Ergänzende Verfahren zum mechanischen Recycling sind chemisches und lösemittelbasiertes Recyling von Kunststoffabfall. Mit dem chemischen Recycling wurde die Möglichkeit geschaffen, Plastikmüll, der aufgrund von Durchmischung, Verschmutzung oder seines Aufbaus nicht rezykliert werden kann, wiederzuverwerten. Dieser Abfall wurde bisher deponiert oder thermisch verwertet, sodass er für den Materialkreislauf verloren war. Beim chemischen Recycling werden die Kunststoffpolymerketten durch chemische Reaktionen in die Grundbausteine zerlegt und anschließend zu Neuware polymerisiert. Außerdem gibt es Verfahren, die Verbundmaterialien auflösen, damit sie chemisch voneinander getrennt werden können. Der größte Unterschied des lösemittelbasierten zum chemischen Recycling besteht darin, dass die Polymerketten nicht in ihre Monomere zerlegt werden, sodass die Polymerstruktur mit ihren spezifischen Eigenschaften erhalten bleibt.

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Was steckt hinter enzymatischem Recycling? Beim enzymatische Recycling kombiniert das französischen Unternehmens Carbios, Clermont-Limagne, Enzymologie und Kunststoffverarbeitung. Das Verfahren zielt auf das Zersetzen von Kunststoffen durch Enzyme ab, sodass Kunststoffabfälle unendlich oft recycelt werden können. Forscher des Unternehmens haben auf einer Mülldeponie zahlreiche Mikroorganismen untersucht und Enzyme entdeckt, die Enzyme zum Abbau von PET entwickelt haben. Die Technologie arbeitet mit relativ milden Reaktionsbedingungen hinsichtlich Druck und Temperatur. Im September 2021 soll eine Demonstrationsanlage in Betrieb gehen. (Bild: alterfalter - fotolia)