Markt

| von Redaktion

Jahreswirtschaftspressekonferenz des GKV

Kunststoffverarbeitung in Deutschland verbucht Umsatzrückgang 2019

Der Umsatz der kunststoffverarbeitenden Industrie in Deutschland ist im Jahr 2029 um 1,2 Prozent auf 65,1 Mrd. Euro zurückgegangen. Die größten Rückgänge verzeichneten die Betriebe dabei im Branchensegment Technische Teile. Dies gab der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) auf seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz am Aschermittwoch bekannt.

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GKV-Präsident Roland Roth (Bildquelle: GKV)

UmsatzMenge

Die stärksten Umsatzrückgänge verzeichneten die Kuntstoffverarbeiter im Branchensegment Technische Teile. (Bildquelle: GKV)

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland etwa 14,6 Mio. Tonnen Kunststoffe verarbeitet. Der Mengenrückgang gegenüber 2018 betrug somit ebenfalls 1,2 %. Wenig verwunderlich hat sich auch die Ertragslage der Branche verschlechtert. In der jährlich durchgeführten Umfrage unter den GKV-Mitgliedsfirmen berichteten 39 % (und damit die Mehrheit) der Unternehmen von sinkenden Gewinnen im Jahr 2019. Bei immerhin 33 % blieben die Gewinne stabil, 28 % konnten die Erträge sogar verbessern. Die Anzahl der Beschäftigten blieb unterdessen auf einem hohen Niveau. Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland beschäftigte 2019 etwa 336.000 Mitarbeiter. Allerdings ist die Anzahl der Betriebe, die Personal abbauten, gemäß der Branchenumfrage deutlich gestiegen –  von 7 % im Jahr 2018 auf 23 % im Jahr 2019. Gleichzeitig vermeldeten 25 % eine Erweiterung und 52 % eine Beibehaltung ihres Personalbestandes. Ungeachtet des konjunkturellen Rückgangs hat die Branche auch 2019 noch kräftig investiert: 46 % der Unternehmen steigerten ihre Investitionen, nur 14 % schraubten sie zurück.

Öffentliche Debatte hat Auswirkungen aufs Geschäft

Debatte

In der Branchenumfage beschrieben die Unternehmen die Auswirkungen der öffentlichen Kunststoff-Debatte. (Bildquelle: GKV)

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden aktuelle Herausforderungen der Branche und ihrer Segmente analysiert. Das Jahr 2019 war zum einen geprägt von einer breiten und teilweise äußerst emotional geführten Debatte über Kunststoffe und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Zum anderen wirkt sich die aktuell schwierige Wirtschaftslage wichtiger Kundenindustrien der Kunststoffverarbeiter, unter anderem der Automobilindustrie und des Maschinenbaus, auf die Konjunktur und das Geschäftsklima des Industriezweigs aus.

GKV-Präsident Roland Roth sagte dazu: „Das Geschäftsklima in unserer Branche ist infolge der öffentlichen Debatte über Kunststoffe zwischen Zuversicht und Unsicherheit zweigeteilt. Einerseits bieten Kunststoffprodukte die Lösung für vielfältige Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere tragen sie zum klimaverträglichen Leben und zur Vermeidung von Ressourcenverschwendung bei. Andererseits führen widersprüchliche Signale aus Gesellschaft und Politik aktuell zu Unsicherheit und zur Zurückhaltung von Investitionen.“ Die Zukunft sieht die Branche in einer nachhaltigen Ressourcen- und Kreis­laufwirtschaft mit Kunststoffen, deren Kernelemente der Branchenverband in einem Positionspapier skizziert.

Seitwärtsbewegung im laufenden Jahr erwartet

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GKV-Präsident Roland Roth (Bildquelle: GKV)

Für das Jahr 2020 erwartet die Branche vor dem Hintergrund der allgemeinen Wirtschaftslage eine Seitwärtsbewegung. Jeweils 38 % der befragten Unternehmen rechnen mit einem steigenden beziehungsweise einem gleichbleibenden Umsatz, 24 % sehen sich 2020 mit sinkenden Erlösen konfrontiert. Eine ähnlich ambivalente Erwartungshaltung besteht in Hinblick auf die Ertragslage. Jeweils 26 % der Unternehmen rechnen mit sinkenden beziehungsweise steigenden Gewinnen. Immerhin 23 % wollen 2020 ihre Investitionen steigern, 32 % planen, weniger zu investieren.

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