In der VW-Studie ID. ROOMZZ erscheint das monolithisches Karosserie- und Lichtdesign aus einem Guss. (Bildquelle: Volkswagen)

In der VW-Studie ID. ROOMZZ erscheint das monolithisches Karosserie- und Lichtdesign aus einem Guss. (Bildquelle: Volkswagen)

Elektroantrieb und autonomes Fahren verändern das Design der künftigen Autos grundlegend, das gilt auch für die Beleuchtung. „Lichtdesign wird im elektrischen und autonomen Fahren immer wichtiger werden: Lichtsignale werden zum Informationsträger. Ebenso vermittelt Licht im Interieur ein neues Fahrgefühl in der Ära der neuen Mobilität“, sagt Siamak Djafarian, Leiter der Business Unit Molding Compounds der Röhm in Darmstadt. Als Hersteller von Plexiglas Formmassen ist das Unternehmen ein eingespielter Partner der Automobilindustrie, unter anderem für Fahrzeugbeleuchtungen. So auch beim futuristischen Concept Car ID. ROOMZZ von Volkswagen. Hier ist Licht im Exterieur und Interieur ein wesentliches Gestaltungselement.

Mit dem ID. ROOMZZ von Volkswagen zeigt der OEM seine Vision der neuen Mobilität. Das geräumige Midsize-SUV ergänzt die elektromobile ID. Familie des deutschen Automobilherstellers und lässt sich wahlweise manuell oder im autonomen Modus ID. Pilot fahren. Schon 2021 soll der ID. ROOMZZ in China auf den Markt kommen und dann weltweit in Serie gehen.

Gestaltung mit Licht

„Dieses SUV ist ein Monolith, sein Design scheint nahtlos aus dem Ganzen gefräst.“ Mit diesen Worten präsentierte der Designleiter von Volkswagen, Klaus Bischoff, das Concept Car bei dessen Weltpremiere im April 2019 auf der Automobilmesse Auto Shanghai. Wie das fließende Linienkonzept der Karosserie im Lichtdesign weitergeführt wurde, beschreiben Nian Koukou und Nicolas Ruhault, beide Lichtdesigner im Exterior-Detail-Team bei Volkswagen, und Color-and-Trim-Designerin Diana Zynda: „Ein wesentliches Element der neuen Designsprache der ID. Familie ist die 360-Grad-Inszenierung.“

Frontbeleuchtung mit markanter Doppellinienführung und beleuchtetem Emblem. (Bildquelle: Volkswagen)

Frontbeleuchtung mit markanter Doppellinienführung und beleuchtetem Emblem. (Bildquelle: Volkswagen)

Die Front- und Heckleuchten erstrecken sich jeweils als horizontale Linien über die gesamte Breite. Als optisches Bindeglied zwischen Front und Heck fungieren beleuchtete Touchleisten zum Öffnen und Schließen der Türen – in der Studie realisiert mit Abdeckungen aus Plexiglas Satinice. Das PMMA Material sorgt für eine homogene Lichtstreuung und bietet mit seiner samtartigen Oberfläche eine angenehme Haptik.

„Licht ist das neue Chrom.“

Klaus Bischoff, Designchef bei Volkswagen

„Licht ist das neue Chrom“ lautet ein prägender Satz Bischoffs  zur neuen Ära des Automobildesigns. Was das bedeutet, zeigt sich in der markant konturierten Lichtsignatur der Frontpartie des Konzeptfahrzeugs: Eine horizontale Doppellinie mit dem beleuchteten Volkswagen-Emblem in der Mitte bildet die prägnante Lichtsignatur. Der obere Streifen umschließt nach außen hin die LED-Scheinwerfer. Mit dieser Linienführung hat die Marke dem imposanten SUV der Fünf-Meter-Klasse ein freundliches Gesicht gegeben, denn Licht ist auch ein emotionales Element. „Das Fahrzeug soll sympathisch wirken“, bekräftigt Lichtdesignerin Koukou.

Konturen aus Licht formen

„Bei solchen komplexen Lichtkonzepten entfaltet Plexiglas sein volles Potenzial“, erläutert der Experte von Röhm, Djafarian. Neben der horizontalen LED-Doppellinie ist das Material auch für die Deckscheiben des Tagfahrlichts sowie für das beleuchtete VW-Emblem an Front und Heck, das mit PMMA-Optiklacken beschichtet ist, zum Einsatz.

Full Tail Lighting: Die Heckleuchte besteht aus einem großen Bauteil. Der ID. ROOMZZ überrascht mit einer individualisierbaren Lichtgrafik. (Bildquelle: Volkswagen)

Full Tail Lighting: Die Heckleuchte besteht aus einem großen Bauteil. Der ID. ROOMZZ überrascht mit einer individualisierbaren Lichtgrafik. (Bildquelle: Volkswagen)

Am Heck wird für das ID. Honeycomb, eine Rautenform, die sich wie eine signalrote LED-Spange über die gesamte Breite zieht, PMMA verwendet. „Dieses sogenannte Full Tail Lighting, bei dem ein einziges Bauteil beide Heckleuchten verbindet, ist ein Trend in der Automobilbranche“, sagt Djafarian. „Das erweitert den Gestaltungsspielraum, weil Fahrzeughersteller hier mit komplexen Formen und zusätzlichen Materialien Akzente setzen können.“  Diese Möglichkeit haben die Volkswagen-Lichtdesigner für einen besonderen Clou genutzt: Die Rücklichtsignatur könnte über eine Smartphone-App individualisiert werden. „Die kleineren, individuell steuerbaren Rauten in der Heckleuchte können drei verschiedene Lichtsignaturen bilden“, erklärt der Lichtdesigner Ruhault.

Solche großen, monolithischen Bauteile für die Fahrzeugbeleuchtung lassen sich gut mit Abdeckungen aus PMMA realisieren. Der Werkstoff ist in seiner Ausgangsform absolut farblos und daher in allen genormten Signalfarben exakt einfärbbar. Design und Sicherheitsfunktionen greifen beim Full Tail Lighting ineinander, denn eine auffällig große Heckleuchte macht die Lichtsignale für nachfolgende Verkehrsteilnehmer besser sichtbar. Zudem lassen sich in das Bauteil Sensoren für autonomes Fahren integrieren.

Licht für Kommunikation und Ambiente im Innenraum

Das Lenkrad mit digitalen Bedienelementen ist in ein großes, digitales Cockpit integriert, das die herkömmliche Instrumententafel ablöst.
(Bildquelle: Volkswagen)

Das Lenkrad mit digitalen Bedienelementen ist in ein großes, digitales Cockpit integriert, das die herkömmliche Instrumententafel ablöst.
(Bildquelle: Volkswagen)

Als Medium für Sicherheit, Information und Atmosphäre spielt Beleuchtung auch im Interieur eine zentrale Rolle. Displays und Beleuchtung sorgen für ein passendes Ambiente und bilden den Fahrmodus sowie den Informationsbedarf ab. Deshalb sind zunehmend multifunktionale Blenden und Displays gefragt, die nur bei Bedarf sichtbar werden und im ausgeschalteten Zustand mit dem Bauteil verschmelzen. Dieser Effekt lässt sich mit PMMA in neutralgrauen Einfärbungen erzielen – beispielsweise bei den interaktiven Lichtleisten am VW-Konzeptfahrzeug, die sich unterhalb der Windschutzscheibe und in der Dachkonsole befinden und intuitiv erfassbare Informationen zum Fahrmodus oder Hinweise der Umgebungssensoren wiedergeben.