Demobauteil von Leonhardt Kurz, in dem Rezyklat aus vormals dekorierten Bauteilen verarbeitet ist. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Demobauteil von Leonhard Kurz, in dem Rezyklat aus vormals dekorierten Bauteilen verarbeitet ist. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Leonhard Kurz, Fürth, stellte an einem Kühlergrill die Kombination aus In-Mold-Decoration Verfahren (IMD) und Polyurethan-Verfahren (PUR) vor. Auf einer Spritzgießmaschine (Engel duo 2460/900) erfolgte das Dekorieren einer Frontblende, die im gleichen Werkzeug mit PUR überflutet wurde. Durch die PUR-Schicht (Dicke 0,3 bis 15 mm) erscheint die hochglänzende Bauteiloberfläche glasklar und besitzt einen Tiefeneffekt. Außerdem schützt sie die Oberfläche im Gebrauch vor mechanischen Einflüssen. Kurz kümmert sich nicht nur um die Dekoration der Oberflächen, sondern auch um die Recyclingfähigkeit der mit den verschiedenartigen Methoden dekorierten Bauteilen. Im VDMA Circular Economy Forum präsentierte Dr. Astrid Rauh, Environmental & Safety Management Ingenieurin für Recycling und recyclinggerechtes R&D des Unternehmens, die Ergebnisse einer Studie. In Testreihen wurden Kunststoffe mit Rezyklatanteil, welcher auf dekorierten und undekorierten Kunststoffbauteilen basiert, verglichen. Zum einen wurden Kunststoffe mit unterschiedlich hohen Rezyklatanteilen getestet, zum anderen bereits recycelter Kunststoff mehrfach erneut wiederverwertet. Das Ergebnis: Recyclingfähige Kunststoffe mit den extrem dünnen Beschichtungen des Unternehmens bleiben unter verschiedenen Testbedingungen wiederverwertbar.

Glänzende Leichtbauteile

E.Go Life mit thermogeformten Außenanbauteilen. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

E.Go Life mit thermogeformten Außenanbauteilen. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Die Senotop Co-ex Folien für den Außenbereich, die von Senoplast, Piesendorf, Österreich, gefertigt werden, wurden an Verkleidungsteilen des Elektroautos E.Go life präsentiert. Am Serienfahrzeug sind folgende Anbauteile aus diesem Werkstoff: Dach, Motorhaube, Stoßfänger und Schweller. Die 5 mm dicken Folien besitzen eine Trägerschicht aus ABS und eine unifarbene oder in Metallicfarben eingefärbte Deckschicht aus PMMA. Sie werden thermogeformt und mit PU-Hinterschäumprozessen hochstabilen Karosserieteilen verstärkt. Weiterhin sind sie sehr beständig gegen Wärme, UV-Strahlung sowie mechanische Einwirkung und Chemikalien.

Das beleuchtete Gurtschloss wurde mit einem Innovationspreis von GKV/Tecpart ausgezeichnet. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Das beleuchtete Gurtschloss wurde mit einem Innovationspreis von GKV/Tecpart ausgezeichnet. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Kunststoff Helmbrechts (KH), Helmbrechts, präsentierte gleich mehrere Neuheiten., unter anderem ein beleuchtetes Gurtschloss. Der Lichtleiter aus PC ist von einem Innen- und einem Außenrahmen aus PC-ABS umgeben. Herausfordernd war, dass sich keine Schattenbildung durch Verbindungsstege zeigen darf. Das KH-Werkzeugbauteam entwickelte ein 3K-Twin-Turn-Werkzeug, bei dem sich die bewegliche und die (sonst) feste Seite drehen und ein Heißkanalsystem, das durch einzelne Platten und auch durch die Drehachse selbst geleitet wird. Um die nötige Kratzbeständigkeit der Oberfläche zu erzielen wird diese lackiert. Das Bauteil wurde auf der K mit einem GKV/Tecpart Innovationspreis 2019 ausgezeichnet.

Individuelle Dekoration

Projektleiter ... Soukup ist stolz auf die individuelle Beschriftung der Zahnbürsten. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Projektleiter … Soukup ist stolz auf die individuelle Beschriftung der Zahnbürsten. (Bildquelle: Simone Fischer/Redaktion Plastverarbeiter)

Die individuelle Markierung von Zahnbürsten ab Stückzahl eins zeigte Zahoransky, Todtnau-Geschwend. Neu ist, dass das Laserpigment der Weichkomponente zugesetzt und die Oberfläche nicht karbonisiert wird oder aufschäumt. Sie bleibt glatt und es können sich keine Bakterien festsetzen. Der Laser, in diesem Fall ein Neodym-Yag-Laser, ermöglicht Beschriftungszeiten < 1 Sekunde. Bisher wurde Individualität über Werkzeugwechseleinsätze oder Bedruckung erzielt, diese können nun entfallen.

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Über den Autor

Simone Fischer

ist Redakteurin Plastverarbeiter.

simone.fischer@huethig.de