Ifo-Schätzung der Kurzarbeit im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2021

Zahlen des Ifo Instituts: Insbesondere das verarbeitende Gewerbe meldet höhere Kurzarbeiterzahlen. Die einzelnen Branchen sind hier aufgelistet. (Bild: Ifo Institut)

Laut aktuellen Zahlen des Ifo Instituts die Zahl der Kurzarbeitenden im Oktober von 580.000 im Vormonat auf 504.000 gesunken. Das entspricht 1,5 % der Beschäftigten. Die Kurzarbeit in der Industrie stieg jedoch an. Das jedenfalls geht aus einer Ifo-Umfrage und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach wuchs in der Industrie die Zahl um 20.000 auf 226.000 Beschäftigte (3,3 %).

Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen, zu den Gründen der Entwicklung: „Der Engpass bei den Vorprodukten würgt die Produktion regelrecht ab. Beim gegenwärtigen Auftragsbestand dürften eigentlich höchstens 10.000 Beschäftigte in der Industrie in Kurzarbeit sein.“

Automobilindustrie nimmt Kurzarbeit vermehrt an

Insbesondere die Automobilindustrie hat hier hohe Zahlen zu verzeichnen. Die Zahl derer, die Kurzarbeit in Anspruch nehmen, stiegt hier bei den Autoherstellern und ihren Zulieferbetrieben 27.000 auf nun 33.000 an, was 3,5 % der Beschäftigten entspricht.

Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sind 31.000, von zuvor 20.000 Beschäftigten (3,8 %). Und bei der Chemiebranche? Hier gibt es einen Anstieg um 4.000 auf nun 19.000 (2,2 %). Auch in der mit der Industrie verbundenen Branche Verkehr und Lagerei stieg die Kurzarbeit leicht, um 2.000 auf 69.000 Menschen. „Auch hier liegt der Anteil an den Beschäftigten mit 3,7 Prozent deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt“, sagt Stefan Sauer, Umfrage-Experte beim Ifo Institut. Bei den Autohändlern nahm die Kurzarbeit ebenfalls zu, von 8.000 auf 12.000 Beschäftigte (1,8 %).

Im Gastgewerbe dagegen halbierte sich die Kurzarbeit von 63.000 auf nun 30.000. Das entspricht 2,8 %. Im Großhandel ging sie zurück von 27.000 auf 19.000 (1,3 %), im Einzelhandel von 37.000 auf 20.000 (0,8 %). Vor Corona lag die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000, im März 2020 sprang sie auf 2,6 Mio. und im April erreichte sie einen Rekordwert von 6 Mio.

Ifo-Schätzung der Kurzarbeit für das Gesamtjahr je nach Branche
Ifo-Schätzung der Kurzarbeit: Hier ist der Anteil der einzelnen Branchen bei der Kurzarbeit visualisiert. (Bild: Ifo Institut)
Zahlen zu der Entwicklung des Fachkräftemangels in der Baubranche
Mangel an Fachkräften in der Baubranche: Die Zahlen haben sich im Laufe des Jahres weiter zugespitzt. (Bild: Ifo Institut)

Fachkräfte im Hochbau fehlen

Laut Ifo Institut hat sich auch der Fachkräftemangel im Hochbau verschärft. Aus einer Ifo-Umfrage geht hervor, dass im Oktober 34,1 % der Unternehmen einen Mangel an Fachkräften verzeichneten, nach 33,5 % im Vormonat. Im Tiefbau ging die Zahl zurück auf 36,8 %, nach 37,9 % im Vormonat.

„Der Fachkräftemangel ist ein zentrales Problem für die Bauwirtschaft. Mehr als jedes dritte Unternehmen findet nicht genügend Personal. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Bauleistungen sehr hoch, die Auftragsbücher sind prall gefüllt“, sagt dazu Ifo-Forscher Felix Leiss. „Im Tiefbau haben die Auftragsbestände eine Reichweite von stolzen 3,8 Monaten. Im Hochbau sind es sogar 5,2 Monate, ein Rekordwert.“

Quelle: Ifo Institut (1), (2)

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