CCeV-Studienpreis 2019: Laudator Dr. Lars Herbeck, die Preisträger Amon Krichel und Michael Gnädinger sowie Organisatorin Katharina Lechler (v.l.n.r.). (Bildquelle: CUeV)

CCeV-Studienpreis 2019: Laudator Dr. Lars Herbeck, die Preisträger Amon Krichel und Michael Gnädinger sowie Organisatorin Katharina Lechler (v.l.n.r.). (Bildquelle: CUeV)

Im Rahmen der konstituierende Mitgliederversammlung des neu gegründeten Composites United e.V. (CUeV) fand die Preisverleihung statt. In Composites United sind Carbon Composites e.V. und CFK Valley e.V. aufgegangen.

So wurde an diesem Nachmittag in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen zum sechsten und letzten Mal die CCeV-Studienpreise für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten im Composites-Bereich verliehen. Insbesondere dankte Moderator Dr. Lars Herbeck von Voith Composites den „jungen Talenten, die mit Einsatz und Einfallsreichtum zur Verbesserung von Verfahren und Produkten beitragen“.

Zahlreiche Bewerber

Mit jeweils 1.000 EUR sind die Studienpreise dotiert. 2019 waren dafür 15 aktuelle Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten zu Faserverbundwerkstoffen oder -technologien eingereicht worden. Deren Innovationsgehalt, Zusammenspiel von Theorie und Praxis sowie Industrierelevanz bewertete eine fünfköpfige Fachjury. Ihr gehörten diesmal Prof. Dr.-Ing. André Baeten (Hochschule Augsburg) an, Günter Deinzer (Audi), Dr. Tilo Hauke (SGL Group), Dr. Christoph Irmler (Leichtbauzentrum Sachsen) sowie Gregor Peikert (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften).

‚Recycling‘ eines alten Industrieverfahrens

Den Preis für die beste Bachelorarbeit erhielt Amon Krichel. Der 23-jährige Wirtschaftsingenieur der Universität Augsburg hatte am benachbarten Institut für Textiltechnik (ITA) an Vliesen aus rezyklierten Carbonfasern beispielhaft untersucht, inwieweit Nadelstabverstreckung die Orientierung verbessert.

Sechs Monate tüftelte er insgesamt an seinem Ansatz, für den er einen sehr alten Prozess aus der Wollerzeugung nutzte. Besonders freut es Krichel, dass er auf einer Maschine von 1962 zum heute absolut wichtigen Thema Recycling beitragen konnte. Ein Industriepartner griff die Idee bereits zur Weiterentwicklung auf. Zurzeit absolviert der junge Wirtschaftsingenieur ein Erasmus-Semester in Grenoble, will aber in seiner Fachrichtung weiterstudieren und später auch beruflich der Compositeswelt treu bleiben.

Verbesserung eines bestehenden Prozesses

Der CCeV-Studienpreis 2019 für die beste Masterarbeit ging an Michael Gnädinger, der an der Universität Stuttgart Luft- und Raumfahrt studierte und dessen Arbeit vom Institut für Flugzeugbau (IFB) betreut wurde. Er hatte am Fraunhofer IGCV das „Konsolidierungsverhalten von im thermoplastischen Automated Fiber Placement Prozess hergestellten Fiber Steering Preforms“ unter die Lupe genommen. Es gelang Gnädinger, prozessbedingte Laminatdefekte zu identifizieren. Nun können sie vermieden und dadurch der Verfahrensprozess optimiert werden. Sein Rat zu größeren Bahnradien und höheren Ablegetemperaturen kann das Auftreten sogenannter Gaps um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Trotz des Erfolgs seiner preisgekrönten Studie will der 27-jährige Masterabsolvent künftig doch seiner ursprünglichen Sehnsucht folgen – und fliegen. Das „Preisgeld fließt direkt in meine Ausbildung zum Hubschrauberpilot“, verrät Gnädinger. Was noch fehlt, möchte sich der findige Überflieger als Leichtbauprofi verdienen.

Nach der Verleihung ist vor der Verleihung

Wie bislang der CCeV will künftig auch der CUeV den Nachwuchs im wissenschaftlichen und industriellen Compositesbereich fördern. Daher gilt nach wie vor der Aufruf, sich mit einschlägigen Bachelor- und Masterarbeiten um den Studienpreis zu bewerben. (sf)