Bosse-Michael-Technikum

Dr.-Ing. Michael Bosse ist Gruppenleiter Materialentwicklung am SKZ in Würzburg. (Bild: SKZ)

Der Fahrzeugbau in Deutschland wird laut „Statistica“ seinen großen wirtschaftlichen Einfluss beibehalten und auch in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen. Die Frage „Geht das auch mit Kunststoff?“ stellen wir gerne direkt auf den Kopf: „Geht Fahrzeugbau auch ohne Kunststoff?“ Das Ergebnis wäre möglicherweise eine Schienen-Draisine mit Seilzugbremse oder eine Holzbank und ein Rahmen aus rostfreiem Stahl. Oder aber ein Holzrad-Karren mit Deichsel und die Dampflok mit Strohpolstersitzen im Zugabteil der ersten Klasse. So sähen Fahrzeuge ohne Kunststoff aus – sie sind heute so nicht mehr denkbar. Es ist offensichtlich: Kunststoffe bedeuten Modernität und Entwicklung. Geschwindigkeit, Effektivität, Sicherheit, Mobilität und Komfort sind fest mit dem intelligenten Einsatz von Kunststoffen verknüpft. Folgende Kunststoffgruppen sind für den Fahrzeugbau besonders interessant:

Duroplaste liegen im Fahrzeugbau noch im Dornröschenschlaf – mit Ausnahme von Lacken und Beschichtungen. Ihre Leistungsfähigkeit bei hohen Temperaturen und großen Wandstärken ist unter Nutzung des Spritzgießens unübertroffen. Hochwertige Anwendungen gibt es hier seit Jahrzehnten in der Energie- und Elektrotechnik und werden mit der Elektromobilität gerade neu entdeckt in Steckern, Isolationen und Funktionsbauteilen. Hier können die Branchen viel voneinander lernen. Gute Recyclingkonzepte für diese Polymere fehlen noch teilweise und die rohstoff- und verarbeitungsabhängigen Eigenschaften schrecken viele Anwender noch ab. Dennoch, es gibt erfolgreiche Umsetzungen mit der notwendigen Tiefe an Technologieverständnis, die Unternehmen im internationalen Wettbewerb erfolgreich machen.

Yellow sports car. Non-branded car design.

(Bild: Misha - Fotolia.com)

Elastomere ermöglichen mit ihren komplexen Rezepturen gleichzeitig Bodenhaftung, Traktion und Dämpfung bei allen Straßenfahrzeugen. Sie sind hochwertige und langlebige Dichtungsmaterialien und an Rückstelleigenschaften unübertroffen. Die Vielzahl an entropieelastischen und teilweise farbenfrohen thermoplastischen Elastomeren vereint alle Vorteile der Schmelze- und Wiederverarbeitung. Ihre Kriechneigung wird jedoch vom Thermoplast bestimmt und darf nicht mit „Gummi“ verwechselt werden. Wir finden sie in soft-grip Anwendungen, auf Oberflächen und Spritzwasserdichtungen und mit besonderen Rezepturen sogar noch im Motorraum.

Oberflächen, Struktur- und Funktionsteile im Fahrzeug werden in zahllosen Variationen aus Thermoplasten realisiert. Denn in der Verarbeitung bieten Thermoplaste eine Fülle von Konstruktionsmöglichkeiten, Einlegeteilen, Mehrkomponentenlösungen, Schichtaufbauten und Strukturen aller Art. Sie verleihen als Trägermatrix funktionalisierten Compounds hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit (unter 1 Ohm cm und über 20 W/mK je nach zusätzlichen Anforderungen) sowie höchste mechanische Kennwerte bei Verwendung in Lang- und Endlosfaserkonzepten.

Unser Tipp: Kombinieren Sie die besten Eigenschaften all dieser Kunststoffgruppen zu anspruchsvollen, integrierten Systemen für Ihre ganz spezifischen Anwendungen.

Dr.-Ing. Michael Bosse ist Gruppenleiter Materialentwicklung am SKZ in Würzburg.

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