Flüssigkeitsverteiler aus Inconel für neues Raketentriebwerk für Ariane Group. (Bildquelle: FIT/Lisa Kirk)

Flüssigkeitsverteiler aus Inconel für ein neues Raketentriebwerk für die Ariane Group. (Bildquelle: FIT/Lisa Kirk)

Das oberpfälzer Unternehmen FIT (Halle 11.1, Stand C11), Lupburg, präsentiert neue additive Fertigungstechnologien und Weiterverarbeitungsverfahren, mit denen 3D-gedruckte Komponenten in Zukunft ganz anders oder deutlich schneller, günstiger und mit verbesserter Qualität hergestellt werden können. Projekte mit Partnern mündeten in einer optimierten Satellitenhalterung aus Titan oder in einem Flüssigkeitsverteiler aus Inconel für neues Raketentriebwerk. Dass die additive Fertigung jenseits des Prototypenbaus angelangt ist, zeigt das Unternehmen ebenfalls auf der Formnext 2019.

German Reprap (Halle 11.1, Stand E71), Feldkirchen, präsentiert zwei Produktneuheiten, den X 500 pro sowie den L320, aus den zwei Technologiebereichen Fused Filament Fabrication (FFF) und Liquid Additive Manufacturing (LAM). Der X 500 pro gilt mit seinen neuen Features und Innovationen als zuverlässig für den Einsatz im industriellen Umfeld. Das System verfügt über einen beheizten Bauraum, sowie die neueste DD4-Extruder Technologie inklusive Wasserkühlung und den neuen Dual Lift Extrudern. Der L320 wird live interessante Anwendungen aus dem Bereich Silikon Elastomere und sogar einen Anwendungsfall mit einem Polyurethan- (PU) Material von Chromatic 3D zeigen.

Formlabs (Halle 11.1, Stand F11), Berlin, erweitert den Zugang zu digitaler Fertigung in jedem Produktionsschritt. Gezeigt werden die fortschrittliche Low Force Stereolithography (LFS) Technologie des Form 3 und Form 3L live. Weiterhin werden Anwendungen wie New Balance, AMRC und Oxo präsentiert.

Verlässliche Farbgebung

Detailgetreue Figuren und Modelle können in den gewünschten Farben gedruckt werden. (Bildquelle: Mimaki)

Detailgetreue Figuren und Modelle können in den gewünschten Farben gedruckt werden. (Bildquelle: Mimaki)

Mimaki Europe (Halle 12.1, Stand B99), Diemen, Niederlande, zeigt auf der Formnext sein Know-how im 3D-Farbdruck. Besucher, die nach fotorealistischen Prototypen oder Modellen suchen, können eine breite Palette von Anwendungen betrachen, die mit dem 3D-Vollfarbdrucker 3DUJ-553 live hergestellt werden. Der Drucker ist in der Lage, mehr als 10 Millionen Farben originalgetreu nachzubilden. Er basiert auf der langjährigen Erfahrung des Unternehmens im 2D-Druck und überzeugt durch seine verlässliche Farbgebung und hohe Wiederholgenauigkeit. Anwender können ihre auf dem Bildschirm entworfenen Designs somit zum Leben erwecken. Er arbeitet mit einem von Mimaki entwickelten transparenten Kunstharz, das voll- und halbtransparente Farbeffekte ermöglicht. Der 3D-Drucker druckt Schichten mit einer Stärke von 19, 22, 32 oder 42 µm und liefert extrem feine Details und glatte Oberflächen.

Die Technotrans SE (Halle 12, Stand A105), Sassenberg, stellt zum ersten Mal auf der Formnext aus. Das Unternehmen präsentiert mit dem Kühlsystem der Mako-Reihe und dem 19-Zoll-Einschubkühler kompakte Lösungen zur präzisen Temperierung, zugeschnitten auf die spezifischen Anforderungen der additiven Fertigung. Die Temperiersysteme besitzen hohe Prozesssicherheit, Präzision und Energieeffizienz.

