IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann spricht sich gegen ein generelles Verbot von Kunststoffverpackungen aus. (Bildquelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen)

IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann spricht sich gegen ein generelles Verbot von Kunststoffverpackungen aus. (Bildquelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen)

In einem Interview mit der Zeit sprach der Umweltkomissar über ein generelles Verbot von Kunststoffverpackungen. Die IK hält solche Äußerungen für gefährlich, weil sie die Zukunft der Kunststoffverpackungen in einer Kreislaufwirtschaft in Frage stellen. „Der Kommissar sollte sich die Frage stellen, wie seine Äußerung bei denjenigen ankommt, die gerade über Investitionen in recyclingfähige Verpackungen oder Recycling-Anlagen entscheiden wollen“, kommentiert IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann. „Wenn die Politik die Kunststoffverpackungen von der Kreislaufwirtschaft ausschließt, bleiben diese dringend benötigten Investitionen mit Sicherheit aus.“

Während in Deutschland seit 2005 ein striktes Deponieverbot gilt, dürfen Haushaltsabfälle EU-weit noch bis 2030 im wesentlichen Umfang deponiert werden. In einem schnelleren Ende der Deponierung sieht die IK den wichtigsten Hebel zur Kreislaufwirtschaft.

Fokus auf Fakten statt Trends

Die Vereinigung kritisiert außerdem die Wirkung solcher Verbotsforderungen auf die Verbraucher. „Teile der Politik suggerieren derzeit dem Verbraucher und Wähler, dass mit pauschalen Verboten die großen Herausforderungen bei Umwelt- und Klimaschutz bewältigt werden können. Dabei wird leider vergessen zu erwähnen, welchen Beitrag die Kunststoffverpackungen zum Beispiel zur CO2-Einsparung und zur Lebensmittelsicherheit leisten“, kritisiert Engelmann: Wird Kunststoff bei Verpackungen durch andere Materialien ersetzt, habe dies in der Regel einen erhöhten Energieverbrauch sowie deutlich höhere CO2-Emissionen zur Folge. Die IK und die von ihr vertretenen Unternehmen erwarteten von der neuen EU-Kommission Entscheidungen auf Basis von Fakten und nicht mit Blick auf Strömungen des Zeitgeists.

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen vertritt als Branchenverband die Interessen der Hersteller von Kunststoffverpackungen und Folien in Deutschland und Europa. Die mittelständisch geprägte Branche hat über 90.000 Beschäftigte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 15 Mrd. Euro. Kunststoffverpackungen haben aktuell einen Anteil von 44 Prozent am deutschen Verpackungsmarkt. (jhn)