Die größeren 3D-Drucker-Modelle verarbeiten bei Bedarf drei Kunststoff-Arten gleichzeitig und stellen unterschiedliche Bauteile gleichzeitig her. (Bildquelle: Stratasys)

Die größeren 3D-Drucker-Modelle verarbeiten bei Bedarf drei Kunststoff-Arten gleichzeitig und stellen unterschiedliche Bauteile gleichzeitig her. (Bildquelle: Stratasys)

Gerade wenn es um das kurzfristige Herstellen seriennaher Prototypen oder um Kleinserien geht, sind FDM-Geräte (Fused Deposition Modeling; Schmelzschichtung) wie der Freeformer von Arburg, Loßburg, oder die Lasersinter-Systeme von EOS, Krailling, mittlerweile eine wirtschaftliche Möglichkeit, Entwicklungsprozesse zu verkürzen. Ein Beleg dafür bietet die Vielfalt der Branchen, aus denen die Besucher kommen: 34 Prozent arbeiten in der Automobilindustrie, 26 Prozent im Maschinenbau, 11 Prozent in der Elektro- und Elektronik-Industrie und 10 Prozent in der Medizintechnik.

Entsprechend breit ist die Palette an 3D-Druckern, die manche Hersteller auf der Euromold präsentieren. Stratasys, Rheinmünster, beispielsweise brachte elf neue 3D-Drucker-Modelle auf Basis des Polyjet-Verfahrens, bei dem mehrere Düsen parallel arbeiten, mit nach Frankfurt. Dazu gehören sechs Geräte, die sich auch für kleinere Unternehmen eignen. Zum Beispiel das Modell Objet 30 Prime Desktop. Es verarbeitet zwölf Materialien, darunter biokompatible Kunststoffe wie MED610. Dieser ist transparent und eignet sich unter anderem für den Einsatz in der Medizintechnik, etwa für Modelle von Zahn-Implantaten. Die größeren 3D-Drucker-Modelle, wie der Objet 260 und der Objet 350 Connex 1 verarbeiten bei Bedarf drei Kunststoff-Arten gleichzeitig.

Aufseiten neuer Materialien präsentierte das Unternehmen das Harz Ultem 1010. Es ist für das FDM-Verfahren konzipiert und für Lebensmittelkontakt zertifiziert. Dadurch eignet sich das Material für das Drucken von medizinischen Instrumenten, wie Bohrschablonen.

Das Lasersinter-System M 400 hat einen Bauraum mit den Maßen ­ 400 mal 400 mal 400 mm und eignet sich für die industrielle Serienfertigung.(Bildquelle: EOS)

Das Lasersinter-System M 400 hat einen Bauraum mit den Maßen ­ 400 mal 400 mal 400 mm und eignet sich für die industrielle Serienfertigung.(Bildquelle: EOS)

Den 3D-Drucker mit dem größten Arbeitsraum zeigte das Unternehmen Bigrep, Berlin, mit dem One.2. Das Gerät produziert Teile bis zum Format 1.060 mal 1.070 mal 1.105 mm beziehungsweise einem Volumen von 1,25 m3. Mit Schichtdicken von 0,1 bis 1 mm eignet es sich vor allem für den Einsatz in Bau und Architektur, etwa um Modelle von aufwendig verzierten Tischen oder großen Vasen herzustellen. Diese kann der Designer nachträglich bearbeiten, verfeinern und dann als Basis für eine Spritzgussform verwenden.

Kunststoffe und Metalle lasern

EOS, Hersteller von Geräten für die Additive Fertigung, zeigte auf der Euromold das im Mai vorgestellte Laser-Sinter-System M 290. Es eignet sich für das werkzeuglose Fertigen von Serienbauteilen, Ersatzteilen und Prototypen. In seinem Arbeitsraum verarbeitet das Gerät Leichtmetalle, Edel- und Werkzeugstähle sowie Superlegierungen zu Bauteilen bis zu den Maßen 250 mal 250 mal 325 mm. Damit lassen sich beispielsweise Werkzeug-Teile oder Automobil-Komponenten herstellen. Das System ist ab sofort verfügbar. Im vorangegangen Jahr vorgestellt und mit der Euromold verfügbar, das gilt auch für den 3D-Drucker M 400. Das System hat einen Bauraum mit den Maßen 400 mal 400 mal 400 mm und eignet sich für die industrielle Serienfertigung. Die erste Ausbaustufe der Basisvariante ist mit den Werkstoffen Aluminium (AlSi10Mg) und Nickel-Alloy (IN718) erhältlich und für den Einsatz im Automobil- und Luftfahrtbereich konzipiert. Der Hersteller will das Gerät schrittweise um weitere Leistungsmodule und Werkstoffe erweitern, um zusätzliche Anwendungsgebiete zu erschließen.

55.000 Besucher erwartete der Veranstalter in diesem Jahr. Die vollen Gänge insbesondere in Halle 11, dem 3D-Drucker-Zentrum der Euromold, lassen diese hohe Zahl realistisch erscheinen. (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

55.000 Besucher erwartete der Veranstalter in diesem Jahr. Die vollen Gänge insbesondere in Halle 11, dem 3D-Drucker-Zentrum der Euromold, lassen diese hohe Zahl realistisch erscheinen. (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Prototypen und Kleinserien mittels Spritzguss

Ein Gegengewicht zu den zahlreichen 3D-Druck-Anbietern bildet das Unternehmen Protoloabs, Mosbach. Unter dem Namen Protomold bietet es einen Dienst an, der das Spritzgießen von Prototypen oder Kleinserien beinhaltet. Durch dieses Verfahren steht für die Bauteile eine breite Palette an Werkstoffen zur Verfügung, statt auf wenige beschränkt zu sein, wie das bei den meisten 3D-Druckern der Fall ist. Ein weiterer Vorteil gegenüber der additiven Fertigung ist, dass die spritzgegossenen Prototypen die gleiche Funktionalität besitzen wie das spätere Serienteil. Schließlich bestehen sie aus dem gleichen Material und sind mit demselben Verfahren hergestellt. Das Geheimnis dahinter sind Aluminiumformen, die das Unternehmen per EDM-Verfahren (Electrical Discharge Machining; funkenerosives Bearbeiten) herstellt. Diese basieren auf dem vom Kunden zugesandten 3D-CAD-Modell des gewünschten Teils.

55.000 Besucher erwartete der Veranstalter in diesem Jahr. Die vollen Gänge insbesondere in Halle 11, dem 3D-Drucker-Zentrum der Euromold, lassen diese hohe Zahl realistisch erscheinen. Damit findet die Euromold ein erfolgreiches Ende in Frankfurt ­– und legt im nächsten Jahr auf dem Düsseldorfer Messegelände hoffentlich einen erfolgreichen Start hin.

ist Redakteur des Plastverarbeiter. david.loeh@huethig.de

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