Trumpf (Halle 12.0, E61), Ditzingen, präsentiert den 3D-Drucker TruPrint 1000, der die Substratplatten automatisch wechselt. Die Maschine kann dadurch selbstständig über Nacht mehrere Druckaufträge abarbeiten. Durch diese Lösung werden Engpässe bei Auftragsspitzen vermieden, bisherige Modelle lassen sich um die Einheit. erweitern

Neue Kooperationen präsentieren sich

Die QLS Technologie wurde für die Verarbeitung von Hochtemperaturwerkstoffen entwickelt. (Bildquelle: NXT Factory)

Die QLS Technologie wurde für die Verarbeitung von Hochtemperaturwerkstoffen entwickelt. (Bildquelle: NXT Factory)

Das Chemieunternehmen Evonik (Halle 12.1, Stand C71), Essen, und das amerikanische Start-up für 3D-Druck-Technologien NXT Factory mit Sitz in Ventura, Kalifornien, USA, stärken ihre partnerschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der additiven Fertigung. In deren Rahmen wird Evonik sein ready-to-use Konzept zur Materialentwicklung für die innovative QLS-Technologie von NXT Factory einsetzen, damit diese mit einem entsprechenden Materialportfolio am Markt etabliert werden kann.

Um die Massenfertigung von 3D-gedruckten funktionalen Bauteilen voranzutreiben, hat Henkel (Halle 11.1, Stand A11), Düsseldorf, eine Partnerschaft mit Rapid Shape, Heimsheim, einem Anbieter von Hochgeschwindigkeitstechnologien in der additiven Fertigung, geschlossen. Im Rahmen der Partnerschaft ist Rapid Shape der offenen Materialplattform von Henkel beigetreten, um die bereits existierende Zusammenarbeit beider Unternehmen für neuartige 3D-Druck-Lösungen auszuweiten. Der Systemhersteller wird die Materialien für den Einsatz auf seinen offenen DLP-Druckersystemen wie dem I30+ zertifizieren.

Software und mehr

Materialise (Halle 12.1, Stand E131), Gilching, präsentiert Innovationen zur Verbesserung der additive Serienproduktion:

  • Neue Materialien: PA2210FR, Ultrasint TPU 90A-01, bedarfsgerechte Güteklassen unterschiedlicher Legierungen für kosteneffizienten Metall-3D-Druck,
  • Neue Software-Versionen: Materialise Magics 24, Streamics, 3-Matic, Build-Prozessoren, E-Stage, Simulation,
  • Erfolgreiche 3D-Druck-Anwendungen im Bereich der zertifizierten Fertigung und der Serienproduktion,
  • Vorträge und Produktpräsentationen,
  • Experten-Gespräche zur Integration von 3D-Druck in Geschäftsmodelle oder Fertigungsprozesse.

Ultimaker (Halle 12.1, Stand C101), Utrecht, Niederlande, bringt mit dem Ultimaker S5 Pro Bundle und Ultimaker S3 die industrielle Fertigung ins Büro. Die beiden Modelle werden auf der Messe präsentiert. Außderdem erfolgt die Vorstellung der Ergebnisse des Ultimaker 3D Print Sentiment Index. Diese Studie gibt Aufschluss darüber, wie der 3D-Druck in zwölf geografisch verschiedenen Märkten wahrgenommen wird. Auf der TCT conference @Formnext präsentieren die Unternehmen Gerhard Schubert und Miele Anwendungen mit Ultimaker 3D-Druckern.

Am Stand von Stratasys (Halle 12.1, D61), Rheinmünster, werden Entwicklungen zahlreicher Anwendungen sowie Bauteile aus verschiedenen Branchen, wie Automobil-, Luft- und Raumfahrt und Konsumgüter, präsentiert. Besucher können erfahren wie mit den additiven Fertigungslösungen Polyjet und FDM die Effizienz des gesamten Produktentwicklungsprozesses optimiert werden können – von der äußerst realistischen Konzeptmodellierung über die Erstellung voll funktionsfähiger Prototypen bis zur Werkzeugfertigung und Produktion von Endbauteilen.

