Bond-Laminates erweitert Kapazitäten zum Herstellen von Verbundwerkstoffen. (Bildquelle: Lanxess9

Bond-Laminates erweitert Kapazitäten zum Herstellen von Verbundwerkstoffen. (Bildquelle: Lanxess)

„Wir haben unsere Kapazitäten für die Herstellung von Tepex um circa 50 Prozent gesteigert. Damit tragen wir der starken Nachfrage in der Massenfertigung von hochbelastbaren Bauteilen für leichte Automobile und die Unterhaltungselektronik Rechnung“, erklärt Dr. Christian Obermann, Geschäftsführer von Bond-Laminates, anlässlich der Inbetriebnahme. Für die Erweiterung von sechs auf nunmehr acht Produktionslinien wurde eine neue Halle mit einer Fläche von rund 1.500 m² errichtet. Die Investitionen beliefen sich auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Sie umfassten darüber hinaus drei Schneidanlagen, darunter auch eine neue vierköpfige Wasserstrahl-Schneidanlage zum Vorkonfektionieren von Bauteilzuschnitten.

Struktureller Leichtbau

Der Verbundwerkstoff Tepex etabliert sich in der Automobilindustrie immer stärker in der Großserienfertigung von leichten Strukturbauteilen wie zum Beispiel Frontend- und Stoßfängerträgern, Bremspedalen und Unterbodenverkleidungen. Ein jüngeres Anwendungsbeispiel sind zwei elektrisch einstellbare Einzelrücksitze für eine Variante des Audi A8, deren Sitzschalen im Hybrid Moulding-Verfahren ausgehend von einem Polyamid 6-basierten Tepex dynalite hergestellt werden. Gegenüber einer vergleichbaren Metallausführung sind die Sitzschalen um rund 45 Prozent leichter.

Großes Einsatzpotenzial bei Elektrofahrzeugen

Nach Einschätzung von Lanxess können aus Tepex auch Rücken- und Armlehnen sowie Sitzschalen für neue, hochkomplexe Sitzkonzepte des autonomen Fahrens oder für Komfortsitze von Shuttle-, VIP- und Familienbussen produziert werden. Elektrofahrzeuge sind ebenfalls ein Einsatzfeld. „Das Anwendungsspektrum reicht von Trägern für Frontends, Türen und Stoßfängern über Laderaummulden, Batteriegehäuse und Halter für Elektro-/Elektronikmodule bis hin zu strukturellen Komponenten im Greenhouse sowie strukturellen Unterbodenverkleidungen zum Schutz der Batterie“, so Henrik Plaggenborg, Leiter Tepex Automotive bei Lanxess.

Typische Anwendungen des Verbundkunststoffs in der Unterhaltungselektronik sind sehr dünnwandige und dabei hochfeste und -steife Strukturbauteile zum Beispiel für Mobiltelefone, Tablet-PCs, Notebooks und Fernsehgeräte, die zugleich hohe ästhetische Anforderungen in puncto Design und Haptik erfüllen. Im Sportbereich wird das Material beispielsweise beim Herstellen von Schuhsohlen, Fahrradkomponenten, Skischuhen, Körperprotektoren und Helmen eingesetzt. (sf)