie eine genauere Sortierung von Verpackungsabfällen in großem Maßstab erreicht werden kann, wie beispielsweise die Entwicklung getrennter Lebensmittel- und anderer neuer PCR-Ströme, die es derzeit nicht gibt (Kosmetik- oder Waschmittelanwendungen). Dies würde neue Recyclingströme erschließen, die Grenzen der derzeitigen Nahinfrarot-Sortiertechnologien (NIR) überwinden und eine echte Kreislaufwirtschaft für Verpackungen fördern.

Erkennungsquote der digitalen Wasserzeichen
(Bild: AIM)

Die gleichbleibend hohen Ergebnisse für alle getesteten Kategorien von Kunststoffverpackungsmaterial mit einer durchschnittlichen Erkennungsrate von 99 %, einer Ausschleusungsrate von 95 % und einer Reinheitsrate von 95 % belegen die Funktion eines ersten Prototypen. Die von dem Maschinenhersteller Pellenc ST und dem Anbieter digitaler Wasserzeichentechnologie Digimarc entwickelte Erkennungseinheit ist nun bereit für Pilotversuche im industriellen Maßstab, die noch in diesem Jahr beginnen sollen.

"Der Abschluss der halbindustriellen Versuche ist ein sehr wichtiger Meilenstein in der HolyGrail 2.0-Initiative. Wir sind der Verwirklichung einer intelligenten Mülltrennung durch digitale Wasserzeichen einen Schritt nähergekommen", sagt Jacob Duer, Präsident und CEO der Alliance to End Plastic Waste. "Das HolyGrail-Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie engagierte Unternehmen, die sich für ein klares Ziel zusammenschließen, die Entwicklung neuer Lösungen beschleunigen können. Während wir in die nächste Phase der Marktdemonstration eintreten, ermutigen wir weitere Unternehmen und Partner, sich uns bei der Ausweitung der Tests und der Einführung anzuschließen."

Quellen: AIM, Digimarc

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