Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um vier Prozent. (Bildquelle: Shutterstock)

Im Februar reduzierten sich die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau um vier Prozent. (Bildquelle: Shutterstock)

„Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Das wirkliche Ausmaß der Folgen der Coronapandemie im Maschinenbau wird sich erst in den Auftragszahlen für März und den nachfolgenden Monaten zeigen.“ Der VDMA unterstützt daher das große Maßnahmenpaket der Bundesregierung. Die Organisation erkennt die Bemühungen der Finanzinstitute an, die bereitgestellten Gelder rasch auch an den Mittelstand durchzuleiten.

„Wir appellieren an alle Banken, dass sie ihre Ressourcen noch mehr bündeln, um die Industrie mit Liquidität in der Krise zu versorgen. Das Geld muss rasch fließen, um die Krise abfedern zu können. Davon hängt auch ab, dass wir nach der Pandemie einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung zum Wohle des Landes schaffen“, betont Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Auch von der Politik erwarten die Maschinenbauer, dass die Weichen entsprechend gestellt werden, um nach der Pandemie mit voller Kraft durchstarten zu können. „Das von Wirtschaftsminister Peter Altmaier angekündigte Fitnessprogramm sollte so schnell wie möglich vorgelegt werden, damit die Betriebe Klarheit erhalten“, fordert Brodtmann.

Auftragseinbußen im März

Im Februar konnte eine steigende Nachfrage aus den Euro-Partnerländern – plus fünf Prozent – den Auftragsrückgang aus den Nicht-Euroländern – minus sieben Prozent – noch teilweise kompensieren. „Dieser Rückgang der Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern ist vermutlich ein erstes Anzeichen des Ausbruchs der Coronakrise in China“, erläuterte Wiechers. „In den März-Zahlen werden wir die Folgen der Ausbreitung des Virus deutlich sehen. Immerhin meldeten uns 84 Prozent der VDMA-Mitglieder in einer Umfrage von Ende März gravierende bis merkliche Auftragseinbußen.“

Im Drei-Monats-Zeitraum Dezember 2019 bis Februar 2020 wurden insgesamt ein Prozent weniger Aufträge verbucht. Die Bestellungen aus dem Inland blieben im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil, das Ausland verbuchte ein Minus von zwei Prozent. Aus den Euro-Ländern kamen drei Prozent weniger Orders, aus dem Nicht-Euro-Raum waren es zwei Prozent weniger Bestellungen. (jhn)