Güterzug

Im Winterhalbjahr 2021/2022 herrscht in der deutschen Wirtschaft eher Flaute statt Aufbruchstimmung. Auch die drückenden Energiepreise machen Unternehmen zu schaffen. (Bild: Solge - Fotolia.com)

Wie neue Zahlen des Ifo Instituts, München, belegen, konnte die deutsche Wirtschaft vom Schwung des Sommers nicht profitieren. Als Grund wir hier die vierte Coronawelle gesehen. Insbesondere das Gastgewerbe und konsumnahe Dienstleister sind die Leidtragenden. Dem Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser zufolge, fallen die Umsatz-Einbußen jedoch deutlich geringer aus, als noch während der Coronawellen vor einem Jahr. Das Statistische Bundesamt gab bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt 2021 um 2,7 % höher lag als im Vorjahr. Ende vergangenen Jahres hatten die Marktforscher berichtet, dass konsumnahe Dienstleister und der Einzelhandel vermehrt unter der Corona-Pandemie leiden – gleichzeitig fiel auch der Ifo Geschäftsklimaindex im Dezember weiter.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Lage am Jahresende etwas stabilisiert, nachdem die Wertschöpfung in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres schrumpfte. Zwar haben sich die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten bis zuletzt verschärft. Dennoch konnten einige Industriebereiche, allen voran die Automobilhersteller, ihre Produktion im Vergleich zum Vorquartal steigern.

Im Baugewerbe zeichnet sich eine zunehmende Entspannung bei den Materialengpässen ab. Auch die Öffentlichen Dienstleister leisteten einen positiven Beitrag zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Hierfür sprechen die Ausweitung der staatlich finanzierten Testkapazitäten sowie die beschleunigte Verabreichung von Auffrischungsimpfungen.

Preise werden nun auch vermehrt an Verbraucher weitergetragen

Die Ifo-Preiserwartungen sind im Dezember nur geringfügig gesunken auf 44,6 Punkte. Im November hatten sie mit 44,9 einen historischen Höchststand erreicht. Die Entwicklung schlage sich den Marktexperten vermehrt auf die Verbraucherpreise nieder. Auch der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen zufolge, würden der extreme Preisdruck bei Strom- und Gas sowie die anhaltend hohen Rohstoffpreise dazu führen, dass beispielsweise bereits jeder vierte Hersteller von Kunststoffverpackungen und -Folien Aufträge ablehnen muss.

„Die Inflation wird im Verlauf dieses Jahres nur langsam zurückgehen. In den kommenden Monaten werden die monatlichen Raten noch über 4 Prozent liegen und sich erst gegen Ende 2022 allmählich der 2-Prozent-Marke nähern. Für das Gesamtjahr rechnen wir nun mit einer Inflationsrate von etwa 3½ Prozent“, erklärt Wollmershäuser.

Preisentwicklung im Winterhalbjahr 2021/2022
So entwickelten sich bislang die Preise. (Bild: Ifo Institut)

Unternehmen unter anhaltendem Kostendruck

„Die Unternehmen geben sie die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren weiter“, so Wollmershäuser. Selbst wenn sich der Anstieg der Energiepreise in den kommenden Monaten nicht fortsetzten sollte und die Börsenpreise für Erdgas, Strom und Rohöl unverändert blieben, sorgt das noch eine Zeitlang für hohe Inflationsraten: Denn der Anstieg der Verbraucherpreise wird immer im Vergleich zum Vorjahr gemessen; demnach müssten die Verbraucher in diesem Jahr im Schnitt 10 % mehr für Energie ausgeben, wie das Institut mitteilt.

Quelle: Ifo Institut [1], [2]

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