PDI hat Spezialpolymere von Solvay auf ihre Verträglichkeit mit Desinfektionsmitteln getestet. (Bildquelle: PDI Healthcare)

PDI hat Spezialpolymere von Solvay auf ihre Verträglichkeit mit Desinfektionsmitteln getestet. (Bildquelle: PDI Healthcare)

Die geprüften Materialien kommen in medizintechnischen Anwendungen zum Einsatz, die zur Vorbeugung gegen nosokomiale Infektionen (NKI) regelmäßig mit Desinfektionsmitteln behandelt werden. Aktuell zeigten 93 Prozent der getesteten Solvay-Polymere einen hohen Erhalt ihrer Zugfestigkeit und 100 Prozent den Erhalt der Schlagzähigkeit. Beides sind Schlüsselindikatoren der Beständigkeit gegen mögliche Spannungsrisse infolge der Einwirkung von Chemikalien. Die kosmetischen Tests ergaben bei keinem der Materialien von Solvay sichtbare Oberflächendefekte oder Polymerabbau.

„Es ist eine Gratwanderung, Desinfektionsmittel bereitzustellen, die einerseits stark genug sind, Bakterien zu eliminieren, andererseits aber nicht die Integrität der zu desinfizierenden Medizingeräte beeinträchtigen“, sagt Sean Gallimore, Senior Vice President und Geschäftsführer von PDI Healthcare, einem Hersteller von Produkten zur Vorbeugung gegen Infektionen. „Unsere Zusammenarbeit mit Solvay ist ein proaktiver Schritt zur Sicherung der Desinfektionsmittelverträglichkeit von Polymeren schon während der Entwicklung medizinischer Geräte und trägt im Endeffekt dazu bei, die Gesamtbetriebskosten medizinischer Einrichtungen und das NKI-Risiko zu minimieren.“

Die Leistungstests bei PDI Healthcare wurden an den Produkten Amodel Polyphthalamid (PPA), Radel Polyphenylsulfon (PPSU), Veradel Polyethersulfon (PESU) und Udel Polysulfon (PSU) durchgeführt. Weitere Tests auf Ixef Polyarylamid (PARA) und Kalix Hochleistungspolyamid (HPPA) sollen folgen. Die kosmetischen Tests wurden bereits an den sechs Polymeren durchgeführt.

Bei jedem Test wurden die Solvay-Materialien gängigen Desinfektionsmitteln von PDI Healthcare mit unterschiedlichen antimikrobiellen Wirkstoffen ausgesetzt. Als Prüfmethoden für Zugfestigkeit und Izod-Kerbschlagzähigkeit dienten ASTM D543 und ASTM D638. Für die kosmetischen Prüfungen wurden die Materialproben zwei Wochen lang täglich zwölf Mal mit den Desinfektionsmitteln abgewischt und anschließend auf Oberflächenveränderungen untersucht. (jhn)