Oktober 2010

Der Ansatz, betriebsinternes Wissen abteilungsübergreifend fließen zu lassen, sowie die Nähe zum Auftraggeber und dessen Ideen führte vor etwa fünf Jahren dazu, dass HBW-Gubesch bereits am Markt etablierte Prozesse in Eigenregie verbesserte und weiterentwickelte. Dabei ist die IMD-Technologie zur Herstellung hochwertiger Interieurteile ein wichtiges Thema. Bereits seit 1998 beliefert der Kunststoffverarbeiter den Autobauer Skoda mit foliendekorierten Leisten für den Tür- und I-Tafel-Bereich. Der stetig steigende Anspruch an komplexere Geometrien und der immer vorhandene Kostendruck führten schließlich zu dem Schritt in die eigene Prozessentwicklung mit allen Chancen und finanziellen Risiken.

Ein Ergebnis ist das so genannte IMD-PRO-Verfahren, welches auf der Euromold 2008 erstmals präsentiert wurde und seit letztem Jahr in Serie läuft. Im IMD-PRO-Verfahren werden aktuell drei Fahrzeuge von Skoda ausgestattet. Diese Technologie löst das bisher verwendete Insert-Moulding-Verfahren ab, bei dem thermogeformte und beschnittene Inserts hinterspritzt werden. Durch die Umstellung auf das neue Verfahren konnten die Teilekosten um bis zu 40 Prozent reduziert werden.
Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist nach Ansicht der Verantwortlichen die enge Zusammenarbeit zwischen dem Automobilhersteller und seinem Zulieferer. Nur durch den regelmäßigen intensiven Austausch konnten die Wünsche des Auftraggebers im Detail berücksichtigt und auftretende Probleme schnell gelöst werden. „Ein offener Umgang zwischen Kunde und Lieferant ist unabdingbar“, so Werner Gubesch, Geschäftsführender Gesellschafter von HBW-Gubesch: „Dann entstehen wechselseitige Beziehungen, von denen beide Seiten profitieren und damit erhebliche Kosten einsparen können.“

Toleranzproblematik umgehen

Ein weiterer Grund für den Erfolg des Projekts ist der stetige Drang der Projektpartner, am Puls der Zeit zu sein. Dies führte letzten Endes auch zu einer weiteren Entwicklung. In diesem Fall geht es um die bei der Foliendekorationstechnologie häufig auftretenden Probleme mit der so genannten Einzelbilddekoration. Von Einzelbilddekoration spricht man, wenn das Dekor nicht endlos verarbeitet werden kann, sondern sich Elemente wie Schriften oder Chromapplikationen auf der Dekorfolie befinden. Um das Dekorelement auch noch nach dem Hinterspritzen an der richtigen Stelle auf dem späteren Bauteil platzieren zu können, ist ein erheblich höherer prozesstechnischer Aufwand zu betreiben. Müssen darüber hinaus die Dekorelemente, wie zum Beispiel ein umlaufender Chromrand, zusätzlich auf einer erhabenen Bauteilgeometrie platziert werden, dann ist dies durch die Summierung der Toleranzen der einzelnen Prozessschritte oft nahezu unmöglich.

Dieser Problematik widmete sich das Entwicklungsteam von HBW-Gubesch und brachte kürzlich die ersten Prototypen des neuen IMD-Multi-K-Verfahrens hervor. Dieses Verfahren umgeht die Platzierungs- und die damit verbundene Toleranzproblematik, indem die Dekorelemente, wie der Chromrand, nicht mehr auf ein und derselben Folie aufgebracht sind, sondern durch einen zweiten Spritzvorgang auf das Teil appliziert werden.

Nächster Schritt:Nachtdesign

Das Bauteil wird also fertigungstechnisch in zwei Teile zerlegt. Ein Teil, welches in einem ersten Spritzgießvorgang endlos dekoriert wird, und ein zweites Bauteil, welches durch Umsetzen und Dekoration mittels einer zweiten Folie in derselben Spritzgießform an das erste Bauteil angespritzt wird. Es handelt sich praktisch um eine Zwei-Komponeneten-Umsetztechnik in Kombination mit der Foliendekoration. Der gesamte Prozess findet in einem Werkzeug auf einer Maschine statt. Ein Missmatching zwischen Folie und Bauteilgeometrie ist damit ausgeschlossen und das Problem der bisherigen Einzelbilddekorationen gelöst.

Ein weiterer Vorteil des IMD-Multi-K-Verfahrens liegt in der Zwei-Komponenten-Spritzgießtechnik begründet. Durch die Kombination von transparenten und nicht transparenten Materialien ist es nun möglich, die Teile partiell zu durchleuchten. Vorstellbar ist zum Beispiel eine Türdekorleiste, deren Chromrand oder Chromschriftzug im Nachtdesign durchleuchtet wird. Auch hinter dieser Entwicklung steckt wieder der Wunsch des Auftraggebers aus der Automobilindustrie nach neuen Verfahren in Verbindung mit neuen Designmöglichkeiten. Durch die Kombination von verschiedensten Endlosdekorfolien lassen sich Designs erzeugen, die in der Einzelbildtechnologie nur sehr aufwändig und damit sehr teuer hergestellt werden könnten.

Zusammen mit Sumitomo (SHI)Demag Plastics Machinery präsentiert HBW-Gubesch das Verfahren auf der K.

Neue Technologien
IMD-Multi-K

Beim neuen IMD-Multi-K-Verfahren handelt es sich um eine Zwei-Komponenten-Umsetztechnik in Kombination mit Foliendekoration. Fertigungstechnisch wird das Bauteil in zwei Teile zerlegt. Ein Teil, welches in einem ersten Spritzgießvorgang endlos dekoriert wird und ein zweites Teil, welches durch Umsetzen und Dekoration mittels einer zweiten Folie in derselben Spritzgießform an das erste Bauteil angespritzt wird.

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