2 Männer im dunkelblauen Anzug vor zwei Bildschirmen

Michael Lackner, Geschäftsführer von Lindner (rechts im Bild), und Manfred Hackl, Geschäftsführer der Erema Group präsentierten die ersten Ergebnisse des 2023 gegründeten Joint Ventures. (Bild: Lindner Recyclingtech)

Neue Wege im Kunststoffrecycling zu bestreiten bedeutet, die Wertschöpfungskette in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Die großen Chancen für die Zukunft liegen in der Feinabstimmung der einzelnen Prozessschritte – von der Wertstoffsammlung über das Recycling bis hin zum Endprodukt. Genau hier setzt die Zusammenarbeit von Lindner und der Erema Group an, die mit der 50/50-Gründung der gemeinsamen Holding Blueone Solutions im August des Vorjahres offiziell eingeleitet wurde. Wir berichteten. Dabei wurden Anteile der Lindner Washtech eingebracht.

Die Prozesskontrolle ist ein besonders wichtiger Aspekt im Kunststoffrecycling. Die Standardisierung dieser ist ein erstes Resultat der Unternehmenskooperation. „Wir haben gemeinsam eine Plattform entwickelt, die den Datenaustausch zwischen Extruder und Waschanlage erlaubt“, sagt Manfred Hackl, CEO der Erema Group, auf der IFAT in München. „Dies ermöglicht eine präzisere Analyse der Daten und die gezielte Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen.“ Mittels digitaler Schnittstelle werden alle wichtigen Parameter berücksichtigt und überwacht. So ist es zum Beispiel möglich, Informationen über aktuelle Durchsatzmengen in der Erema Pre Conditioning Unit zu nutzen, um damit möglichst früh den Prozess in der Waschanlage zu optimieren. Dadurch werden beispielsweise Kapazitätsschwankungen ausgeglichen und die Outputmenge gesteigert. Dieser Datentransfer stellt einen weiteren Schritt auf der Roadmap zur Digitalisierung dar.

Kunststoffrecycling: Der große Überblick

Mann mit Kreislaufsymbol auf dem T-Shirt
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

Sie wollen alles zum Thema Kunststoffrecycling wissen? Klar ist, Nachhaltigkeit hört nicht beim eigentlichen Produkt auf: Es gilt Produkte entsprechend ihrer Materialausprägung wiederzuverwerten und Kreisläufe zu schließen. Doch welche Verfahren beim Recycling von Kunststoffen sind überhaupt im Einsatz? Gibt es Grenzen bei der Wiederverwertung? Und was ist eigentlich Down- und Upcycling? Alles was man dazu wissen sollte, erfahren Sie hier.

Worauf es beim zukunftsfähigen Recycling ankommt

„Wesentlich für zukunftsfähiges Recycling ist es, den passenden Prozess für die jeweilige Anwendung zu finden und die einzelnen Prozessschritte optimal aufeinander abzustimmen“, betont Michael Lackner, Geschäftsführer von Lindner. Beim Energiemanagement konnten durch Koordination der Prozessschritte bereits erste Erfolge erzielt werden. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Wärmerückgewinnung. „Wir nutzen die während des Extrusionsprozesses entstehende Abwärme als Energieressource für den Wasch- und Trocknungsprozess", erklärt Lackner. Dadurch können Recycler die Energiekosten sowie den CO2-Ausstoß senken.

Um die jeweiligen Qualitätsstandards je Endapplikation zu etablieren, gilt es Synergien zu nutzen. „Die entscheidende Frage ist, wie wir es schaffen das Endprodukt zu verbessern und gleichzeitig die Gesamteffizienz im Recyclingprozess steigern“, sind sich Manfred Hackl und Michael Lackner einig. Das funktioniere nur, wenn sich Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zusammenschließen. Die Branchenführer können bereits einige Beispiele von gemeinsam verbesserten Recyclingprozessen vorweisen, die das Loslösen vom Downcycling ermöglicht haben. „Der Recyclingkreislauf von HDPE-Ausgangsmaterial, das mithilfe unserer beiden Technologien zu hochwertigem, lebensmittelechten rHDPE-Granulat verarbeitet wird, ist eines davon“, sagt Lackner. Gemeinsam arbeiten die Partner weiterhin intensiv daran, Strategien für das Upcycling von Kunststoffen zu entwickeln und die Recyclingquoten zu erhöhen.

Quelle: Erema, Lindner

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