BMEL

Im September 2019 wurden die Ergebnisse des vorangegangenen Förderzeitraums auf einem Abschlussworkshop in Dresden vorgestellt. (Bildquelle: FNR)

Das BMEL wirbt im neuen Aufruf Projektideen für biobasierte Klebstoffe für Kunststoffe, Metalle, mineralische Werkstoffe, Textilien, Holz, Papier und Pappe. Gewünscht ist einerseits die Klebstoffentwicklung für traditionelle und innovative Anwendungen in der Industrie, in der Medizin oder im Konsumentenbereich. Andererseits geht es um zusätzliche Funktionalitäten der Klebstoffe. So könnten die biogenen Kleber beispielsweise über elektrischleitende, biozide, brandhemmende oder abdichtende Eigenschaften verfügen, leicht zu recyceln, besonders emissionsarm oder unbedenklich im Kontakt mit dem menschlichen Körper sein.

KMU Beteiligung erwünscht

Großen Wert legt das Ministerium auf eine Beteiligung der gewerblichen Wirtschaft. Kleine und mittelständische Unternehmen sind ausdrücklich erwünscht. Schon im vorangegangenen Förderschwerpunkt „Biobasierte Klebstoffe und Bindemittel“ von 2014 erwiesen sich die Konsortien mit enger industrieller Beteiligung als besonders erfolgreich. Im Rahmen dieses Förderschwerpunktes hatte das BMEL zwischen 2015 und 2019 17 Teams aus Wissenschaft und Unternehmen bei der Entwicklung alternativer Klebstoffe und Bindemittel unterstützt. Am 18. und 19. September 2019 wurden die Ergebnisse auf einem Abschlussworkshop in Dresden vorgestellt. Die Vorträge sind im Gülzower Fachgespräch Band 59 veröffentlicht, der in der Mediathek der FNR zum Download bereitsteht.

Weiterer Forschungsbedarf vorhanden

In Dresden tauschten sich die Fachleute auch zum weiteren Forschungsbedarf aus. In der Folge wurde nun der neue Förderaufruf  veröffentlicht. Er dient zum einen dazu, begonnene, vielversprechende Arbeiten zur Praxisreife zu führen. Zum anderen soll er innovative Lösungen für neue oder gestiegene Anforderungen auf den Weg bringen, denen sich Klebstoffe inzwischen gegenüber sehen.

Projektskizzen nimmt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Projektträger des BMEL, entgegen. Der vollständige Text des Förderaufrufs „Anwendungsorientierte Forschungen zu biobasierten Klebstoffen“ steht hier zur Verfügung und Informationen zum Antragsverfahren sind hier erhältlich.

Hintergrund:
Der Industriebereich Klebstoffe ist ein großer und stetig wachsender Markt. 2018 umfasste er in Deutschland circa 955.000 Tonnen und einen Produktionswert von rund 1,9 Mrd. EUR. Parallel zu den steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen an den Sektor nimmt das Interesse an Klebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen zu. (sf)