Datenanalyse hebt Kosten- und Effizienzpotenziale

Die Auswertung von Maschinendaten in Echtzeit gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen von Big Data, denn Sensoren generieren Daten, zum Beispiel Temperatur oder Energiedaten, heute im Sekundentakt oder schneller. Binnen weniger Stunden entstehen so Datenberge im Terabyte-Bereich. (Bildquelle: Danil Melekhin – iStock.com)

Eine weitere wichtige Voraussetzung für den nutzbringenden Einsatz von Industrie 4.0 sind Standards. Die europäischen Spritzgießmaschinenhersteller haben hier mit der Einigung auf den neuen Standard Euromap 77 einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Angesichts der Bedeutung der Europäer in dieser Branche gibt es gute Chancen, dass sich dieser Standard auch weltweit durchsetzen wird. „Ohne Standards kann Industrie 4.0 nicht erfolgreich sein“, sagte Wittmann. Für ihr gemeinsames Ziel haben die Konkurrenten im Spritzguss am gleichen Strang gezogen. „Standards sind zum Vorteil unserer Kunden. Das wollen wir alle, deshalb sind wir hier nicht mit den anderen Spritzgießmaschinenherstellern im Wettbewerb“, sagte Heinz Gaub, Managing Director Technology and Engineering bei Arburg.
Vorrang für Datensicherheit
Die durch Digitalisierung und Vernetzung erzeugten großen Datenmengen müssen vor allem vor Diebstahl und Manipulation geschützt werden. „Dabei geht es nicht um universelle Lösungen. Vielmehr muss die Sicherheitsarchitektur in jedem speziellen Fall individuell angepasst werden“, sagte VDMA-Experte Dr. Harald Weber bei einem Gespräch im TV-Pavillon. Wichtig sei es vor allem, dass die Fragen der Datensicherheit schon bei der Entwicklung neuer Prozesse mitberücksichtigt werden. Ein nachträgliches Implementieren könne immer nur den zweitbesten Schutz gewährleisten. Als Orientierungshilfe hat der VDMA einen „Leitfaden Industrie 4.0 Industrial Security“ herausgegeben, der in Kürze auch in englischer Sprache erscheinen wird. „Für die Maschinenbauer ist es von großer Bedeutung, ihren Kunden Sicherheitslösungen aufzeigen zu können“, sagte Ernst Esslinger, Director Methods/Tools beim Holzmaschinenbauer Homag. Wichtig sei es, Vertrauen zu schaffen. Homag ist aus diesem Grund auch Mitglied in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt Iuno. Es soll Unternehmen Hilfestellung geben bei der Frage, wie die Datenkommunikation sicher gemacht werden kann.

„Ding des Tages“
Zur Verdeutlichung der Praxistauglichkeit von Industrie 4.0 präsentiert der VDMA auf der K 2016 täglich eine industrielle Anwendung, das Ding des Tages. Am Freitag stellte der Kunststoffmaschinenbauer Wittmann Battenfeld eine individuell bedruckbare Tragetasche aus dem Weichkunststoff TPE vor. Bedrucken lassen sich Taschen auch ohne die Mittel von Industrie-4.0. Man erzeugt einen Auftrag zum Bedrucken, der dann auf einer Maschine ausgeführt wird. Bei Wittmann Battenfeld können Messebesucher aber schon morgens einen Druck in Auftrag geben und ihre Tasche erst abends bedrucken lassen. Dazu wird der Auftrag auf einen Abholschein gedruckt, der einen QR-Code mit allen relevanten Daten für den Aufdruck enthält. Erst wenn dieser Schein später eingescannt wird, wird die Tasche mit dem Aufdruck versehen. „In der industriellen Praxis ermöglichen QR-Codes die völlige Transparenz eines Produktionsvorgangs“, erläuterte Wolfgang Roth, der bei Wittmann Battenfeld die Anwendungstechnik leitet. Dies ermöglicht eine genaue Rückverfolgbarkeit von Teilen, was in vielen Industrien, etwa in der Medizintechnik, von großer Bedeutung ist.
K 2016  Halle 16 / F42 und VDMA TV-Pavillon FG 16.1 (Freigelände, gegenüber Halle 16)

 

[ega]

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