Ergänzende Verfahren zum mechanischen Recycling sind chemisches und lösemittelbasiertes Recyling von Kunststoffabfall. Mit dem chemischen Recycling wurde die Möglichkeit geschaffen, Plastikmüll, der aufgrund von Durchmischung, Verschmutzung oder seines Aufbaus nicht rezykliert werden kann, wiederzuverwerten. Dieser Abfall wurde bisher deponiert oder thermisch verwertet, sodass er für den Materialkreislauf verloren war. Beim chemischen Recycling werden die Kunststoffpolymerketten durch chemische Reaktionen in die Grundbausteine zerlegt und anschließend zu Neuware polymerisiert. Außerdem gibt es Verfahren, die Verbundmaterialien auflösen, damit sie chemisch voneinander getrennt werden können. Der größte Unterschied des lösemittelbasierten zum chemischen Recycling besteht darin, dass die Polymerketten nicht in ihre Monomere zerlegt werden, sodass die Polymerstruktur mit ihren spezifischen Eigenschaften erhalten bleibt.

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Was ist unter dem Covestro-Chemolyse-Verfahren zu verstehen? Das von Covestro, Leverkusen, entwickelte Verfahren Covestro-Chemolyse ermöglicht die Rückgewinnung der beiden Hauptkomponenten von Polyurethan. Neben dem Polyol kann auch das Vorprodukt des Isocyanats zurückgewonnen werden. Der Rohstoffhersteller betreibt eine Pilotanlage für das stoffliche Recycling von Weichschaum. Mit dieser sollen die positiven Laborergebnisse verifiziert und Produkte sowie Anwendungen im kleinen Industriemaßstab entwickelt werden. Ziel ist es, mit chemischen Recyclingprozessen den Wertstoffkreislauf von Post-Consumer-Weichschaumstoffen zu schließen, indem hochreines, hochwertiges Recycling-Polyol und Toluol-Diamin (TDA) zurückgewonnen werden. TDA soll zu Toluol-Diisocyanat (TDI) weiterverarbeitet werden. (Bild: Covestro)