BASF investiert in Kunststoff-Additive

„Insgesamt wird die BASF in den kommenden 5 Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Ausbau ihrer Additiv-Produktionsanlagen sowie in Forschung und Entwicklung investieren“, sagte Dr. Frithjof Netzer, Senior Vice President Performance Chemicals Asien-Pazifik der BASF auf der Fachpressekonferenz des Unternehmens Ende Juni im Vorfeld der Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf. Durch die erhöhte Präsenz in den weltweiten Wachstumsmärkten und die Investitionen in Additive für Hochleistungs-Anwendungen könne das Unternehmen in Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und die Position des Marktführers und einzigem globalen Lieferanten in einem wachstumsorientierten Markt halten, sagte Netzer. Nach seiner Einschätzung dürfte der Additiv-Markt auch in Zukunft weiter wachsen, stärker als die Weltwirtschaft, denn der Bedarf an leistungsfähigen Kunststoffen steige gerade in den Wachstumsregionen mit hoher Geschwindigkeit. Als Marktführer und einziger globaler Lieferant für Additive unterstütze die BASF dieses Wachstum.

Das Unternehmen, so Netzer weiter, sei im außerordentlich vielseitigen Additiv-Markt mit einer breiten Produktpalette „wie kein anderes Unternehmen aufgestellt“. Die BASF sei weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Antioxidantien, Lichtschutzmittel sowie Pigmente mit einem sehr breiten Portfolio. Darüber hinaus liefert die BASF eine Vielzahl funktionaler Additive, wie Antistatik-Additive, Antiscratch-Additive und Flammschutzmittel zusammen mit der dazugehörigen Anwendungs-Expertise. Das Unternehmen sei auch der einzige Anbieter, der weltweit mit Produktions- und Forschungsstätten vertreten sei und dort kontinuierlich investiere – in Asien, Europa, Nordamerika und im Nahen Osten. Dabei umfasst das Additiv-Portfolio des Unternehmens für Kunststoff-Anwendungen Additiven und Pigmente wie UV-Stabilisatoren, Antioxidantien und Prozessstabilisatoren, organischen und anorganischen Pigmente, Effekt-Pigmenten und weitere Additiv-Spezialitäten.

Polyolefin-Additive für Kunden in den Golfstaaten
Beispielsweise für Polyolefin-Hersteller in den Golfstaaten stellt das Chemieunternehmen als „Weltmarktführer für CSBs“ sogenannte Customer Specific Blends her, also Additiv-Paketangebote, die auf den individuellen Bedarf der lokalen Kundschaft zugeschnitten sind. Mit der BASF-eigenen, geschützten Technologie können Kunden unter erschwerten klimatischen Bedingungen ihre Effektivität steigern. Gerade Anwender mit World-Scale Anlagen, wie im Nahen Osten, profitierten besonders von CSBs, die sich durch eine vereinfachte, exakte Dosier- und Dispergierbarkeit auszeichnen, sagt Netzer. Additive, die in einer besonders staubarmen Variante angeboten werden, leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Arbeitsplatzsicherheit und -hygiene.

Neuer Produktionsstandort in Bahrain
Ihre globalen Fertigungsstandorte für CSBs und die Produktion von Antioxidantien hat die BASF aufeinander abgestimmt, um so ihren Kunden weltweit eine gleich hohe Qualität bieten zu können. Deshalb hat das Unternehmen in Bahrain in eine neue Anlage für CSBs investiert. 13 Monate dauerte es von der Ankündigung bis zur Fertigstellung. Die Anlage, auf Basis patentierter Technologie, in die die BASF einen zweistelligen Millionenbetrag investiert hat, ist mit einer jährlichen Kapazität von 16.000 t eine der größten ihrer Art weltweit. In Bahrain werden vor allem CSBs auf Basis extrudierter Irganox-Antioxidantien für den Einsatz in Polyethylen und Polypropylen hergestellt. Damit ist die Anlage zugleich eine gute Ergänzung zu den CSB-Standorten in Europa, den USA und Asien.

Investition in die Produktionsanlage in Singapur
Auch die Antioxidantien-Produktionsanlage in Singapur, einem Schlüsselstandort für den asiatischen Markt, wird derzeit dem wachsenden und spezifischen Bedarf in Asien und dem Nahen Osten angepasst. So wird das Unternehmen dort ab der zweiten Hälfte 2013 Irganox 1010 – einem schwerflüchtigen und nicht-färbenden phenolischen Antioxidantium – in unterschiedlichen Formen produzieren. Auch viele Blends, die in Bahrain produziert werden, enthalten Irganox 1010, das in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Jubiläum feiert.

Forschung an Hochleistungsadditiven
Der zweite Schwerpunkt der BASF-Strategie im Additiv-Sektor ist „das konsequente Weiterführen der Rolle als Innovationsträger und Pionier im Markt“, sagte Netzer. Die BASF beschäftige heute das größte Forschungsteam im Bereich der Kunststoffadditive. Seit 2009 wurde ein dreistelliger Millionenbetrag investiert, um Schlüsselfunktionen in Entwicklung und Forschung zu stärken. Die BASF unterstützt auch ihre Kunden mit Hochleistungs-Additiven, falls neue rechtliche Vorschriften dies erfordern oder der Kunde Alternativen für bestehende Konzepte sucht. Anwender, die Kunststoffe für spezialisierte Einsatzgebiete wie langlebige Polycarbonatplatten oder emissionsarme Polyurethane für Autositze entwickeln wollen, können dazu auf Spezial- Additiven des Herstellers zurück greifen.

Auf diese Weise wird auch die Nachfrage nach differenzierten HALS- und NOR-HALS-Lichtschutzmitteln wie Chimassorb 2020, Tinuvin NOR 371 oder Tinuvin 1600 aus der Triazin-Familie des Unternehmens steigen. Der 2011 eingeführte, hochwirksame UV-Absorber Tinuvin 1600 schützt zum Beispiel dünnschichtige Kunststoffe in Außenanwendungen für über 10 Jahre; Tinuvin NOR 371 ist beständig gegen viele Agrarchemikalien und gilt als „eines der besten Additive für pestizid-resistente Folien“, erklärte Netzer. Für die Herstellung der HALS- und NOR-HALS-Stabilisatoren, etwa in Pontecchio und Lampertheim, wurde die Kapazität der Produktionsanlagen seit 2011 deutlich gesteigert.

(dw)

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