Christian Kullmann, Vostandsvorsitzender Evonik Industries, ist neuer Präsidendt des VCI. (Bildquelle: Evonik Industries)

Christian Kullmann, Vostandsvorsitzender Evonik Industries, ist neuer Präsidendt des VCI. (Bildquelle: Evonik Industries)

„Die Corona-Epidemie ist ein Einschnitt und eine Bewährungsprobe für unser Land und für uns alle“, sagte Kullmann. „In dieser Ausnahmesituation setzen unsere Unternehmen alles daran, die Bevölkerung und das Gesundheitssystem mit medizinischen Gütern zu versorgen – ohne gewinnorientierte Überlegungen. Wir bündeln unsere Ressourcen für die Entwicklung von Virentests, Impfstoffen, Medikamenten und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und von Kunststoffen für Schutzkleidung und medizinische Geräte.“

Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft zu stabilisieren, sei nun das Gebot der Stunde. „Wir müssen jetzt gemeinsam mit Politik und Gewerkschaften die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unsere Wirtschaft möglichst bald wieder auf Wachstum umschalten kann“, stellte Christian Kullmann klar. „Das gilt ganz besonders für unseren Mittelstand, der seit Jahrzehnten das verlässliche Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildet – gerade auch in unserer Chemieindustrie.“

Dialog suchen

Den offenen und sachlichen Dialog mit Politik und Gesellschaft zu suchen und zu fördern, erklärte Kullmann zu einer zentralen Aufgabe seiner Präsidentschaft. „Um die Leistungsfähigkeit der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu stärken, brauchen wir in Deutschland wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, damit wir im internationalen Wettbewerb bestehen und wachsen können. Denn die Chemie ist ein unverzichtbarer Ausgangspunkt notwendiger Wertschöpfungs- und Lieferketten. Gerade in diesen Tagen zeigt sich, welche zentralen Aufgaben unsere Forscher und Entwickler für die Menschen erfüllen: in der Medizin ebenso wie in der Ernährung und im Kampf gegen den Klimawandel. Der Weg in eine nachhaltige Gesellschaft führt nur über die Chemie. Denn wir sind die Ingenieure der Zukunft.“

Christian Kullmann wurde 2014 in den Vorstand des Chemiekonzerns Evonik berufen und übernahm 2017 dessen Vorsitz. Seine berufliche Laufbahn begann der Wirtschaftshistoriker 1994 in Frankfurt. 2003 wechselte der heute 51-Jährige von der Dresdner Bank zur RAG nach Essen. Aus dem Zusammenschluss der RAG mit Degussa entstand 2007 die Evonik Industries. Als Manager handelt Kullmann aus der Überzeugung, dass ein Unternehmen und eine Gesellschaft auf Dauer nur erfolgreich sein können, wenn wirtschaftliche, ökologische und soziale Interessen in einen gerechten Ausgleich gebracht werden. (sf)