Ein Schreibtisch mit Mikroskop und Phiolen darauf

Die Uni Kassel betreibt ein gemeinsames Projekt mit Munditia Technologies. (Bild: Dalle 3 / OpenAI)

Die zugrundeliegende Technologie zur Herstellung antimikrobieller Oberflächen wird bereits in Farben und Lacken oder in Sprays erfolgreich eingesetzt. Voruntersuchungen zeigen vielversprechende Ergebnisse zur Einbringung des biozidfreien Füllstoffs in Kunststoffe.

Seit der CoVid19-Pandemie von 2020 bis 2022 hat sich die Entwicklung antimikrobieller Kunststoffe rasant entwickelt. Kunststoffprodukte mit antimikrobiellen Oberflächen werden vielfach in der Lebensmittelindustrie, in Consumer-Produkten, in der Medizintechnik und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Die Verbreitung ist jedoch noch nicht marktübergreifend. Dies ist durch diverse Nachteile bislang eingesetzter Technologien begründet. So werden für die Produktion antimikrobieller Kunststoffoberflächen umweltbedenkliche Biozide wie etwa Silberionen, Kupferverbindungen oder andere chemische Substanzen verwendet, die zudem in der Regel sehr teuer sind. Darüber hinaus verlieren diese Oberflächen nach einiger Zeit ihre Wirkung, beziehungsweise Mikroorganismen entwickeln Resistenzen.

Alles zum Thema Biokunststoffe

Eine Hand reißt einen Papierstreifen weg. Darunter steht das Wort "Biokunststoff"
Wissenswertes über Biokunststoffe finden Sie in unserem Übersichtsartikel. (Bild: thingamajiggs - stock.adobe.com)

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Zukunft müssen verschiedenste Rädchen ineinander greifen. Doch wie schaffen wir es, die Dekarbonisierung unserer Gesellschaft umzusetzen? Biokunststoffe sind ein wichtiger Hebel um diesem Ziel näher zu kommen. Doch was wird unter einem Biokunststoff eigentlich verstanden? Wo werden diese bereits eingesetzt? Und ist "Bio" wirklich gleich "Bio"? Wir geben die Antworten. Alles, was Sie zu dem Thema wissen sollten, erfahren Sie hier.

Welches Ziel verfolgen die Kooperationspartner?

Ziel des Projekts „Desiku – Selbstdesinfizierende antimikrobielle Kunststoffoberflächen ohne Biozide (biozidfrei)“ ist die Entwicklung einer dauerhaft biozidfreien antimikrobiellen Kunststofffolie im Schmelzmischverfahren (Compoundieren). Bei Kontakt dieses Materials mit Mikroorganismen werden hydrophobe Wechselwirkungen aktiviert, die deren Zellmembranen zerstören und damit antimikrobiell wirken. Ein großer Vorteil hier liegt darin, dass der Materialeinsatz bei gleicher Wirkung gering bleibt, da das verwendete Additiv nur der Kunststofffolie hinzugefügt wird. Das eigentliche Bauteil unter der Folie wird nicht verändert. Zudem wir das Additiv in das komplette Volumen des Kunststoffes eingefügt. Dadurch sind keine Abrieberscheinungen und damit verbundene Einbußen der antimikrobiellen Eigenschaften zu erwarten.

Wie lange läuft das Projekt?

Das Projekt läuft von Oktober 2023 bis September 2025 und wird vom Land Hessen über das Loewe-Pogramm (Landes Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU Verbundvorhaben) mit einer Summe von rund 250.000 Euro gefördert.

Was sind potenzielle Anwendungsszenarien?

Die Herstellung einer biozidfreien antimikrobiellen Kunststofffolie bietet laut den Forschern enorme Potenziale vor allem für transparente Touchdisplay-Anwendungen und Monitore, wie Handy- oder auch Tabletdisplays, PKW-Infotainmentsystemen, Geldautomaten, Anwendungen im Heimanwenderbereich, im Krankenhaus sowie im Bahnverkehr. Weiterhin denkbar sind nicht transparente Anwendungen, etwa für Kinderspielzeug, Tastaturen oder Fernbedienungen.

Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsclusters „Bitwerk – Biologische Transformation technischer Werkstoffe“ durchgeführt.

Quelle: Uni Kassel

PFAScon 2024 in Lüdenscheid erleben

PFAS-Verbot: Fachtagung PFAScon 2024 in Lüdenscheid
(Bild: Dalle 3 / OpenAI)

Am 14. März 2024 öffnet das Kunststoff-Institut Lüdenscheid seine Türen für einen Fokustag rund um das Thema der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) und der aktuellen Situation in Bezug auf den ECHA-Beschränkungsvorschlag. Die PFAScon 2024 wird als neues interaktives Format vor Ort in Lüdenscheid stattfinden aber auch in eingeschränktem Umfang online angeboten. Die Veranstaltung thematisiert die aktuelle Situation und verspricht eine facettenreiche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des möglichen Verbots auf die Kunststoffproduktion und beteiligte Wirtschaftszweige. Der PLASTVERARBEITER ist hierbei Medienpartner.

Informationen, wie das ausführliche Rahmenprogramm der Veranstaltung, sowie die Möglichkeit zur Anmeldung, finden Sie hier.

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