Rendering einer Recyclinganlage

Geplante Mura-Anlage im Dow-Werk Böhlen. (Bild: Mura)

Foto eines Industriewerks auf dem Land
Das Dow-Werk in Böhlen, Sachsen. (Bild: Dow)

Am Dow-Standort Böhlen in Sachsen wird die neue Anlage entstehen. Sie ist die jüngste in einer Reihe geplanter Anlagen in den USA und Europa, die das chemische Recycling von Kunststoffen rasch vorantreiben soll - und die erste an einem Dow-Standort. Geplant wird die neue Anlage von und soll bis 2025 in Betrieb gehen. Bei voller Auslastung ist eine Recyclingkapazität von etwa 120 Kilotonnen pro Jahr (KTA) angedacht. Bereits im Sommer berichteten wir über das Thema.

Diese und die anderen geplanten Anlagen, die in Europa und den USA gebaut werden sollen, würden bis 2030 insgesamt 600 KTA an fortschrittlichen Recyclingkapazitäten schaffen. Laut eigenen Angaben würde Dow damit zum weltweit größten Verbraucher von Kreislaufmaterial für die Produktion von Polyethylen.

„Die Errichtung Europas größter Recyclinganlage in Böhlen ist ein großer Erfolg für den Industrie- und Innovationsstandort Sachsen. Dow und Mura werden mit ihrer Partnerschaft von Sachsen aus, einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltige Welt leisten. Chemisches Recycling ist eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden und klimaneutralen Kreislaufwirtschaft. Die Kooperation von Dow und Mura schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze, stärkt den traditionsreichen Industriestandort in Böhlen und unterstützt den Strukturwandel in der Region“, erklärt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Warum in Böhlen künftig auch CO₂-Emissionen eingespart werden könnten

Drei Menschen stehen vor einem Industriekomplex
(v.l.): Michael Kretschmer (Ministerpräsident des Freistaaates Sachsen), Katja Wodjereck (Präsidentin und Vorstandsvorsitzende Dow Deutschland) und Oliver Borek (Chief Commercial Officer Mura Technology) bei der Ankündigung im Dow-Werk Böhlen. (Bild: Dow/Chrsitian Modla)

Das chemische Recycling ergänzt das mechanische Recycling. „Muras Standort in Böhlen wäre der größte seiner Art in Europa und der erste in Deutschland. Eine gemeinsame Ansiedlung in Böhlen würde die Kosten für die Skalierung der chemischen Recyclinganlage erheblich senken. Gleichzeitig reduziert der recycelte Rohstoff, der aus Plastikmüll gewonnen wird, unsere Abhängigkeit von neuen fossilen Rohstoffen und ermöglicht es, einen recycelten Kunststoff zu produzieren”, erläutert Katja Wodjereck, Präsidentin von Dow Deutschland, Österreich und Schweiz.

Die Ansiedlung der Anlagen von Mura am Dow-Standort Böhlen würde demnach auch die Kohlendioxidemissionen verringern, da der Transport minimiert wird und der Gasausstoß aus dem chemischen Recyclingprozess wieder in Kunststoffe umgewandelt werden kann. So wird sichergestellt, dass keine Nebenprodukte in den Abfall gelangen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden Partner den Bau der ersten chemischen Recyclinganlage von Mura mit dem Hydro PRS-Verfahren im britischen Teesside mit einer Kapazität von 20.000 t pro Jahr bekannt gegeben. Diese soll 2023 in Betrieb gehen. Der Standort Böhlen würde mit 120 KT eine erheblich größere Kapazität für recycelte Plastikabfälle ermöglichen und das Angebot an vollständig kreislauffähigen Rohstoffen für die Industrie deutlich erhöhen.

Was verbirgt sich hinter dem Hydro PRS Recyclingverfahren?

Das chemische Recyclingverfahren Hydro PRS (Hydrothermal Plastics Recycling Solution) von Mura nutzt sogenannten überkritischen Dampf, um alle Arten von Kunststoffen, einschließlich flexibler und mehrschichtiger Kunststoffe, die bisher als "nicht recycelbar" galten, wieder in die ursprünglichen Öle und Chemikalien umzuwandeln, aus denen sie hergestellt wurden. Entscheidend ist, dass dasselbe Material mit dem Verfahren von Mura wiederholt recycelt werden kann. Damit hat es das Potenzial, Einwegplastik zu eliminieren und zu verhindern, dass es auf Mülldeponien landet oder verbrannt wird. Das chemische Recycling spart im Vergleich zur Verbrennung von Plastikabfällen etwa 1,5 t CO2 pro Tonne recycelten Kunststoffs ein und verringert zugleich die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.

Quelle: Dow

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Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

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