(Bildquelle: Gerresheimer)

Dietmar Siemssen, Vorstandsvorsitzender von Gerresheimer, sieht den Konzern auf einer guten Basis. (Bildquelle: Gerresheimer)

„Wir haben 2019 gemeinsam das Fundament gelegt, unsere Gerresheimer fit für die Zukunft zu machen und das Unternehmen auf einen klaren Wachstumskurs zu bringen. An den Themen Innovation, Exzellenz, Kunden- und Mitarbeiterfokus haben wir aktiv gearbeitet und werden es weiter tun. Wir haben einen Rekordwert in Wachstum, Kapazitäten, Optimierung der Prozesse und Digitalisierung investiert. Unser klares Ziel: nachhaltig und profitabel wachsen“, sagte Dietmar Siemssen, Vorstandsvorsitzender von Gerresheimer.

2019 stellte Gerresheimer – nach eigenen Angaben – wichtige Weichen für Wachstum. Das Unternehmen baut auf neue Segmente wie Komplettlösungen für Biotech-Medikamente, höhere Umsatzerlöse in schnell wachsenden Märkten sowie Investitionen. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen sein größtes Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte gestartet. Investitionen in Höhe von 185 Mio. EUR tätigte der Konzern.

(Bildquelle: Gerresheimer)

In Indien und China sind Werke für die Produktion pharmazeutischer Primärverpackungen aus Kunststoff eingeweiht worden. (Bildquelle: Gerresheimer)

Schwerpunkte bildeten der Kapazitätsausbau, die Optimierung der Prozesse und Digitalisierung. Dazu gehörten der weitere Ausbau der Inhalatorproduktion im Werk in Horsovsky Tyn, Tschechien, der Bau neuer Werke in Nordmazedonien und Brasilien sowie der Ausbau des Produktportfolios und die Schaffung weiterer Produktionskapazitäten. Zwei neue Werke in China und Indien für die Produktion pharmazeutischer Primärverpackungen aus Kunststoff galt es einzuweihen. Weitere Investitionen betrafen die geplante Ofenreparatur und -erweiterung in Essen sowie die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsanlagen mehrerer Werke. Darüber hinaus wurde das Innovations- und Technologiezentrum für Glas in Nordamerika im Zuge einer Kundenveranstaltung eröffnet.

Positive Ergebnisse im Spritzengeschäft

(Bildquelle: Gerresheimer)

Das Geschäft mit Spritzen hat sich vergangenes Jahr positiv entwickelt. (Bildquelle: Gerresheimer)

Im Geschäftsjahr 2019 hat sich – nach Unternehmensangaben – das Spritzengeschäft positiv entwickelt. Auch die Umsatzerlöse mit pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff seien insbesondere in Südamerika und Asien gestiegen. Die Umsatzerlöse mit Primärverpackungen aus Glas hätten sich gut entwickelt, insbesondere getrieben durch die gute Nachfrage nach hochwertigen Kosmetikverpackungen.

Die Umsatzerlöse mit Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen in Europa und Asien konnten deutlich gesteigert werden. In Nordamerika waren die Umsatzerlöse mit diesen Produkten aufgrund der geringeren Nachfrage eines Großkunden leicht rückläufig. Im Geschäftsbereich Advanced Technologies konnte die Mikropumpe zur Behandlung von Parkinson erfolgreich in den Markt eingeführt werden. Ein neues Projekt für den Einsatz der Mikropumpe für Patienten mit Herzinsuffizienz wurde hinzugewonnen und befindet sich in der Umsetzung.

Das währungsbereinigte operative Adjusted Ebita lag im Geschäftsjahr 2019 bei 292,8 Mio. EUR, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 290,6 Mio. EUR. Das währungsbereinigte Adjusted Ebita, ohne die Sondereffekte aus der unerwarteten Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, betrug 396,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 nach 300,2 Mio. EUR im Vorjahr.

Nettofinanzschulden gestiegen

Die Nettofinanzschulden sind zum 30. November 2019 gegenüber dem Vorjahr angestiegen und betrugen 942,7 Mio. EUR nach 886,4 Mio. EUR zum Vorjahresstichtag. Der Adjusted Ebita Leverage – die Nettofinanzschulden im Verhältnis zum Adjusted Ebita der letzten zwölf Monate laut der gültigen Rahmenkreditvereinbarung – betrug zum 30. November 2019 das 2,4-fache.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Im Vorjahr betrug die Dividende EUR 1,15 je Aktie.

Gute Prognose für 2020

Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet Gerresheimer Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Adjusted Ebitea-Marge von rund 21 Prozent. Investitionen von rund zwölf Prozent der Umsatzerlöse sind geplant.

In den folgenden Jahren rechnet der Konzern mit jährlichem organischem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Mittelfristig strebt das Unternehmen eine Adjusted Ebita-Marge von 23 Prozent an. Es erwartet jährliche Investitionsvolumen zwischen acht und zehn Prozent der Umsatzerlöse. (jhn)