Mann im Anzug bei einem Vortrag

Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian eröffnete den Netzwerktag 2024. (Bild: Redaktion)

Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, SKZ-Vorstandsvorsitzender, ging in seinem Eröffnungsvortrag am Netzwerktag der Frage nach, ob die KI auch ein Gamechanger für die Kunststoffindustrie sein könnte. Zunächst ging er auf die aktuelle Situation der Branche ein, und sagte, dass im Jahr 2023 in Deutschland die Kunststoffproduktion um 22 % zurückgegangen sei, obwohl der weltweite Verbrauch steige. Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig – Fachkräftemangel, hohe Produktions- und Energiekosten. Bastian thematisierte auch den branchenübergreifenden Fachkräftemangel und sagte, dass der Fachkräftemangel in der Kunststoffindustrie auch auf der schlechten Reputation des Wertstoffs Kunststoff in der Bevölkerung beruhe.

Die künstliche Intelligenz sei kein Kind unserer Zeit, sondern gehe auf Forschungen im Jahr 1956 von Prof. John McCathy zurück. Dieser hatte erste Tests durchgeführt, jedoch sei erst heute das Potential vorhanden, diese umzusetzen, war von Bastian zu hören. KI ist durch ChatGPT, Deepl oder Midjourney zum Hype geworden, sodass das weltweit generierte Datenvolumen zwischenzeitlich in Zettabyte (10 hoch 21 Byte) ermittelt werde. Anders als bei den allgemeinen Anwendungen sei bei den unternehmensspezifischen Anwendungen in der Branche die Datenmenge oft unterkritisch. Schließlich gingen Unternehmen mit ihren firmeninternen Daten nicht im Internet hausieren. „Darum muss es unsere Mission sein, durch Vernetzung KI-Lösungen in die Industrie zu bringen“, so Bastian. Denn die Integration von KI in die moderne Material- und Prozessentwicklung sei die Voraussetzung für die erfolgreiche Produktion von morgen. Aktuell sei das Alleinstellungmerkmal der Unternehmen noch die Prozessbeherrschung durch das Know-how der Mitarbeiter. Wie das in Zukunft sein wird, bleibe ungewiss. „Wir müssen raus aus unserer Komfortzone“, mahnte Bastian. Der Fortschritt sei rasend. „Mein Appell lautet daher: Packen wir es gemeinsam an – nicht nur in der Forschung und Entwicklung, sondern auch in der Aus- und Weiterbildung unserer Fachkräfte.“ Am Ende fand Bastian jedoch auch noch ein paar beschwichtigende Worte. Die Kunststoffbranche müsse nicht in alle Facetten Vorreiter in puncto KI sein. Jedoch müsse sie bereit sein, die Veränderungen mitzutragen.

Der Netzwerktag bot noch weitere Vorträge zum Thema KI, Institutsrundgänge und zahlreiche Exponate der Aussteller, von denen wir einige für Sie in der nachfolgenden Bildergalerie zusammengestellt haben.

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