Andreas Reinthaler, CEO von Digital Moulds, bei seinem Vortrag auf dem Fachsymposium (Bildquelle: Ralf Mayer/Redaktion Plastverarbeiter)

Andreas Reinthaler, CEO von Digital Moulds, bei seinem Vortrag auf dem Fachsymposium (Bildquelle: Ralf Mayer/Redaktion Plastverarbeiter)

Der erste „Feiertag“ stand im Zeichen der Kunden des oberösterreichischen Unternehmens. Am Nachmittag informierten sich die Teilnehmer im Rahmen eines Fachsymposiums über Zukunftstrends im Werkzeugbau und in der Kunststoffindustrie. Gottfried Steiner, CEO des Ingenieurbüros Steiner, Spielberg, Österreich, beschrieb verschiedene Innovationen, die erst durch eine smarte Werkzeugtechnologie möglich werden – wie etwa das Ejection-Verfahren zur Fertigung langer und endloser Spritzgussteile, bei dem die Kavitäten mittels eines Schlittens durch den festen Werkzeugblock geführt werden. FH-Professor Franz Staberhofer gab einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Logistik und Supply Chain Management. Christian Kühnhold, geschäftsführender Gesellschafter von Smart City Loop, berichtete in seinem Vortrag über die Transportalternative für die „vorletzte Meile“ in Ballungsräumen.

Zwei Neugründungen der Haidlmair Group stellen sich vor

Am Tag der offenen Tür blickten rund 3.000 Besucher hinter die Kulissen des Werkzeugbauunternehmens. (Bildquelle: Haidlmair)

Am Tag der offenen Tür blickten rund 3.000 Besucher hinter die Kulissen des Werkzeugbauunternehmens. (Bildquelle: Haidlmair)

Andreas Kißler, CEO von FDU Hotrunner, einem neugegründeten Unternehmen der Haidlmair Group, informierte die Teilnehmer über die neuesten Entwicklungen der Heißkanalinnovation FDU (Flat Die Unit). Bei dieser erstmals auf der K 2016 vorgestellten Technologie wird die Schmelze über eine Breitschlitzdüse in die Spritzguss-Kavitäten gesprizt, weshalb Haidlmaier hier auch von einer Symbiose aus Spritzgießen und Extrusion spricht. Dank der speziellen Düsengeometrie ist das Material im Angussbereich einem deutlich geringerem Scherstress ausgesetzt als beim Einsatz einer Runddüse. So kann bei reduziertem Einspritzdruck mehr Schmelze in kürzerer Zeit eingespritzt und die Zykluszeit insbesondere bei der Fertigung großer Spritzgussteile verkürzt werden. Die großen Abmessungen der Flachdüse führen zudem zu einer besseren Nachdruckwirkung. FDU kann Spritzgießern spezifische Vorteile in Bezug auf Prozessstabilität und Bauteilqualität bieten, wie Kißler anhand verschiedener Projektergebnisse darstellte. In einer Automotive-Anwendung mit langfaserverstärktem Kunststoff beispielsweise wurde eine gleichmäßigere Faserverteilung im Bauteil realisiert. Der Weiße-Ware-Hersteller BSH setzt die neue Technologie in der Fertigung von Geschirrspüler-Basisträgern aus mit 30 Prozent Talkum gefülltem PP ein. Aufgrund der geringeren Werkzeugbelastung konnten hier die Wartungsintervalle laut Kißler um etwa das doppelte verlängert werden. Die neue Firma bietet die Flat Die Units in verschiedenen Größen als offene Düse und neu auch mit einem SLS-Verschlusssystem (Slot Lock System) an, wodurch unter anderem extrem schnelle Einspritzungen ohne Freistrahlbildung möglich werden.  Nach bisherigem Stand der Technik lassen sich mit FDU verschiedene Polyolefine und beispielweise auch PC prozesssischer verarbeiten, erklärte der CEO.

Feierstunde mit Firmengründer Josef Haidlmair (2.v.r.) und seinen Söhnen Mario (l.) und Rene Haidlmair (r.). (Bildquelle: Haidlmair)

Feierstunde mit Firmengründer Josef Haidlmair (2.v.r.) und seinen Söhnen Mario (l.) und Rene Haidlmair (r.). (Bildquelle: Haidlmair)

Das gemeinsam mit der Firma Hofmann neu gegründete Unternehmen Digital Moulds bündelt alle Haidlmair-Innovationen im Bereich der Digitalisierung in einem Unternehmen. CEO Andreas Reinthaler sprach in seinem Vortrag über die Möglichkeiten der Digitalisierung im Werkzeugbau. Das von Haidlmair mitentwickelte Mould Monitoring ist ein cloudbasiertes Überwachungssystem zur Kontrolle des Werkzeugs im Spritzgießprozess. In der Entwicklungspipeline befindet sich laut Reinthaler eine neue Geräteserie mit überarbeiteter Hardware, zusätzlichen Funktionen und ausschließlich drahtloser Datenkommunikation.

Am Abend lud Mario Haidlmair seine Partner und Freunde in den Kaisersaal nach Kremsmünster ein, um einen stimmungsvollen Galaabend zu feiern. Mehr als 200 Gäste aus vielen Ländern, wie etwa Österreich, Deutschland, Holland, Russland, Kanada oder Mexiko nahmen die Einladung gerne an, um gemeinsam auf die bewegte Unternehmensgeschichte zurückzublicken.  Der Galaabend wurde auch genutzt, um die Gewinner des Josef Haidlmair Innovationspreises bekannt zu geben. Firmengründer Josef Haidlmair übergab, gemeinsam mit dem Jury-Vorsitzenden Dr. Franz Reithuber, Direktor der HTL Steyr, die Schecks an die Gewinner.

Am 13. September nutzten über 3.000 Besucher die Gelegenheit, im Rahmen des Tages der offenen Tür, einen Blick hinter die Kulissen des Weltmarktführers zu werfen und sich selbst ein Bild von der modernen Fertigung in Nußbach zu machen.