Kunststoffe, die aus fossilen Rohstoffen hocheffizient hergestellt wurden, erlauben besonders ressourcen- und energieschonende Produkte, die am Lebensende zu gesuchten Sekundärrohstoffen werden. All dies trage signifikant zum Klimaschutz bei, so Hermann Krähling (BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft, Frankfurt/M.) in seinem Eröffnungsstatement beim Kongress „Zukunft Kunststoffverwertung 2008“. Neben den klassischen Kunststoffen ging es bei dem Kongress, den Fraunhofer Umsicht, Oberhausen, und BKV am 11. und 12. September in Krefeld veranstalteten, erstmals auch um Biokunststoffe, die derzeit stark im öffentlichen Interesse stehen, mit unter 1 % Marktanteil jedoch noch wenig Einfluss nehmen. Angesichts der sich zuspitzenden Rohstoffsituation werden den biobasierten Kunststoffen hohe Wachstumsraten vorhergesagt, während die Eigenschaft der Bioabbaubarkeit immer weniger im Zentrum des Forschungsinteresses stehe. Zusammenfassend stellte Prof. Eckhard Weidner, Institutsleiter des Fraunhofer Umsicht fest, dass die hohe Effizienz der Kunststoffverwertung in Deutschland sich auch im veränderten Selbstverständnis der Marktakteure widerspiegelt: Sie sehen sich nicht mehr als Entsorger von Abfällen, sondern als Versorger mit Rohstoffen.

Ihren größten Beitrag zur Ressourceneffizienz leisten Kunststoffe allerdings dann, wenn sie als Produkte im Gebrauch sind, betonte Willy Hoven-Nievelstein, BASF-Manager und Beiratsvorsitzender der Tecpol Technologieentwicklungs GmbH für ökoeffiziente Polymerverwertung. Um an ihrem Lebensende weitere Material- und Energieeinsparungen zu erreichen, sei ein marktgetriebener Mix aus stofflicher und energetischer Verwertung am ökoeffizientesten, wie eine von Tecpol 2007 publizierte Studie belege. Europaweit sei entscheidend, die Deponierung heizwertreicher Abfälle einzudämmen. Unterstützung für diese Forderung kam von den Marktforschern Holger Alwast (Prognos, Berlin) und Christoph Lindner (Consultic, Alzenau). Alwast sprach sich darüber hinaus für mehr Freiraum für Marktdynamik und mehr Nutzung der energetischen Verwertungsoption aus. Der Blick auf die Zahlen zeige, dass in den Ländern, in denen mehr energetisch verwertet werde, auch die werkstofflich recycelte Menge steige. Laut Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender von Interseroh, entscheidet letztlich der Markt über die Verwertungsoption, auch wenn Interseroh den Schwerpunkt auf die stoffliche Verwertung legt, um möglichst attraktive Produktpreise zu erzielen.

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