Ergänzende Verfahren zum mechanischen Recycling sind chemisches und lösemittelbasiertes Recyling von Kunststoffabfall. Mit dem chemischen Recycling wurde die Möglichkeit geschaffen, Plastikmüll, der aufgrund von Durchmischung, Verschmutzung oder seines Aufbaus nicht rezykliert werden kann, wiederzuverwerten. Dieser Abfall wurde bisher deponiert oder thermisch verwertet, sodass er für den Materialkreislauf verloren war. Beim chemischen Recycling werden die Kunststoffpolymerketten durch chemische Reaktionen in die Grundbausteine zerlegt und anschließend zu Neuware polymerisiert. Außerdem gibt es Verfahren, die Verbundmaterialien auflösen, damit sie chemisch voneinander getrennt werden können. Der größte Unterschied des lösemittelbasierten zum chemischen Recycling besteht darin, dass die Polymerketten nicht in ihre Monomere zerlegt werden, sodass die Polymerstruktur mit ihren spezifischen Eigenschaften erhalten bleibt.

Bild 11 von 11
Was steckt hinter der Catalytischen Tribochemischen Conversion? Carboliq, Remscheid, ein Tochterunternehmen von Recenso, Remscheid, hat die Catalytische Tribochemische Conversion (CTC), ein einstufiges Verfahren zum Verflüssigen fester Kohlenwasserstoffe, entwickelt. Bei dem Verfahren werden thermische, katalytische und mechanochemische (tribochemische) Mechanismen kombiniert. Ein Standardmodul kann bis zu 400 l gemischte Kunststoffabfälle pro Stunde umwandeln. Die benötigte Prozessenergie wird durch Reibung erzeugt. Der CTC-Prozess findet bei Atmosphärendruck und einer Temperatur unter 400 °C statt. Die Ölausbeute ist hoch, die Menge an entstehenden Gasen eher gering. Prozessrückstände werden extern thermisch verwertet. Das entstehende Öl ist gemäß REACH als Produkt registriert, sodass der End-of-Line-Waste-Status abgesichert ist und das Produktöl in Anlagen, die nicht dem Abfallregime unterliegen, verarbeitet werden kann. Eine Pilotanlage ist auf dem Gelände des Entsorgungszentrums in Ennigerloh in Betrieb. (Bild: Recenso)