Natürlich vorkommende Mikroorganismen im Erdreich erkennen die Struktur der Folie als Nahrung, die sie verstoffwechseln. (Bildquelle: BASF)

Natürlich vorkommende Mikroorganismen im Erdreich erkennen die Struktur der Folie als Nahrung, die sie verstoffwechseln. (Bildquelle: BASF)

Somit gelangen PE-Rückstände in den Boden und reichern sich an, da sie dort nicht abgebaut werden. Forscher der ETH Zürich, Schweiz, zeigen jetzt in einer Studie zum ersten Mal auf, dass Bodenmikroben Folien aus dem Kunststoff Polybutylenadipatterephthalat als Nahrung verwenden können. Die Mikroorganismen nutzen den Kohlenstoff des Polymers sowohl für ihren Energiestoffwechsel als auch für den Aufbau ihrer Biomasse. Das bedeutet, dass PBAT im Boden biologisch abbaut und nicht wie Polyethylen als Mikroplastik dort verbleibt. Obst- und Gemüsebeutel aus diesem Material halten aufgrund ihrer atmungsaktiven Eigenschaften Lebensmittel länger frisch. Das ergab eine Studie der Universität für Bodenkultur, Wien, Österreich die die Lebensdauer verschiedener Obst- und Gemüsesorten bei Lagerung in Beuteln untersuchte. Da Obst- und Gemüsebeutel  aus diesem Kunststoff eine   bessere Wasserdampf- und Sauerstoffdurchlässigkeit ermöglichen, kann in einem Beutel mit dem richtigen Volumen eine optimale Feuchtigkeits- und Sauerstoffkonzentration für verschiedene Obst- und Gemüsearten und damit eine längere Haltbarkeit erreicht werden. Zum Beispiel bleiben Tomaten in diesen Beuteln bis zu viermal länger haltbar als in PE-Beuteln. Auf diese Weise können durch intelligente Verpackungen Lebensmittelabfälle reduziert werden. Wiederverwendet als Bioabfallbeutel können sie zudem das Sammeln und Verwerten von Lebensmittelabfällen verbessern.

Halle/Stand 5/C21–D21