Elring Klinger ist ein weltweit tätiger Systempartner der Automobilindustrie für Leichtbaulösungen, Elektromobilität, Dichtungs- und Abschirmtechnik, Werkzeugtechnologie sowie Engineering-Dienstleistungen. (Bildquelle: Elring Klinger)

Elring Klinger ist ein weltweit tätiger Systempartner der Automobilindustrie für Leichtbaulösungen, Elektromobilität, Dichtungs- und Abschirmtechnik, Werkzeugtechnologie sowie Engineering-Dienstleistungen. (Bildquelle: Elring Klinger)

Das Ziel, den Markt in seinem Wachstum organisch um 2 bis 4 Prozentpunkte zu übertreffen, hat der Konzern 2019 klar erreicht. Dazu trug vor allem die Region Nordamerika bei, die ein Umsatzplus von 25,1 % zu verzeichnen hatte. In der Region Asien-Pazifik hingegen lagen die Erlöse mit -1,4 % leicht unter dem Vorjahr, allerdings war hier der Markt mit -8,2 % auch erheblich schwächer. In Deutschland und im übrigen Europa war der Umsatz mit – 7,8 % bzw. -4,2 % ebenfalls rückläufig. Dazu der Vorstandsvorsitzende von Elring Klinger, Dettingen/Erms, Dr. Stefan Wolf: „Die Marktgegebenheiten waren 2019 insgesamt nicht einfach, aber durch unsere innovativen Produkte konnten wir weiter wachsen. Gleichzeitig haben wir ein Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung umgesetzt, dass unsere Finanzkennzahlen erkennbar verbessert hat. Gerade durch den deutlich gestiegenen Cashflow konnten wir die Nettofinanzverschuldung deutlich zurückführen und den Konzern für die Zukunft stärken.“

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt

Das Maßnahmenpaket umfasste neben einem disziplinierten Ansatz bei den Investitionen vor allem Verbesserungen beim Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital). Forderungen wurden reduziert, Zahlungsziele bei den Verbindlichkeiten ausgeweitet und die Vorräte optimiert. Investitionen in Sachanlagen und Finanzimmobilien tätigte der Konzern fokussiert, sodass die Quote mit 5,3 % des Umsatzes deutlich unter dem Vorjahr mit 9,6 % lag. Zu den Investitionen gehörte das in Dettingen/Erms errichtete neue Technologiezentrum für Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie der Aufbau einer Serienfertigung für komplette Batteriesysteme am Standort Thale in Sachsen-Anhalt. Der Erfolg der umfangreichen Maßnahmen zeigte sich 2019 in einer signifikant positiven Entwicklung des operativen Free Cashflows, der um 262 Mio. EUR auf 176 Mio. EUR (2018: -86 Mio. EUR) verbessert werden konnte.

Neu entwickelter Brennstoffzellentank des Unternehmens. (Bildquelle: Elring Klinger)

Neu entwickelter Brennstoffzellentank des Unternehmens. (Bildquelle: Elring Klinger)

Mehrbelastungen durch das hohe Rohstoffpreisniveau, die US-Antidumping- und -Ausgleichszölle sowie gestiegene Personalkosten wirkte der Konzern seit Beginn 2019 durch Kosteneinsparungen entgegen. Neben Sachkostenreduzierungen legte das Management seinen Fokus auf Optimierungen an den besonders stark ausgelasteten Standorten in Nordamerika. Infolgedessen konnten die Ergebnismargen im Jahresverlauf sukzessive von 1,6 % im ersten Quartal auf 5,9 % im vierten Quartal 2019 gesteigert werden. Darin enthalten ist auch der Verkauf eines Gewerbeparks in Ungarn, der im letzten Quartal zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag von 8,6 Mio. EUR führte.

Insgesamt lag das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) vor Kaufpreisallokation im Gesamtjahr 2019 mit 63,2 Mio. EUR (2018: 100,2 Mio. EUR) und einer Marge von 3,7 % (2018: 5,9 %) am unteren Rand der anvisierten Bandbreite von rund 4 bis 5 %. Zu berücksichtigen sind im Vorjahr allerdings die Erlöse aus dem Verkauf von zwei Tochtergesellschaften. Durch ein um 5 Mio. EUR geringeres Finanzergebnis sank das Ergebnis vor Ertragsteuern auf 41,7 Mio. EUR (2018: 81,4 Mio EUR), in Verbindung mit leicht gestiegenen Ertragsteuern das Periodenergebnis auf 5,0 Mio. EUR (2018: 47,9 Mio. EUR).

Ausblick 2020 ohne konkrete Zielvorgaben

Bereits ohne die aktuellen Entwicklungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie war aufgrund der konjunkturellen Abkühlung ein herausforderndes Jahr 2020 erwartet worden. Durch die tiefgreifenden Maßnahmen der Regierungen weltweit zur Eindämmung und Verlangsamung der Virusausbreitung hat sich die Situation verschärft, die Pandemie wird deutliche Spuren in der wirtschaftlichen Konjunktur hinterlassen, insbesondere in der Automobilbranche. Dazu Dr. Wolf: „Das Coronavirus hat Deutschland, Europa und die Welt voll im Griff und breitet sich weiter dramatisch aus. Der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer Angehörigen hat für uns oberste Priorität. Frühzeitig haben wir umfangreiche Maßnahmen zur Prävention definiert. Zum Mitarbeiterschutz gehört auch die Arbeitsplatzsicherheit. Die zahlreichen Werksschließungen unserer Kunden weltweit zwingen uns, denselben Weg einzuschlagen und unsere Produktion bedarfsgerecht anzupassen. Unser Ziel bleibt es, die ökonomischen Auswirkungen möglichst gut abzufedern.“

Die Dauer der Werksschließungen der Automobilhersteller lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt ebenso wenig absehen wie mögliche Verschärfungen in den Folgewochen – auch von politischer Seite. Aufgrund dieser erheblichen Unsicherheiten und der hohen Dynamik können die ökonomischen Auswirkungen auf Elring Klinger derzeit nicht hinreichend verlässlich und genau ermittelt werden, sodass der Konzern vorübergehend davon Abstand nimmt, für das Geschäftsjahr 2020 eine konkrete Umsatz- und Ergebniserwartung zu nennen.

Zukunftspotenzial realisieren

Ungeachtet der aktuellen Krise rund um das Coronavirus treibt Elring Klinger nach eigener Auskunft seine Entwicklungen im Bereich der neuen Antriebstechnologien weiter voran, um den Transformationsprozess mit innovativen Produkten und Ideen mitzugestalten. Die Entwicklungsergebnisse sowie die bereits erhaltenen Aufträge im Bereich der Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie des elektrischen Antriebsstrangs bieten die Chance, das große Potenzial der neuen Antriebstechnologien für den Konzern zu nutzen.