Der VDMA fragt in einer Onlineumfrage Kompetenzen im Bereich Industrie 4.0 ab. Der Kompetenzcheck ist weiterhin online. (Bildquelle: VDMA)

Der VDMA fragt in einer Onlineumfrage Kompetenzen im Bereich Industrie 4.0 ab. Der Kompetenzcheck ist weiterhin online. (Bildquelle: VDMA)

Der digitale Wandel ist längst in vollem Gange. Aber noch reicht das Wissen der Studierenden oder Beschäftigten in den Betrieben oftmals nicht aus, um diesen Wandel mitgestalten zu können. Dies zeigt ein Online-Kompetenzcheck des VDMA, bei dem Studierende, Beschäftigte und Unternehmen ihre Kompetenzen im Bereich Industrie 4.0 testen können. Erstes Fazit dieser Online-Befragung: es gibt hohen Qualifizierungsbedarf beim Spezialwissen rund um Industrie 4.0. Dies gilt sowohl für Studierende als auch für Beschäftigte.

„Die Digitalisierung ist alles andere als ein Selbstläufer, weder in den Unternehmen noch in den Hochschulen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt rasch gehandelt wird. In den Hochschulen müssen die Curricula zügig und kontinuierlich an den technologischen Fortschritt angepasst werden. Ebenso sind Unternehmen und Beschäftigte gefragt, Weiterbildungsstrategien entsprechend zu gestalten bzw. sich kontinuierlich fortzubilden“, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Es gehe darum, Industrie 4.0-Wissen aufzubauen und anzuwenden – vom Datenschutz über Künstliche Intelligenz bis hin zur Entwicklung neuer digitaler Services.

1.700 Beteiligte beim Online-Kompetenzcheck

Der Online-Kompetenzcheck wurde im Rahmen der Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der Impuls-Stiftung des VDMA entwickelt. Die Kompetenzfelder des „Soll-Profils 4.0“, ein zentrales Ergebnis der Studie, bildeten die Grundlage für den Kompetenzcheck. Rund 1.700 Personen beteiligten sich daran von Januar bis September 2019. Die Beschäftigten bildeten mit 78 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von den Studierenden mit 16 Prozent. Fünf Prozent waren Personen, die den Fragebogen für ein Unternehmen ausfüllten.

Defizite bei Künstlicher Intelligenz und Virtual Reality

Studierende, Beschäftigte und Unternehmen stimmen darin überein, dass beim Spezialwissen rund um Industrie 4.0 Defizite bestehen. Diese werden teilweise sogar als sehr groß wahrgenommen. Studierende und Beschäftigte sahen diese Defizite insbesondere bei den Themen OPC-UA-Schnittstellenprotokoll und mobiler Maschinensteuerung. Für das gesamte Unternehmen wurden größere Kenntnislücken bei Künstlicher Intelligenz und Machine Learning sowie Augmented und Virtual Reality genannt. Auch bei Kenntnissen in angrenzenden, Industrie-4.0-relevanten Gebieten zeigten sich Defizite. Beim Thema „Daten, IT-Sicherheit und Datenschutz“ gab nahezu jeder vierte Beschäftigte an, über keine Kenntnisse zu verfügen – bei den Studierenden war es fast jeder Zweite.

Wenig Handlungsbedarf gibt es – laut der Umfrage – bei den ingenieurwissenschaftlichen Grund- und Methodenkenntnissen. Der Online-Kompetenzcheck ist nach wie vor online erreichbar.