Mit der neuen Software kann der Anwender aus 5.000 Texturen auswählen. (Bildquelle: CT)

Mit der neuen Software kann der Anwender aus 5.000 Texturen auswählen. (Bildquelle: CT)

Mit der innovativen Software 4D Additive zeigt Core Technologie (Halle 12.0, D81), Mömbris, auf der Fachmesse zukunft weisende Prozesse in der additiven Fertigung. Dabei werden Themen vorgestellt wie Texturen für hochauflösende Oberflächenstrukturen auf 3D-Druckbauteilen sowie vollautomatisches Batch Nesting und die Verteilungsoptimierung im Bauraum mit Slice-Analysen. Zudem stellt das CT Team die neuste Version der Software 3D Partfinder zur Bauteilidentifikation für 3D-Druckteile vor.

Das deutsche Unternehmen Volume Graphics (Halle 12.1, E79), Heidelberg, entwickelt seit 20 Jahren Softwarelösungen für die industrielle Computertomografie (CT). Mit Vgstudio Max bietet das Unternehmen Anwendern eine umfassende Lösung für die Qualitätskontrolle in der additiven Fertigung, denn additiv gefertigte Produkte müssen umfassend geprüft werden, um sie für die Nutzung in kritischen Bereichen zertifiziert werden zu können.

Brücke in die digitale Welt

Creaform (Halle 12.1, E110), Leinfelden-Echterdingen, ein Anbieter tragbarer und automatisierter 3D-Messlösungen, präsentiert auf der Messe seine neuen tragbaren 3D-Scanner-Generationen, den Handy Scan Black und den Go! Scan Spark, für die additive Fertigungsindustrie. 3D-Scanning und additive Fertigung tragen dazu bei, Konstruktionsprozesse zu verkürzen und kostengünstiger zu gestalten.

Unter dem Motto „iAM ready – bereit für die industrielle Fertigung“ präsentiert TÜV Süd (Halle 11.1, E60), München, sein Leistungsspektrum rund um die additive Fertigung. Neben neu entwickelten Standards und Prüfungen zeigen die Experten ein Konzept zur digitalen Zertifizierung von Bauteilen. TÜV Süd stellt zudem ein 3D-Druck-Dienstleistungsnetzwerk, das aus zertifizierten Auftragsfertigern besteht. Das steht für Qualität im Markt und ermöglicht allen Produktherstellern und Inverkehrbringern den Zugang zu einer schnellen und sicheren additiven Fertigung.

Neue Materialien

Mit Luvocom 3F Filament stellt die Lehvoss Gruppe (Halle 11.1, Stand B48), Hamburg, ihre eigene Reihe von 3D-Druckfilamenten vor. Auf Basis der Polymere PA und PET werden vier Produkte angeboten, davon sind zwei Kohlenstofffaser verstärkte Varianten. Die auf das FFF-Druckverfahren optimierten Materialien bieten eine einfache Verdruckbarkeit – auch im unbeheizten Bauraum -, Verzugsfreiheit, hohe mechanische Festigkeiten – auch in Z-Richtung – und ermöglichen damit optimale Bauteileigenschaften.

Innovative Copolyester für pulverbasierte 3D-Drucktechnologien werden präsentiert. (Bildquelle: Evonik)

Innovative Copolyester für pulverbasierte 3D-Drucktechnologien werden präsentiert. (Bildquelle: Evonik)

Evonik (Halle 12.1, Stand C71), Essen, hat zwei neue Copolyesterpulver für die wachsenden Ansprüche der 3D-Druck-Industrie entwickelt. Die innovativen Hochleistungsmaterialien resultieren aus der Übernahme der Structured Polymers-Technologie durch Evonik und ergänzen das bestehende Portfolio polyamidbasierter Pulverformulierungen. Damit steht dem Kunden eine noch breitere Werkstoffpalette zur Verfügung, die nun von verstärkten über flammgeschützten bis hin zu elastischen ready-to-use Materialien reicht.

