Pulverbeschichtung von Bauteilen. (Bildquelle: Gema)

Pulverbeschichtung von Bauteilen. (Bildquelle: Gema)

Qualität, Produktivität und Nachhaltigkeit erhöhen, Effizienz verbessern sowie hochflexibel auf unterschiedliche Losgrößen und Designwünsche reagieren. Vor diesen Herausforderungen stehen lackierende Unternehmen aus dem Fahrzeugbau, der Investitions- und Konsumgüterindustrie ebenso wie bei Architekturanwendungen und allen anderen Industriebereichen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es um das Lackieren oder Beschichten von Komponenten aus Metallen, Kunststoffen, Holz und Holzwerkstoffen, Glas, Composites oder anderen Materialien geht.

Wachsende Ausstellerzahl

Die Paint Expo deckt als weltweit einzige Informations- und Beschaffungsplattform für industrielle Lackiertechnik dieses breite Anwendungs- und Aufgabenspektrum ab. Die rund 500 Unternehmen aus 26 Ländern belegen mit rund 16.000 m² Nettoausstellungsfläche schon mehr als die Gesamtausstellungsfläche der Veranstaltung 2018. Die Global Player der Branche sind ebenso vertreten wie innovative mittelständische und kleinere Unternehmen. „Dies ermöglicht Lohnbeschichtern und Besuchern aus inhouse-lackierenden Unternehmen sich umfassend über die aktuellsten Entwicklungen und Trends in allen Bereichen der industriellen Lackiertechnik zu informieren.“, erklärt Jürgen Haußmann, Geschäftsführer des Veranstalters Fairfair.

Automatisierung und Digitalisierung im Fokus „So stehen natürlich auch Lösungen für die Automatisierung und Digitalisierung der Lackierprozesse im Fokus der kommenden Paint Expo. Es geht dabei inzwischen nicht mehr nur um die Automatisierung einzelner Lackierschritte, sondern um die Vernetzung der Prozesskette“, berichtet Jürgen Haußmann weiter. Vorgestellt werden unter anderem speziell für die Beschichtungsindustrie konzipierte Mehrachsroboter und Roboter-Lackierzellen für die Nasslackierung und Pulverbeschichtung. Sie kombinieren die hohe Qualität und Reproduzierbarkeit der Roboterlackierung mit einer flexiblen und kostengünstigen Lösung, die auch mittleren und kleineren Betrieben den Einstieg in die roboterautomatisierte Lackierung ermöglicht.

Digitalisierung des Lackierprozesses

Bei rund 500 Ausstellern kann sich das Fachpublikum auf der Paint Expo in Karlsruhe informieren. (Bildquelle: Paint Expo)

Bei rund 500 Ausstellern kann sich das Fachpublikum auf der Paint Expo in Karlsruhe informieren. (Bildquelle: Paint Expo)

Für die Programmierung der Bewegungsabläufe des Roboters stehen neben Programmen für das manuelle Teachen inzwischen auch effiziente Lösungen für die Offline-Programmierung zur Verfügung. Die erforderliche Applikationstechnik wird dabei an das jeweilige Projekt angepasst. Neue Pistolensteuerungen sorgen dabei für eine sehr präzise Applikation. Auf sämtliche Lackierparameter kann einfach zugegriffen und diese hochgenau eingestellt werden – und das teilweise auch vom Smartphone oder Tablet aus.

Dies trägt auch dazu bei, den Materialverbrauch zu verringern und damit Betriebskosten zu senken. Farbaufbereitung und -transport sowie Dosierung und Farbwechsel sind hier weitere Bereiche, die durch neue Entwicklungen effektiv automatisiert und materialsparender gestaltet werden können. Für die Einbindung einer automatisierten Überwachung der Prozessparameter wie beispielsweise Lackmenge, Temperatur, Prozesslüfte bis zur Sprühstrahlüberwachung sowie für die Protokollierung und Auswertung dieser Daten präsentieren die Aussteller ebenfalls innovative Lösungen, die eine Anbindung an MES-Systeme der Anlagenbetreiber ermöglichen. Ebenso lassen sich Systeme für die Qualitätskontrolle der beschichteten Oberfläche in den Prozess integrieren. Wird ein Fehler detektiert, ermöglicht eine weitere Neuentwicklung dessen Behebung durch automatisiertes Schleifen und Polieren.

Individualisierung mit verringertem oder keinem Overspray

Durch den Trend zu einer stärkeren Individualisierung werden zunehmend mehrfarbige Lackierungen gefordert. Ziel dabei ist, ohne Maskierung beziehungsweise mit einem deutlich reduzierten Maskieraufwand und verringertem Overspray beschichten zu können. Einen Beitrag leistet hier neben neuen Entwicklungen für schnelleres und einfacheres Maskieren der Einsatz elektrostatischer Applikationssysteme, die per se weniger Overspray verursachen. Komplett ohne Overspray arbeitet eine neue Applikationslösung, die inzwischen bei der Zweiton-Lackierung von Fahrzeugdächern im Serieneinsatz ist.

Das komplette Ausstellungssektrum in Karlsruhe umfasst Anlagen für die Beschichtung in Nass-, Pulver-, UV-, Tauch- und Coil-Verfahren, Lacke für alle Verfahren, Applikationssysteme, Spritzpistolen und Zerstäuber, Automatisierungs- und Fördertechnik, Reinigung und Vorbehandlung, Trocknung und Aushärtung, Umwelttechnik, Drucklufttechnik, Luftversorgung und Abluftreinigung, Wasseraufbereitung, Recycling und Entsorgung, Zubehör, Maskierung, Mess- und Prüftechnik, Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Entlackung, Lohnbeschichtung, Dienstleistungen sowie Fachliteratur. (sf)