Fünf verschiedenfarbige Kunststoffspritzen. Wirthwein Medical bietet im Standardprogramm ergänzend farbige Finger-auflagen und Kolbenstangen an.

Die vorfüllbaren Kunststoffspritzen der Eigenmarke Wim Ject von Wirthwein Medical in verschiedenen Farben. (Bild: Wirthwein Medical)

In der Medizintechnikbranche wird der wirtschaftliche Druck auf Produzenten von Kunststoffartikeln immer größer. Für Wirthwein Medical war die Intention, neben dem bestehenden anwenderspezifischen Geschäftsfeld ein eigenes Produktportfolio aufzubauen, um sich dadurch für die Zukunft breiter und unabhängiger aufzustellen. Dadurch wird langfristig das geplante Wachstum und der weitere Unternehmensausbau unterstützt.

Daraus besteht das Spritzensystem

Bei Wim Ject handelt es sich um eine vorfüllbare Kunststoffspritze auf Basis von Cyclo-Olefinen (COC), die als Systemprodukt angeboten wird. COC ist ein Polymer mit vergleichbaren Eigenschaften wie Glas, aber mit höherer Bruchfestigkeit und einem geringeren Gewicht. Das System besteht aus einer Spritze mit Luer-Lock-Anschluss, die zur Optimierung der Gleit- und Barriereeigenschaften speziell beschichtet und mit einem Tip Cap verschlossen wird. Der integrierte Luer-Lock garantiert eine sichere Verbindung zu Standard-Injektionsnadel- und Adaptersystemen. Verpackt wird das Produkt in einem Tub/Nest-System und anschließend sterilisiert. Alle Komponenten basieren auf der Norm ISO 11040 und sind mit nahezu allen bestehenden Abfüllanlagen in der pharmazeutischen Industrie kompatibel: Wim Ject ist ein System „Ready for Filling“, wie der Hersteller betont. Neben dem Spritzensystem sind ebenso Fingerauflagen sowie Kolbenstangen in verschiedenen Farben erhältlich. Bei der eingesetzten Beschichtung handelt es sich um ein Cross-Linked Silikon, welches nach der Applikation eine solide Schicht ausbildet, die sowohl die Gleiteigenschaften als auch die Barriereeigenschaften des Spritzenkörpers optimiert. Da es sich nicht um ein Silikonöl handelt, ist der spätere Gehalt an freiem Silikonöl in der Spritze sehr gering, was einen Vorteil für die eingefüllten Wirkstoffe darstellt. Die Beschichtung ist eine in der pharmazeutischen Industrie etablierte Formulierung, die bereits akzeptiert und zugelassen ist. Im Applikationsverfahren steckt eigenes Know-how des Unternehmens.

Sterilisieren mit Gammastrahlen

Für die Sterilisation der Kunststoffspritzen arbeitet man mit externen Partnern zusammen. Hierbei kommt Gammastrahlung zum Einsatz. Der Vorteil in diesem Verfahren liegt dabei, dass die Verpackung der Produkte unberührt bleibt und Entgasungszeiten wie bei Ethylenoxid entfallen. Die verwendeten Materialien und Rohstoffe sind bereits bei vielen Endkunden etabliert, was die regulatorischen Aufwände bei der Verwendung der Produkte deutlich vereinfacht. Mit Wim Ject wird eine Turn-Key-Lösung angeboten, die vom eigenen Werkzeugbau, der Fertigung der Kunststoffteile und Montage, bis hin zur Auslieferung des Produktes komplett im eigenen Haus im hessischen Mühltal bei Darmstadt, hergestellt wird. Mit diesem Konzept will man in Zeiten wachsender globaler Krisen und gestörter Lieferketten Liefersicherheit und Verlässlichkeit für Anwender bieten. Auch regulatorische Aspekte wie Audits werden so schlanker und effizienter. Des Weiteren wird durch kurze Lieferketten auch dem Grundsatz der Nachhaltigkeit Rechnung getragen, da Emissionen für unnötige Transporte oder zusätzliche Verpackungsmaterialien vermieden werden.

Ein Mensch mit Schutzhandschuhen hält eine Spritze in der Hand. Wim Ject kann für die Verabreichung von Botox, Hyaluronsäuren, Notfallmedikamenten, Infusionen sowie auch unterschiedlichen pharmazeutischen Medikamenten als vorgefüllte Spritze verwendet werden.
Wim Ject kann für die Verabreichung von Botox, Hyaluronsäuren, Notfallmedikamenten, Infusionen sowie auch unterschiedlichen pharmazeutischen Medikamenten als vorgefüllte Spritze verwendet werden. (Bild: Wirthwein Medical)

Erfolgreiche Messe-Premiere

Mit dem Eigenprodukt will das Unternehmen die bereits etablierten und nachhaltig wachsenden Geschäftsbereiche ergänzen, wie Vorstandssprecher Marcus Wirthwein berichtet. Neben dem unternehmenseigenen Know-how waren insbesondere das „komplette Technologiespek-trum aus Werkzeugbau, Spritzguss, Automation und Prozessentwicklung die Erfolgsfaktoren für die Entwicklung von Wim Ject“, wie auch Dr. Thomas Jakob, Geschäftsführer Wirthwein Medical hervorhebt. Die neuen vorfüllbaren Kunststoffspritzen wurden bereits auf der Messe Pharmapack 2023 in Paris erfolgreich präsentiert. Anwender seien neben neuen Lieferkapazitäten auch an einem Zweitlieferanten zur Risikominimierung interessiert, berichtet Christoph Merhold, Leiter Programm-Management bei Wirthwein Medical. „Nur wenige Firmen weltweit besitzen das Know-how und die Möglichkeit, ein solches Produkt zu fertigen.“

Quelle: Wirthwein Medical

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Wirthwein Medical GmbH & Co. KG

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64367 Mühltal
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