Zeppelin arbeitet unter anderem in den Bereichen Anlagenbau. (Bildquelle: Zeppelin)

Zeppelin arbeitet unter anderem in den Bereichen Anlagenbau. (Bildquelle: Zeppelin)

Das Gesamtinvestitionsvolumen von Zeppelin lag bei 369 Mio. EUR und enthält Ausgaben für das anorganische Wachstum. Der Konzern geht für das laufende Jahr von einem drastischen Einschnitt und einer wesentlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund der Coronapandemie aus.

Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO, sagte: „Unsere Renditekennzahlen konnten im Kontext der sehr guten Entwicklung nochmals verbessert werden und die Konzernverschuldung bewegt sich auch nach den Akquisitionen auf einem sehr konservativen Niveau. Wir nutzten das sehr gute Kapitalmarktumfeld in 2019, um unsere Finanzierung unter Berücksichtigung der Zukäufe langfristig zu sichern.“

Vertriebs- und Servicegebiete in Nordeuropa erweitert

„2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr: höchster Umsatz, beste Bauma und größte Akquisition in unserer Firmengeschichte“, kommentierte Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeppelin. „Ich freue mich, diese erfolgreiche Arbeit nun auch mit unseren neuen Kolleginnen und Kollegen in Nordeuropa fortzusetzen.“ Mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 hat der Zeppelin-Konzern die Verantwortung für den Vertrieb und Service von Caterpillar Produkten in Dänemark, Grönland und Schweden übernommen. Zusätzlich ging der Service und Vertrieb von Motoren der Marke Mak in den Ländern Estland, Lettland, Litauen, Finnland sowie Island und den Färöer-Inseln auf Zeppelin über.

Durch die Übernahme der Vertriebsaktivitäten in Nordeuropa ist Zeppelin somit zum Jahresende 2019 auf rund 10.000 Mitarbeiter gewachsen. Das Unternehmen sieht durch seine jahrzehntelange Erfahrung als Caterpillar Vertriebs- und Servicepartner und die logistischen Synergien langfristig Wachstumspotentiale durch eine erfolgreiche Bearbeitung der zusätzlichen Märkte. Die neue Einheit wurde als strategische Geschäftseinheit „Baumaschinen Nordics“ in die bestehende Konzernstruktur eingefügt und wird durch Volker Poßögel, bis dato Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Power Systems, geführt.

Aufgrund des insgesamt stabilen wirtschaftlichen Umfeldes und der guten Marktpositionierung konnten alle strategischen Geschäftseinheiten (SGE) eine positive Entwicklung verzeichnen. In der Geschäftseinheit Anlagenbau wirkten sich erschwerte globale wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie die sich abkühlende Konjunktur im Chemiebereich und die Unsicherheiten in der Automobilindustrie dämpfend auf das Geschäft in einzelnen Segmenten und Regionen aus. Trotz geringerer Umsatzerlöse konnte eine Verbesserung der Ertragskraft erreicht werden. Darüber hinaus ist es gelungen, den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2019 mit verschiedenen Großprojekten im Bereich der Anlagen zur Kunststoffherstellung nochmals zu steigern.

Digitalisierung über eigene Gesellschaft

Um alle Geschäftseinheiten gezielt bei Innovationen und Digitalisierung zu unterstützen, wurde das Strategische Management Center „Zeppelin Digit“ aufgebaut. In einer Querschnittsfunktion werden hier die Aktivitäten der Bereiche IT, Innovation, Digitalisierung und die bisherige Strategische Geschäftseinheit Z Lab zusammengeführt. Die Gesellschaft Z Lab soll auch künftig als Bereich von Zeppelin Digit digitale Geschäftsmodelle für die Bauwirtschaft und Industrie entwickeln.

Ausblick 2020: Keine Belebung der Weltwirtschaft

Für 2020 wird die prognostizierte Belebung der Weltwirtschaft nicht eintreten. Neben den anhaltenden Handelsstreitigkeiten und Sanktionen sowie der Unsicherheiten bezüglich der Modalitäten des Brexit hat die Coronapandemie die Weltwirtschaft in eine weitreichende Krise gestürzt, deren Auswirkungen derzeit noch nicht absehbar sind. Der massive Verfall des Ölpreises und die Auseinandersetzung zwischen Russland und Saudi-Arabien treffen zudem Kernmärkte. Trotz der schwierigen Geschäftsaussichten sieht der Konzern Chancen für das aktuelle Geschäftsjahr. Die stabile Baukonjunktur und die zusätzlichen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur in Deutschland könnten die erwarteten Umsatz- und Ertragsrückgänge durch die Corona-Pandemie und die Ölpreiskrise dämpfen.

Zeppelin plant, sich in den bestehenden Geschäftsbereichen auf den Erhalt der marktführenden Position zu konzentrieren und das Servicegeschäft weiter auszubauen. In Nordeuropa will sich der Konzern auf die Integration der neuen Gesellschaften und Vertriebsgebiete fokussieren. Zusätzlich zum Ausbau und der Stärkung des Portfolios an Maschinen und Serviceleistungen stehen der Aufbau des Geschäfts mit Vermietung von Maschinen im Mittelpunkt. Zeppelin bekennt sich zu seinem Engagement in den eurasischen Märkten und investiert in den Neubau einer Haupt-Niederlassung in Kiew/Ukraine. (jhn)