Die Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun konnte von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 berichten. (Bildquelle: B. Braun)

Die Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun konnte von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 berichten. (Bildquelle: B. Braun)

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) betrug 1.079,1 Mio. EUR (Vorjahr: 952,5 Mio. EUR) und  das Ergebnis vor Steuern (bereinigt) 400,2 Mio. EUR (Vorjahr: 451,6 Millionen Euro). „Das Ergebnis ist im Rahmen der Erwartungen“, so Anna Maria Braun. Es sei belastet durch Anlaufkosten in neuen Werken sowie durch höhere Produktionskosten an Standorten in den USA und Deutschland, die vor allem durch steigende regulatorische Anforderungen entstanden seien. „Wir wollen digitale Technologien nutzen, um Produkte und Therapien sicherer zu machen, aber auch um bei internen Prozesse effizienter zu werden“, erläuterte die Vorstandvorsitzende weiter. „Mit Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit wollen wir die Zukunft des Unternehmens gestalten, um auch weiterhin die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern.“

Die Entwicklung der Sparten

Alle Sparten trugen zur positiven Umsatzentwicklung bei. Die Sparte Hospital Care erhöhte den Umsatz durch Zuwächse um 6,8 % auf 3.343,0 Mio. EUR (Vorjahr: 3.131,1 Mio. EUR). Aus Produktsicht sorgten vorrangig der Vertrieb von automatischen Infusionssystemen, die Zubereitung patientenindividueller Ernährungslösungen sowie der Bereich der parenteralen Ernährung für entsprechende Steigerungen.

Die Sparte Aesculap erzielte einen Umsatz von 1.968,2 Mio. EUR und lag damit 7,9 Prozent über Vorjahr. Alle Geschäftsfelder trugen zum Gesamtwachstum bei. Insbesondere die Geschäftsfelder Interventionelle Therapie und Sterilgutmanagement verzeichneten ein starkes Wachstum, unterstützt durch eine dynamische Entwicklung in den Segmenten Wirbelsäulenchirurgie, Neurochirurgie sowie Laparoskopie.

Die Sparte Out Patient Market erreichte 2019 einen Umsatz von 917,3 Mio. EUR,  9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine starke Entwicklung zeigte sich im Bereich Hygienemanagement sowie beim Vertrieb von Produkten anderer Sparten im ambulanten Markt. Auch mit Produkten der urologischen Versorgung und Wundbehandlung erzielte B. Braun gute Umsätze.

Der Umsatz der Sparte B. Braun Avitum steigerte sich im Berichtsjahr um 11,8 % auf 1.210,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1.082,3 Mio EUR). Zur deutlichen Steigerung im Produktgeschäft trug insbesondere das Exportgeschäft bei. Auch die B. Braun-Dialysekliniken entwickelten sich weiterhin positiv. In mehr als 380 Dialysezentren in Europa, Asien-Pazifik, Lateinamerika sowie Afrika versorgt B. Braun Avitum rund 33.000 Patienten.

Die Entwicklung in den Regionen

In Deutschland war die Entwicklung mit einer Wachstumsrate von 3,9 Prozent stabil, und B. Braun behauptete sich weiterhin im wettbewerbsintensiven Markt. In Europa (ohne Deutschland) erzielte der Konzern mit +6,0 % eine gute Umsatzsteigerung. In der Region Asien-Pazifik steigerte B. Braun den Umsatz um 10,5 Prozent. Wachstumstreiber waren hier China, Indonesien, die Philippinen und Südkorea. In der Region Lateinamerika erhöhte sich der Umsatz in lokalen Währungen um 9,1 Prozent. In Nordamerika lag der Umsatz in Konzernwährung mit +13,4 % deutlich über dem Vorjahr, aber auch in US-Dollar zeigte die Region mit +7,5 % eine gute Entwicklung im Umsatz. In der Region Afrika und Naher Osten betrug unser Wachstum in lokalen Währungen 12,8 Prozent.

Investitionen weiter auf hohem Niveau

Zum umfangreichen Produkt- und Dienstleistungsportfolio der Gruppe gehören zum Beispiel individuelle Komplettlösungen für die Angiographie, Angioplastie und Hämodynamik. (Bildquelle: B. Braun)

Zum umfangreichen Produkt- und Dienstleistungsportfolio der Gruppe gehören zum Beispiel individuelle Komplettlösungen für die Angiographie, Angioplastie und Hämodynamik. (Bildquelle: B. Braun)

Im Berichtsjahr 2019 investierte B. Braun 1.259 Mio. EUR in den Ausbau beziehungsweise Ersatz von Produktionsstätten sowie in Forschung und Entwicklung. So erweiterte das Unternehmen sein Kerngeschäft, zum Beispiel durch den Umbau seines Standortes in Berlin, durch die Automatisierung der Nahtmaterial-Fertigung in Spanien und den Ausbau der Produktion von Kontinenzprodukten in Frankreich. Das Investitionsprogramm in den USA wurde vorangetrieben und das Netz an Dialysezentren vergrößert.

Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte der B. Braun-Konzern 64.585 Mitarbeiter, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland arbeiteten am Jahresende 15.828 Menschen für den Konzern (+0,9 Prozent). Die zusätzlichen Arbeitsplätze wurden in erster Linie in neuen oder erweiterten Produktionen geschaffen, aber die B. Braun-Familie wuchs auch durch Akquisitionen und die Gründung von Vertriebsgesellschaften und Dialysezentren. An den deutschen Standorten bildet B. Braun zurzeit 802 junge Menschen in 26 verschiedenen Berufen aus. 91 Auszubildende besuchten neben ihrer Ausbildung eine Hochschule oder Berufsakademie. Neben Deutschland bildet B. Braun in Brasilien, Malaysia, Polen, in der Schweiz und Vietnam insgesamt 303 junge Menschen aus. „Unser Unternehmen lebt von der Vielfalt unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Diese Vielfalt macht uns stark und sichert die Zukunft von B. Braun“, so die Vorstandsvorsitzende.