Werner Matthias Dornscheidt ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. (Bildquelle: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann)

Werner Matthias Dornscheidt ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. (Bildquelle: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann)

Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf der Interplastica 2020: „Russland ist nach wie vor ein bedeutender Markt, der zwar durch schwierige Zeiten geht, in dem sich aber dennoch viel bewegt. Das Interesse an hochwertigen und innovativen Maschinen, Systemen und Materialien ist nach wie vor groß, die Unternehmen wollen investieren und bemühen sich, geplante Projekte auch zu realisieren. Insbesondere in Sachen Verpackung, Recycling und Abfallvermeidung tut sich gerade einiges in Russland.“ Seiner Meinung nach kommen Messen dabei eine wichtige Funktion zu: als Informationsplattformen, Networking-Treffpunkte und Wirtschaftsmotoren.

Nach einem deutlichen Wachstum beim Export deutscher Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland in den Jahren 2017 und 2018, berichtet der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA von einem starken Exportrückgang im vergangenen Jahr. Damit reiht sich der russische Markt in die große Reihe der Länder ein, die im vergangenen Jahr weniger deutsche Maschinen abnahmen.

Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes, sagt: „Ein Lichtblick bleibt aber weiterhin der russische Verpackungssektor. Auf Grund des Embargos für westliche Lebensmittel wurde die Eigenproduktion deutlich gesteigert. Zur Haltbarmachung dieser regionalen Lebensmittel müssen auch Verpackungen vermehrt in Russland produziert werden. Darüber hinaus wird Recycling und Circular Economy ein immer größeres Thema in Russland. Bereits auf der K 2019 haben die deutschen Unternehmen gezeigt, dass sie hier sehr gut aufgestellt sind und mit Ihren Technologien punkten können.“

Recycling-Lösungen

So sein nach Angaben des Veranstalters nicht überraschend, dass das neue Segment „Recycling Solutions“ mit 50 Unternehmen auf der Messe großen Anklang fand. Im Bereich Recycling war auf Ausstellerseite Österreich besonders stark vertreten. In den begleitenden Diskussionsrunden fanden Beiträge zur Abfallwirtschaft in Russland und Ausstellervorträge zum Thema Kreislaufwirtschaft hohen Zuspruch. Harry Reichert, Referent im Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, sagt dazu: „Die nächsten Jahre werden zeigen, ob auf die zahlreichen Absichtserklärungen auch Investitionen in Sammlung und Recycling folgen, so dass sich auch in Russland auf breiter Front erfolgreiche Geschäftsmodelle zu diesen Themen etablieren können.“

Sonderschau 3D Fab+Print und Polymer Plaza

(Bildquelle: Messe Düsseldorf)

Nicht nur bei den Ausstellern konnten sich Besucher informieren, sondern auch im Forum Polymer Plaza sowie bei der Sonderschau 3D Fab+Print. (Bildquelle: Messe Düsseldorf)

Technologien für alle Bereiche der Kunststoffverarbeitung wurden auch bei den Vorträgen und Diskussionen in der Polymer Plaza sowie im Rahmen der Sonderschau 3D Fab+Print Russia. Russische und internationale Experten thematisierten in Referaten und Demonstrationen Entwicklungen und Möglichkeiten der additiven Fertigung.

Der italienische Branchenverband Amaplast untermauert die hohe Fachkompetenz der Besucher. Mehr als 60 italienische Aussteller nahmen an der Messe teil, davon etwa 40 im Rahmen des vom Verbandorganisierten Pavillons. Ein großer Anteil der Exporte der italienischen Branche nach Russland entfällt auf Extruder und Extrusionslinien, bei denen es sich um Anlagen mit hoher Wertschöpfung handelt, die oft auf die spezifischen Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. Die nächste Interplastica in Moskau findet vom 26. Januar bis 29. Januar 2021 statt, erneut parallel zur Upakovka. (jhn)