Auf dem Stand der Hahn Group gab es neben dem Mobile.Expo Truck wieder vielfältige Produkte der Tochterunternehmen zu sehen.

Auf dem Stand der Hahn Group gab es neben dem Mobile.Expo Truck wieder vielfältige Produkte der Tochterunternehmen zu sehen. (Bild: Redaktion)

Im Bereich der Automatisierungs- und Robotersysteme ist die Hahn Group breit aufgestellt. Die Fakuma bot dem Unternehmensnetzwerk den idealen Rahmen, neue, innovative Technologie zu präsentieren. Was in diesem Jahr sofort ins Auge fiel, war der Mobile.Expo Truck. Er war Teil der europäischen Roadshow, bei der über 13 Standorte in 5 europäischen Ländern angefahren wurden. Im Truck-Inneren waren ausgewählte Automatisierungs- und Robotersysteme aus dem Unternehmensnetzwerk zu sehen und auszuprobieren. Darunter digitale Systeme wie Eve Support als Fernwartungssystem von Hahn Digital oder Virtual Commissioning zur virtuellen Planung und Inbetriebnahme von Anlagen. Und die weiteren Tochterunternehmen?

Smartes Anlagenkonzept für Medizinprodukte

Waldorf Technik demonstrierte sein Know-how im Bereich der Medizintechnik anhand des Anlagenkonzeptes Vario Tip. Ausgelegt auf die Herstellung medizinischer und diagnostische Verbrauchsprodukter, wie Pipettenspitzen , Küvetten oder Reagenzgefäße, übernimmt die Automationsanlage sämtliche Grundfunktionen wie Entnahme, Übergabe, Rastern, Puffern und Befüllen. Bis zu 128 Kavitäten sind damit handhabbar, bei Zykluszeiten bis zu 3,8 s. Alles inklusive Kameraprüfungen, kavitätensortiertem Austausch von Schlechtteilen/Fehlteilen, Filtermontage und anwenderspezifischer Verpackung der fertigen Teile. Am Messestand von Sumitomo Demag präsentierte das Unternehmen außerdem die Weiterentwicklung in Form der Vario Tip FSS (Floor Space Saving). Im Zusammenspiel mit einer Spritzgießmaschine vom Typ Intelect S 100/460-250 konnten Interessierte  eine vollautomatisierte Produktionszelle inspizieren, auf der Verschlusskappen für Insulinspritzen auf einem 16-fach-Werkzeug mit einer Gesamtzykluszeit von 6 s gefertigt wurden.

Flinke Helfer für die Handhabung und mehr

Bei Wemo Automation lag der Fokus auf kosteneffizienten und schnelllaufenden Handhabungslösungen rund um die Spritzgießmaschine. Dazu kooperiert der für seine Linear­roboter bekannte Hersteller mit ABB Robotics. So werden  6-achsige Industrieroboter des Schweizer Robotherstellers im eigenen Produktportfolios angeboten. Die ABB + Wemo-Hand-in-Hand-Konzepte sind platzsparende und flexible Lösungen, um Roboter für die Kunststoffindustrie einzusetzen. Bereits im Vorfeld kündigte man an, in die Division Robotics der Hahn Group zu rücken. So wird soll das Know-how in den Bereichen linearer, kollaborativer und mobiler Robotik gebündelt werden.

Linearroboter von Wemo.
Linearroboter von Wemo. (Bild: Redaktion)

Wachsende Roboter-Familie

Im Bereich der Linearroboter ist auch Wittmann sehr präsent am Markt. In Friedrichshafen hatten Interessierte die Gelegenheit, die zahlreichen Handhabungslösungen in Bewegung zu verfolgen. Etwa die neue Sonic-Baureihe, die in neuem Design und moderner R9-Robotsteuerung daherkommt. Komplett neu ist hier der Sonic 108 für den Einsatz auf kleinen Spritzgießmaschinen mit Schließkräften ab 50 t. Im Gegensatz zu den größeren Pendants der Baureihe ist dieser mit einer feststehenden Entformachse ausgestattet. Bei aktiver Entformhubbewegung über dem Werkzeugarbeitsraum werden keine Achselemente in Richtung des Spritzaggregats verschoben, was die Einhausung speziell im Bereich hinter der fixen Maschinenaufspannplatte erleichtert. Für Schnellstentnahmen bei Verpackungs- und Pick-&-Place-Anwendungen optimiert, erreicht er Zykluszeiten von unter 4 s. Bei einer In/Out-Zeit von weniger als 0,9 s.

Auch der überarbeitete WX153 Roboter war präsent. Er ist für Spritzgießmaschien mit Schließkräften von 500 bis 1.300 t ausgelegt. Das System basiert auf einem kartesischen Achsenaufbau mit einer beweglichen X-Achse als Entformachse. Am Ende der Vertikalachse können pro Roboter drei Zusatzachsen angebracht werden, die den Entnahmegreifer bewegen. Auch sogenannte Tandem-Lösungen sind möglich, zwei auf dem Hauptträger agierende Verfahreinheiten.