Mit einer erweiterten Produktpalette und neuem Markenauftritt präsentiert sich BASF 3D Printing Solutions (B3DPS) (Halle 12.1, Stnad D21), Heidelberg. Mit der Einführung der neuen Marke „Forward AM“ verfolgt B3DPS weiterhin das Ziel, die Industrialisierung als nächste Generation der additiven Fertigung vorantreiben. „Forward“, aus dem Englischen kommend, bedeutet „vorwärts“ oder auch „fortschrittlich“. AM steht für „Additive Manufacturing“. Unter der Marke Forward AM werden Material- und Service-Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von einer Produktidee bis zu dessen Produktion angeboten. Von Powder Bed Fusion über Plastik- und Metallfilamente bis hin zu Photopolymeren – Forward AM ist mit dem breitesten Produktportfolio auf dem Markt in der 3D-Druckindustrie aufgestellt.

Thermoplastische Folien können deutlich effizienter mittels 3D-Druck verarbeitet werden als Filamente. Dies ist das Ergebnis einer neuen Entwicklung, von Covestro (Halle 12.1, Stand E11), Leverkusen. Interessenten können von der umfangreichen Erfahrung des Unternehmens in der Folienverarbeitung profitieren. Für die additive Fertigung mit diesen Halbzeugen wurde ein spezieller Druckkopf entwickelt, der einfach anstelle eines herkömmlichen Druckkopfs eingebaut werden kann. Die Folie wird über einen gekühlten Bereich in eine Heizzone gefördert, in der sie unter dem Einfluss der zugeführten Wärmeenergie schmilzt und flüssig wird. Wie gewohnt, wird die Schmelze über eine definierte Düsengeometrie ausgetragen und zum Produkt verarbeitet.

Schuhe können mithilfe des 3D-Drucks aus nur zwei Teilen hergestellt werden. (Bildquelle: Covestro)

Schuhe können mithilfe des 3D-Drucks aus nur zwei Teilen hergestellt werden. (Bildquelle: Covestro)

Mithilfe des 3D-Drucks könnten Schuhe aus nur zwei Teilen – Obermaterial und Sohle – gefertigt werden. Dafür hat Covestro ein Material entwickelt, das eine automatisierte Produktion zu geringeren Kosten und eine komplette Recyclingfähigkeit des fertigen Schuhs ermöglicht. Ein Pulver und ein Filament, beides auf Basis von thermoplastischem Polyurethan (TPU), erwies sich als Material der Wahl für die Erfüllung aller genannten Anforderungen. Der Kunststoff bietet eine hohe Rückprall- und Abriebfestigkeit und ist dadurch für die Herstellung beider Schuhteile hervorragend geeignet. Darüber hinaus kann der Schuh später in einem Schritt recycelt werden, einschließlich des für die Produktion verwendeten Polyurethan-Klebstoffs – ein wichtiger Meilenstein in Richtung Kreislaufwirtschaft. Aus alten Schuhen entstehen so Filamente für neue Schuhe.

3D-gedruckter Ladestecker für ein Elektrofahrzeug. (Bidlquelle: Clariant)

3D-gedruckter Ladestecker für ein Elektrofahrzeug. (Bidlquelle: Clariant)

Bei Clariant (Halle 12.1, Stand B111), Muttenz, Schweiz, liegen die Schwerpunkte auf 3D-gedruckten, funktionsfähigen Endanwendungen und neue Materialien für Mobilität und E&E-Trends. Gezeigt werden Lösungen mit industriellen 3D-Druckmaterialien für Fahrzeugbau, Elektrotechnik & Elektronik, Bahnwesen und weitere Branchen sowie die neu eingeführten Exolit basierten, flammgeschützten Materialien im Einklang mit EN 45545-2 und NFPA 130.

Die Messe hat an den ersten drei Messetagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am letzten Tag bis 16 Uhr. (sf)