Schwarzes Gerät - davor grün leuchtende Querstreifen.

Ein Faserlaser kennzeichnet eine Oberfläche. (Bild: Bluhm Systeme)

Wenn Kunststoffe wie Metall aussehen, dann wurden sie galvanisiert. Bei der Kunststoffgalvanisierung wird das Material mit einer Metallschicht überzogen. Das hat viele Vorteile gegenüber der Verwendung von Metall als Grundstoff: Beispielsweise hat Kunststoff ein geringeres Gewicht, auch der Rohstoff selbst sowie dessen Weiterverarbeitung sind kostengünstiger. Auf die Serienfertigung oberflächenveredelter Kunststoffkomponenten hat sich die Heinze Gruppe spezialisiert. Teil davon ist die Heinze Kunststofftechnik in Herford. In großen Spritzgießmaschinen entstehen hier Werkstücke und Bauteile aus unterschiedlichsten Kunststoffen. Da die Heinze Gruppe circa 70 % ihres Umsatzes im Automotive-Bereich erzielt, werden die spritzgegossenen Kunststoffteile zu einem großen Teil verchromt. Die aufwendige Galvanisierung erfolgt in verschiedenen chemischen Bädern. Anschließend werden die verchromten Produkte manuell geprüft und schließlich weiter veredelt.

Warum es ohne Laserstrahl nicht geht

Viele unserer Kunden wünschen sich ein Firmenlogo auf den verchromten Produkten“, sagt Benedict Tilmes, Mitgesellschafter der Heinze Gruppe: „Da aber in Folge der Galvanisierung eine absolut glatte Oberfläche entstanden ist, kommen wir mit unserem Tampondruck alleine nicht weiter.“ Damit die Farbschicht überhaupt haftet, muss der Untergrund aufgeraut werden. Dazu setzt Heinze einen Lasermarkierer von Bluhm Systeme aus Rheinbreitbach ein: Der Faserlaser Esolarmark FL lasert eine Gravur in die Oberfläche, die nur wenige Mikrometer tief ist. Durch diese Vertiefung hat die anschließend aufgetragene Farbschicht die Möglichkeit, abriebfest zu haften. „Zudem entsteht durch die Gravur nicht nur eine besondere Haptik, sondern auch eine höhere Wertigkeit der Kennzeichnung“, berichtet Tilmes. Pro Jahr werden am Standort in Herford mehr als 50.000 Produkte lasermarkiert: Zur Markierung setzt eine Mitarbeiterin die Bauteile in die entsprechenden Vertiefungen eines Drehtellers. Die Produkte fahren in die geschlossene Druckstation, wo sich der Teller dreht und Lichtschranken sowie Sensoren ermitteln, ob die Teile jeweils korrekt positioniert sind. Pro Produkt benötigt der Laser 1,5 s zur Gravur. Je nach Markierinhalt sind Lasermarkierer in der Lage, stehende und bewegte Produkte mit einer Geschwindigkeit von atemberaubenden 30 Codierungen pro Sekunde zu kennzeichnen. „Wir reden hier von sehr kleinen Markierungen mit äußerst feinen Strukturen“, so Tilmes. Diese graviert der Lasermarkierer nicht nur blitzschnell, sondern auch höchst präzise in die Oberfläche. Neben Logos könnten das auch weitere Informationen wie Klarschrift, ein- und zweidimensionale Codes oder Grafiken sein. Die Kennzeichnung ist sehr gut lesbar, dauerhaft, abriebfest und steril. Anschließend erfolgt der Druck, bei dem Farbe in die Gravur eingefüllt wird. Wenige Sekunden später ist die Farbschicht getrocknet. Das Produkt wird entnommen und nach strenger Endkontrolle verpackt.

Wie der Laser funktioniert

„Faserlaser nutzen dotierte Glasfasern als laseraktive Medien. Ihnen wird Energie in Form von Lichtwellen zugeführt. Der Esolarmark FL arbeitet mit einer Leistung von 20 Watt. In Folge der energetischen Aufladung der Faser entsteht eine Laserstrahlung mit einer Wellenlänge von 1.064 nm. Da das menschliche Auge nur Lichtstrahlen zwischen 400 und 700 nm erkennen kann, hilft ein Pilotlaser mit rotem und somit sichtbarem Laserstrahl bei der Einrichtung der Markierfläche. Die maximale Markierfläche beträgt 100 x 100 mm. Beim Gravieren entstehen innerhalb von Millisekunden keilförmige Vertiefungen, die je nach Oberfläche mehr oder weniger kontrastreiche Codierungen erzeugen. Faserlaser kennzeichnen nicht nur Metalle, sondern auch Kunststoffe. Wird Metall graviert, verändern sich Farbe und Struktur der Oberfläche, sodass ein fälschungssicherer, verschleißbeständiger und gut sichtbarer Kon-trast entsteht. Mit bis zu 100.000 Betriebsstunden sind Lasermarkierer sehr langlebig.

Quelle: Bluhm Systeme

Auf dem Laufenden mit dem PLASTVERARBEITER-Newsletter

Plastverarbeiter-Logo

Aktuelle Nachrichten, spannende Anwenderberichte und branchenrelevante Produktinformationen: Sie erhalten zwei Mal wöchentlich mit dem PLASTVERARBEITER-Newsletter die Neuigkeiten der Branche – kostenfrei direkt in Ihr Postfach.

Hier registrieren und den Newsletter abonnieren!

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?