Erstmals zu sehen waren auch die neue A-C-Servoachse für die Roboter-Baureihen W918 bis W922. Die B-Servoachse dreht sich hier in einem Bereich von 0 bis 270° um die vertikale Y-Achse. Bei Kleingeräten wird bisher eine Kombination mit zusätzlicher C-Servoachse angeboten. Die Schwenkbewegung ist hier 0 bis 180° um die horizontale Z-Achse. Ebenfalls neu: Roboter der WX-Serie können nun mit drei zusätzlichen Servo-Rotationsachsen (A-, B- und C-Servo) ausgestattet werden. Somit sind synchronisierte 6-Achs- oder weniger Achsbewegungen programmierbar. Mittels R9-Robotersteuerung lassen sich die Geschwindigkeiten der einzelen zueinander synchronisierenden Achsen automatisch aufeinander abstimmen. Alle Bewegungen (rotatorische und translatorische) werden so gleichzeitig beendet.

Servo-Rotationsachsen von Wittmann während der Demo-Vorführung auf dem Messestand.
Servo-Rotationsachsen von Wittmann während der Demo-Vorführung auf dem Messestand. (Bild: Redaktion)

Handhabung breit gestreut

Insgesamt 11 Roboter zeigte der französische Robothersteller Sepro, La Roche-sur-Yon. Auf dem eigenen Messestand präsentierte der Hersteller auf insgesamt zwei Spritzgießmaschinen des Herstellers Sumitomo-Demag seine Roboterlösungen. Eine davon: Eine Spritzgießmaschine mit 1.300 kN Schließkraft, auf der Grundplatten für einen Automobil-Schalthebel gefertigt wurden. Die Werkzeugentnahme dieser Teile übernahm ein SDR 11-Roboter, dem Sumitomo-Demag-Pendant zum Sepro Success 11. Des Weiteren konnte der geneigte Fachbesucher dem kleinsten Roboter der Success-Baureihe, dem Success 5, über die Schulter schauen. Er war auf einer elektrischen Haitian Zeres 60T montiert. Sepros neuer 5-Achs-Roboter S5-25 MED, ausgelegt für medizinische Anwendungen, handhabte am Messestand ein medizinisches Bauteil des Schweizer Spritzgießers Fischer Söhne. Ein Success 22X bewegte einen Kühlergrill der 2er-Reihe von BMW, 3-Achs-Roboter, ein Success 11 hantierte Radkappenlogos des Autobauers VW, ein S5 Picker, ein servomotorisch angetriebener 3-Achs-Angusspicker konnte bei der simulierten Entnahme von Angüssen beobachtet werden. Und auch ein 6X-140, ein kleiner 6-Achs-Knickarmroboter, der in Zusammenarbeit mit Yaskawa Motoman hergestellt wird, war bei der Handhabung einer Stoßstange zu sehen.

Auch bei Sepro war viel los. Zahlreiche Robotermodelle waren hier in unterschiedlichen Anwendungen in Aktion zu erleben.
Auch bei Sepro war viel los. Zahlreiche Robotermodelle waren hier in unterschiedlichen Anwendungen in Aktion zu erleben. (Bild: Redaktion)

Roboter Horst hat alles im Griff

Und auch von Nonnenmann aus dem Baden-Württembergischen Winterbach gab es Neues zu berichten. Normalien, Formenbau, Prüftechnik: Das Unternehmen hat bereits ein sehr diversifiziertes Produktportfolio. Fast zeitgleich mit Start der Fakuma hatte man nun ein weiteres Geschäftsfeld bekannt gegeben. Die Automatisierungstechnik. Kern dieses neuen Bereichs bildet dabei der 6-Achs-Industrieroboter Horst des Herstellers Fruitcore Robotics aus Konstanz. „Horst“ steht für Highly-Optimized-Robotic-Systems-Technology und ist die Mischung eines herkömmlichen Industrieroboters und Cobots. Besonders für KMU sowie Einsteiger ist Horst eine kosteneffiziente Alternative als Einstiegslösung in die Industrie 4.0. Unkompliziert in der Programmierung und der Einrichtung: Sensoren lassen sich hier einfach nachrüsten. Sechs Haupt- und Drehachsen (X, Y, Z und A, B, C) mitsamt Schutzart IP 54 sind vorhanden.

Das Unternehmen bietet die smarten Helfer in drei Größen an. Sie unterscheiden sich in puncto Traglast und Reichweite. Der größte Vertreter kann dabei bis zu 10 kg heben, bei einer Reichweite von 1.400 mm. Eingesetzt werden können sie etwa für die Werkstück- oder Bauteilhandhabung aus der Spritzgießmaschine oder auch zur Werkstückprüfung. Unterstützt werden Anwender auch bei der Projektierung von Automatisierungsvorhaben sowie bei der Erstinbetriebnahme. Der Normalien- und Werkzeugspezialist hatte auch sein flexibles und universell einsetzbares Leichtbau-Vakuum-Greifersystem aus Kunststoff im Gepäck. Im Vergleich zu Systemen aus Aluminium wird hier 50 % an Eigengewicht eingespart. Anwendungsspezifisch lassen sich nach dem Baukastensystem Greifer unkompliziert zusammenstellen. Über 150 Einzelteile sind vorhanden. Beim Material setzt man auf PA6 bzw. PA6.6 mit 30 bis 50 % Glasfaseranteil. Die Bauteile sind dauerhaft hitzebeständig bis 100 °C, wobei kurzfristig auch bis zu 180°C möglich sind. Das Greifersystem ist mit den meisten am Markt gängigen Systemen kombinierbar. Bereits vorhandene Systeme lassen sich mit Adapterplatten und den darauf vormontierten Endeffektoren und Greifern erweitern.

Am Messestand von Nonnenmann demonstrierte „Horst“ seine Fähigkeiten.
Am Messestand von Nonnenmann demonstrierte „Horst“ seine Fähigkeiten. (Bild: Redaktion)

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