Lanxess-Standort Krefeld-Uerdingen

Mit 50 Mio. Euro stellt die Produktionsanlage für nachhaltige Hochleistungs-Kunststoffe am Lanxess-Standort Krefeld-Uerdingen die größte Einzelinvestition des nun abgeschlossenen Investitionsgebiets über insgesamt 130 Mio. Euro dar. (Bild: Lanxess)

Die Produktionsanlage in Krefeld stellt dabei eines der größten Einzelprojekte des Pakets dar und wurde am 28.04.2022 vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst und dem Lanxess-Vorstandsvorsitzenden Matthias Zachert nun feierlich eingeweiht.

Für die Anlage hat Lanxess rund 50 Mio. Euro investiert und damit 25 neue Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem hat der Konzern Betriebe für chemische Zwischenprodukte und Desinfektionsmittel ausgebaut.

Nachhaltige Kunststoffe aus Krefeld-Uerdingen

Lanxess stellt auf der neuen Compoundier-Anlage in Krefeld-Uerdingen technische Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan her, die insbesondere in der Automobilbranche sowie der Elektro- und Elektronikindustrie zum Einsatz kommen. Vor allem die Elektromobilität ist ein wachsendes Anwendungsfeld für die Materialien des Geschäftsbereichs High Performance Materials. Sie werden dort vor allem für Karosserien, Batteriegehäuse und die Ladeinfrastruktur verwendet.

Auch ein neuer Hochleistungs-Kunststoff von Lanxess, der zu 92 % aus nachhaltigen Rohstoffen besteht, wird hier produziert. Entwickelt wurde das Produkt der neuen „Scopeblue“-Reihe von Lanxess in Dormagen. Bei der Produktion des Kunststoffs nutzt das Chemieunternehmen „grünes“ Cyclohexan aus nachhaltigen Quellen wie Rapsöl oder anderer Biomasse als Rohstoff. Verstärkt wird er mit 60 Gewichtsprozent Glasfasern, die aus industriellen Glasabfällen recycelt werden. Die alternativen Rohstoffe sind mit den jeweiligen Materialien fossilen Ursprungs chemisch identisch. Der Kunststoff hat daher dieselben Eigenschaften wie sein Pendant aus fossilen Rohstoffen.
Lanxess betreibt in Krefeld-Uerdingen bereits eine Polymerisations- sowie eine weitere Compoundier-Anlage für Hochleistungs-Kunststoffe. Die Anlage ist so ausgelegt, dass der Spezialchemie-Konzern sie in den kommenden Jahren bedarfsgerecht ausbauen kann.

Ausbau bei Desinfektionswirkstoffen und Zwischenprodukten

Rund 80 Mio. Euro hat Lanxess in den Ausbau der Hydrieranlage des Geschäftsbereichs Advanced Industrial Intermediates investiert. Dort entstehen verschiedene chemische Zwischenprodukte, die insbesondere in Kunststoffen, Arzneimitteln, Farbstoffen und Lacken zum Einsatz kommen.

Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage nach Desinfektionsmitteln hat Lanxess zudem seine Produktionskapazität für den Wirkstoff Preventol CMK (Chlorkresol) um rund 50 % ausgebaut. Dafür hat der Spezialchemie-Konzern einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag investiert.

Der Geschäftsbereich Material Protection Products vertreibt Preventol CMK unter anderem als registrierten Wirkstoff für Desinfektion und setzt ihn in den eigenen Formulierungen der Marken Preventol und Virkon ein. Ein stark wachsendes Anwendungsgebiet sind Desinfektionsmittel im Tier- und Humanbereich. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist in den vergangenen Jahren unter anderem aufgrund der Afrikanischen Schweinepest, der Vogelgrippe und der Corona-Pandemie deutlich gestiegen.

„Das Investitionspaket zeigt deutlich: Unser Herz schlägt in und für Nordrhein-Westfalen. Wir beweisen, dass innovative Chemieproduktion mit zukunftsweisenden Produkten hier wettbewerbsfähig möglich ist“, erklärt Matthias Zachert. „Wir danken der NRW-Landesregierung für die Unterstützung und hoffen, dass sie ihren investitionsfreundlichen Kurs fortsetzt. Nur so können wir Wachstumsprojekte trotz derzeit großer Herausforderungen auch künftig wirtschaftlich darstellen.“

Chemieindustrie Schlüsselbranche für Klimaneutralität

Ministerpräsident Wüst kommentiert: „Die Chemieindustrie ist eine Schlüsselbranche in unserem Land, um die Herausforderungen der Transformation hin zur Klimaneutralität zu bewältigen und gleichzeitig sichere und gute Industriearbeitsplätze zu schaffen. Das beweist Lanxess eindrucksvoll mit der neuen Produktionsanlage für nachhaltige Kunststoffe, die beispielsweise für die Mobilität der Zukunft eingesetzt werden. Krisenfeste Arbeitsplätze sind das Gebot der Zeit – dafür macht sich die Landesregierung stark. Dafür müssen wir auch die Energieversorgung für die Industrieregion Nordrhein-Westfalen sichern. Die Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine auf die Unternehmen hier vor Ort müssen abgefedert werden, ein Produktionsstillstand aufgrund von Gasknappheit oder eines dauerhaften Lieferstopps hätte weitreichende Folgen, gerade für die energieintensive Chemieindustrie. Deshalb müssen wir die Abhängigkeit von russischem Gas so schnell wie möglich reduzieren, die richtigen Rahmenbedingungen setzen und die Unternehmen bei den anstehenden Transformationsprozessen eng begleiten. Wir müssen jetzt in die Sicherheit unserer Energieversorgung und in die Krisenfestigkeit unserer Schlüsselindustrien investieren. Denn unser Ziel bleibt, Nordrhein-Westfalen zum modernsten und klimafreundlichsten Industriestandort Europas zu machen.“

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