Covestro-Logo vor Firmensitz in Leverkusen

H2Global hat mit Covestro ein weiteres namhaftes Mitglied hinzugewonnen. (Bild: Covestro)

Markus Exenberger - Vorstand H2Global Stiftung
Markus Exenberger ist Vorstand der H2Global Stiftung. (Bild: H2Global)

Wie Covestro mitteilt unterstützt das Unternehmen künftig die H2Global-Stiftung, Hamburg, und somit auch die „grüne“ Energiewende in Deutschland. Die Stiftung selbst positioniert sich immer breiter, um den Markthochlauf von grünem Wasserstoff in Deutschland und Europa nachhaltig zu beschleunigen. In den vergangenen Wochen hatten sich bereits mehrere prominente Stifter aus den Bereichen Energieproduktion, Vertrieb oder Finanzierung der Stiftung angeschlossen. Das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz (BMWK) fördert die künftige Bereitstellung von grünem Wasserstoff durch die Initiative mit 900 Mio. Euro.

„Die jüngsten Stiftungsbeitritte aus der Industrie sind ein klares Bekenntnis der Wirtschaft, einen aktiven Beitrag zum globalen Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Seit dem Ukraine-Krieg ist die Energiewende darüber hinaus von einem energiepolitischen Thema zu einem Thema der Sicherheitspolitik, der Unabhängigkeit und der Werte geworden. Immer mehr Wirtschaftslenker wollen die langfristigen Weichen für mehr Nachhaltigkeit jetzt stellen und aktiv gestalten“, erklärt H2Global-Vorstand Markus Exenberger.

Ziel ist es, die grüne Wasserstoffwirtschaft wettbewerbsfähig zu machen

Mit dem Beitritt zur H2Global-Stiftung verfolgt der Werkstoffhersteller aus Leverkusen  neben umweltpolitischen auch inhaltliche Ziele. „Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist eine Mammutaufgabe. Wir müssen für den Aufbau von Produktionskapazitäten sorgen, passende Infrastruktur etablieren und zugleich den Verbrauch stimulieren, um die gewünschten Skaleneffekte zu erreichen und grünen Wasserstoff wettbewerbsfähig zu machen. Durch die Arbeit der Stiftung und unseren Beitrag können wir hier wichtige Impulse setzen und die Perspektive der Endverbraucher beim Markthochlauf einbringen“, sagt Dr. Klaus Schäfer, Technologievorstand von Covestro. Ein Beispiel sind rechtlich bindende Zertifizierungen als Grundlage für Lieferungen. Ein anderes Thema sei die optimale Umsetzung der physischen Supply-Chain beim Transport des wertvollen Moleküls und seiner Derivate wie grünem Ammoniak.

Für Covestro ist der Stiftungsbeitritt zudem ein Baustein der Anfang März 2022 angekündigten firmeneigenen Klimaziele, bis 2035 in den Scopes 1 und 2 klimaneutral zu sein. Dafür will das Unternehmen allein bis 2030 zwischen 250 bis 600 Mio. Euro investieren.

Warum grüner Wasserstoff auf dem Weg zur Klimaneutralität so wichtig ist

Dr. Klaus Schäfer - Technologievorstand von Covestro
Dr. Klaus Schäfer ist Technologievorstand von Covestro. (Bild: Covestro)

Im Januar 2022 hat Covestro bereits eine Absichtserklärung für die Lieferung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten mit der australischen Fortescue Future Industries unterzeichnet. Ziel ist die Lieferung von bis zu 100.000 t grüner Wasserstoffäquivalente pro Jahr, wodurch die indirekten Treibhausgasemissionen um bis zu 900.000 t CO2 pro Jahr reduzieren werden könnten.

„Covestro richtet sich vollständig auf die Kreislaufwirtschaft aus und hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2035 operativ klimaneutral zu werden. Grünem Wasserstoff kommt hierbei eine entscheidende Rolle als Rohstoff und Energieträger für die chemische Produktion zu. Zugleich ist absehbar, dass wir zur Deckung des wachsenden Bedarfs an grünem Wasserstoff internationale Partnerschaften schließen und entschieden den Ausbau von Import- und Transportinfrastrukturen vorantreiben müssen“, so Schäfer.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität kommt grünem Wasserstoff eine Schlüsselposition zu. Noch allerdings können grüner Wasserstoff und seine Derivate weder in Deutschland noch in Europa in ausreichender Menge oder zu wettbewerbsfähigen Bedingungen bereitgestellt werden. Neben dem Aufbau einer starken inländischen Produktionslandschaft spielen deshalb Importe sowohl aus Europa als auch aus dem nicht-europäischen Ausland eine wichtige Rolle. Um den internationalen Markthochlauf anzukurbeln, muss also grüner Wasserstoff eingekauft werden - zu Preisen, die aktuell noch deutlich über jenen für umweltschädliche fossile Brennstoffe liegen. Hier setzt die Stiftungsidee hinter dem Förderprogramm von H2Global an: Ein Intermediär auktioniert grünen Wasserstoff und Derivate zu einem möglichst günstigen Preis und verkauft diesen anschließend in Deutschland und Europa an den Höchstbietenden. Der voraussichtlich anfallende negative Differenzbetrag kann durch den Förderzuschuss des BMWK ausgeglichen werden.

Die H2Global-Stiftung im Überblick:

Ziel der H2Global-Stiftung ist die Förderung des Klima- und Umweltschutzes. Ein Element dazu ist ein von der Stiftung und dem BMWK entwickelter Mechanismus zur auktionsbasierten Förderung eines zeitnahen und effektiven Markthochlaufs von grünem Wasserstoff und Power-to-X-Produkten (PtX) im industriellen Maßstab. Zur effizienten und marktwirtschaftlichen Förderung des Hochlaufs einer grünen Wasserstoffwirtschaft erfolgt im Rahmen von H2Global die Preisfindung über ein Doppelauktionsmodell. Der niedrigste Angebotspreis und der höchste Verkaufspreis erhalten jeweils den Zuschlag. Durch langfristige Abnahmeverträge mit festen Preisen wird Investitionssicherheit geschaffen, private Investitionen werden finanzierbar und können sofort starten. Umgesetzt wird das über die ‚Hydrogen Intermediary Company‘, kurz HINT.CO. Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufsverträgen wird durch Zuwendungen der Bundesregierung ausgeglichen. H2Global gilt als ein zentrales Förderprogramm der Bundesregierung.

Quelle: H2Global

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