Erstes 3D-gedrucktes Heißkanalsystem

Heißkanalsystem H4070/... (Bildquelle: Hasco)

Heißkanalsystem H4070/… (Bildquelle: Hasco)

Das Heißkanalsystem H4070/… von Hasco, Lüdenscheid, ist mit additiv gefertigten Verteilerbalken ausgestattet. Der gedruckte, natürlich balancierte Verteilerblock kann durch diese Technologie äußerst klein gehalten werden, und der materialschonende, geschliffene Massekanal ermöglicht einen sicheren Spritzgießprozess. Das kompakte System mit einem variablen Stichmaß ab 18 mm, modifizierten 20er Techni Shot Düsen und beidseitig beheiztem Verteilerbalken wird einbaufertig geliefert. Düsenspitzen und Heizung sind von der Trennebene aus montierbar. Die Kabelabgänge sind radial frei drehbar. Variable Düsenspitzen aus CuCoBe oder TZM sowie einzeln geregelte Düsen und Verteiler sorgen für ein sehr gleichmäßiges Temperaturprofil und ermöglichen die prozesssichere Verarbeitung von Polyolefinen und Styrolen, aber auch vielen technischen Kunststoffen mit einem engeren Verarbeitungsfenster. Das Kompakt-Heißkanalsystem wird in der Regel mit einer Angießbuchse versehen und so komplett in die Form eingebaut. Über einen Heißkanalblock als Traverse sowie einen Einschraubadapter für die Montage unter einem Verteilerblock ermöglicht das System die Gruppierung von Formnestern in Clustern. Durch diese modulare Bauweise kann auf  aufwendige Verteilerbalken verzichtet werden.

Energieeffizient auch bei größeren Durchmessern

Blueflow Düse (Bildquelle: Günther Heisskanaltechnik)

Blueflow Düse (Bildquelle: Günther Heisskanaltechnik)

Neun Jahre nach der Erstpräsentation der „Blauen Düse“ zeigte Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg, auf der K Neuigkeiten zur energieeffizienten Blueflow Produktreihe. Die Düsenserie ist nun auch für größere Düsen mit einem Schmelzekanal-Durchmesser von 8 mm in den Längen 30, 50, 60, 80, 100, 120 und 150 mm verfügbar. Düsen und Heizungen sind zudem mit Push-Pull-Steckern und Thermofühlern erhältlich. Gegenüber herkömmlichen Messingkörper-Heizelementen sind die neuen Dickschicht-Heizelemente wesentlich filigraner und haben einen geringeren Durchmesser. Ermöglicht wird dies durch die Dickschicht-Technologie des Frankenberger Unternehmens. Weiterhin lassen sich die Heizbahnen, da sie nur eine Dicke von rund 20 µm aufweisen, viel enger und damit auch individueller pro Temperierzone aufbringen. Das führt auch dazu, dass sich die Temperaturverteilung in der gesamten Düse viel exakter steuern lässt. Die optimierte Temperaturführung und die schnelle thermische Reaktion der „Blauen Düsen“ verglichen mit konventionellen Düsenheizungen führen zu einem geringeren Energieverbrauch, zu reduzierten Zykluszeiten durch die Senkung der Verarbeitungstemperaturen sowie zu erweiterten Verarbeitungsmöglichkeiten.  Auf der K hat Günther unter anderem auch den Relaunch des Cadhoc System-Designers, des Konfigurationsprogramms für Einzelkomponenten bis hin zu kompletten Heißkanalsystemen, vorgestellt.

Heiße Seiten für europäischen Markt

Sealfit Heiße Seiten (Bildquelle: Incoe)

Sealfit Heiße Seiten (Bildquelle: Incoe)

Incoe, Rödermark, nutzte die K, um seine neuen Sealfit Heißen Seiten auf dem europäischen Markt einzuführen. Eine solche Heiße Seite umfasst ein betriebsbereites Komplettsystem mit  Heißkanaldüsen, fertig eingebaut und abgestimmt in den zugehörigen Werkezugplatten einschließlich Funktionalitätsprüfung vor dem Versand zum Kunden. Sealfit bedeutet: Alle Düsen sind in den Verteiler eingeschraubt, wodurch eine leckagesichere Verbindung zwischen Düsen und Verteiler entsteht. Zudem werden keine Düsenköpfe benötigt. Somit ergibt sich auch kein Kontakt zwischen Düse und Werkzeug im Übergang zwischen Düse und Verteiler. Es kann daher keine Einleitung von Wärme oder von Kräften in die Werkzeugplatte erfolgen. Dies ermöglicht eine Reduzierung des Energieverbrauchs um bis zu 20 Prozent. Mit der Entscheidung, Heißkanalsysteme einschließlich der zugehörigen Werkzeugplatten in Europa anzubieten, erweitert das Unternehmen sein Konzept der vorgefertigten Module und folgt damit einer Anforderung aus dem Markt für Multi-Kavitäten-Werkzeuge.

Ausgefeilte Nadelverschlusssteuerung

Nadelverschlusssystem eGate (Bildquelle: Synventive)

Nadelverschlusssystem eGate (Bildquelle: Synventive)

Synventive, Bensheim präsentierte zum ersten Mal auf einer europäischen Messe die neue Generation eGate mit noch mehr Optionen zur Einstellung von Spritzgießparametern. Das elektrisch betriebene Nadelverschlusssystem leistet eine komplette Nadelbewegungskontrolle an jeder individuellen Düse und steht jetzt auch für größere Bauteile zur Verfügung. Auch Synflow, die 2-Geschwindigkeiten-Nadelöffnungskontrolle des Bensheimer Unternehmens  bietet jetzt noch mehr Funktionalitäten zur Schmelzeflusskontrolle beim sequenziellen Spritzgießen. Ergänzend zur Kontrolle der anfänglichen Nadelöffnungsgeschwindigkeit kann jetzt die Verschlussnadel an jeder beliebigen Hubposition gestoppt werden. Zudem wurde Synflow mit einer neuen interaktiven Benutzeroberfläche ausgestattet.

Komplette digitale Prozessüberwachung

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Düse HPSIII-MVR (Bildquelle: Ewikon)

Am Stand von Ewikon, Frankenberg, fanden neben dem neuen Coolshot-Kaltkanalsystem die Neuerungen im Heißkanal-Sortiment des Unternehmens das Interesse des Fachpublikums. Darunter Smart Control, das weltweit erste digitale Prozessüberwachungssystem für Heißkanalsysteme sowie die neue, noch leistungsfähigere Version der HPS III-MV Mehrfachdüse für die vertikale Anspritzung (siehe Plastverarbeiter 10/2019).

Nadelschonende Anschnitte

Master-Serie (Bildquelle: Milacron)

Master-Serie (Bildquelle: Milacron)

Mold Masters, der Heißkanalspezialist von Milacron, Cincinnati, USA, demonstrierte unter anderem die Leistungsfähigkeit eines 8+8 2K-Systems seiner Master-Serie. In der Anwendung wurde ein medizinisches Bauteil mit den Komponenten PP und PP transparent gespritzt. Zur Anwendung kamen dabei verschiedene Accu-Valve-Anschnitte, die besonders präzise ausgerichtet sind und dadurch den Verschleiß der Düsen-Nadeln minimieren. Für die zylindrischen Anschnittssysteme gilt eine Garantie von drei Mio. Zyklen oder einem Jahr.

 

 

 

Über uns

Über den Autor

Ralf Mayer

ist Chefredakteur Plastverarbeiter.

ralf.mayer@huethig.de