Die Fahrzeugproduktion in Europa steht im Zuge der Coronakrise weitgehend still. Hart getroffen sind davon die Kunststoffverarbeiter. (Bildquelle: BMW)

Die Fahrzeugproduktion in Europa steht im Zuge der Coronakrise weitgehend still. Hart getroffen sind davon auch die Kunststoffverarbeiter. (Bildquelle: BMW)

Aufgrund des urplötzlichen Abbruchs der Warenabnahme und unkoordinierter Werksschließungen aller relevanten europäischen Fahrzeughersteller wurde ohne angemessene Ankündigungsfrist Ware nicht abgeholt beziehungsweise abgenommen – trotz noch bestehender Abrufe und der damit verbundenen Abnahmeverpflichtungen. „Kurz zuvor war ein solches Vorgehen mit Bezug auf force majeure noch untersagt worden“, kritisiert Michael Weigelt, Geschäftsführer von GKV/Tec Part, „wenige Tage später wurden mit der gleichen Argumentation die eigenen Werkschließungen begründet“.

Im Augenblick ruhen die automobilen Wertschöpfungsketten, das Anlaufszenario ist noch nicht vorhanden oder noch nicht belastbar und das erwartete Produktionsvolumen noch völlig unklar. Zur Stabilisierung der Situation sind aus Sicht des Verbandes jetzt folgende Maßnahmen nötig:

  • Von der Bundesregierung muss ein Plan vorgelegt werden, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Schritten die derzeitigen Beschränkungen gelockert werden.
  • Basierend darauf öffnen sich für die Industrie wieder die Absatzkanäle. Daraus ergibt sich für die Hersteller eine größere Planungssicherheit, die wieder belastbare Abrufzahlen für die Lieferkette bringen muss.
  • Am Beginn der Lieferkette muss sichergestellt werden, dass die Rohstoffe und Materialien auch zur Verfügung stehen. Das Abschalten von Fabrikanlagen darf hier nicht zu Engpässen wie 2009/2010 führen.
  • Ein Ausgleich von erbrachten Leistungen muss innerhalb der Fristen erfolgen

Es sei nun notwendig,  betont Tec Part, dass man zügig zu einer besonnenen „Normalität“ zurückkehrt. Nur dann würden die guten Hilfsprogramme der Regierung auch ihre Wirkung entfalten, ansonsten werde das Sterben vieler Unternehmen nur verzögert. Daher ist es aus Sicht des verbandes wichtig, dass der Mittelstand jetzt unbürokratisch und schnell Zugang zu den Fördermitteln erhält.

„Das muss nicht nur für die kleinen und mittleren Betriebe, sondern auch für den größeren Mittelstand gelten,“ betont Michel Weigelt. Der Mittelstand leidet nach wie vor an Verzögerungen bei der Kreditvergabe, weil Sparkassen und Banken das Kreditrisiko aufwendig prüfen und Arbeitsagenturen die Auszahlungen des Kurzarbeitergelds aufgrund der großen Fallzahlen nicht zeitnah anweisen können. All das belastet die Liquidität der Unternehmen aufs Äußerste und muss gemäß TecPart schnellstmöglich gelöst werden.