Einsatzfelder finden sich vor allem bei Serienanwendungen, bei denen eine oder mehrere Bremsen in mobilen Antriebseinheiten oder Geräten zum Einsatz kommen, z.B. bei Treppenliften, Leichtbaurobotern oder anderen Produkten, die in größeren Stückzahlen gefertigt werden und möglichst leicht sein müssen. 
(Bildquelle: zoranm / iStock)

Das Kompetenzzentrum Neue Materialien und Produktion unterstützt Handwerker sowie kleine und mittelständische Unternehmen.
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In Kooperation mit Süderelbe und dem Laboratorium für Fertigungstechnologie (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität begleitet Composites United, Stade, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung von Innovationen von der Entwicklung bis zum Prototypen. Dies ist für die teilnehmenden KMU bis zum Herstellen des Prototyps komplett kostenlos. Durch den Einsatz von neuen Werkstoffen und neuen Fertigungstechnologien wie dem 3D-Druck sollen regionale Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationskraft der Region erhöht werden. Das Projekt fördert der europäische Fonds für regionale Entwicklung.

Passanten-Stopper und Apfelpflücker

Im Landkreis Stade wurde die Entwicklung zweier regional typischer Produkte angestoßen, in denen carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) seine Eigenschaften einbringt. Sogenannte Passanten-Stopper aus CFK können die in der Stader Fußgängerzone die bisherigen touristischen Hinweis-Stelen bald ergänzen.

Der „Stader Pflück“ bezeichnet einen Apfelpflücker aus CFK. Der Prototyp des superleichten Überkopf-Arbeitsgerätes besitzt einen drei Meter langen Stiel und ist deutlich leichter als die handelsüblichen Geräte. So verhindert er schnelles Ermüden der Erntehelfer. Ein Verbinden mit anderen Überkopf-Arbeitsgeräte beispielsweise für Maler oder Gebäudereiniger an den leichten CFK-Stiel ist denkbar. Die Prototypenherstellung erfolgte durch regionale Unternehmen. In einem weiteren Pilotprojekt konnte das LaFT für ein Unternehmen aus dem Landkreis Stade einen 3D-gedruckten Prototyp für eine Messlehre aus Kunststoff zur Qualitätssicherung herstellen.

Mit additiven Verfahren zur Effizienzsteigerung

Gerade in der aktuellen Zeit gibt es bei vielen Unternehmen Kapazität, um über den Einsatz neuer Materialien und Produktionsmethoden intensiver nachzudenken und Fachpersonal im Rahmen des Projekts virtuell weiterbilden zu lassen. Ein prominentes Beispiel für einen bereits fertig gestellten Prototyp ist im Landkreis Lüchow-Dannenberg zu finden: Durch Herstellung eines Betriebsmittels im additiven Verfahren wurde eine Effizienzsteigerung von 20 Prozent erreicht.

In vielen produzierenden Unternehmen existieren vielfältige Einsatzmöglichkeiten, mit denen die Produktion flexibler und agiler gestaltet werden kann. Genauso resultieren aus dem Einsatz neuer Materialien und der Anwendung additiver Fertigung neue und interessante Produkte.

KMU mit Interesse an neuen Materialien und Produktionsverfahren sowie vielleicht eine Idee für einen Prototypen können sich an Dr. Joachim Henning wenden: joachim.henning@composites-united.com, Tel. 04141 4074014. (jhn)